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Pauline Mai über ihr neues Buch »Das Leben leuchtet sonnengelb«

Nach »Das Glück ist lavendelblau« endlich der neue Sehnsuchtsschmöcker von Pauline Mai!

Pauline Mai
© Franziska Kuttler
Eine Kurze Biografie:
Pauline Mai, 1987 geboren, wuchs am Tegeler See in Berlin auf. Sie studierte Literaturwissenschaft und lernte auf Reisen durch Südfrankreich und Italien die herzliche Lebensart der Menschen, die malerischen Landschaften sowie das köstliche mediterrane Essen lieben. Heute lebt die Autorin zwar wieder in Berlin, das Fernweh ist ihr aber immer noch geblieben – wie auch der Wunsch, die besondere Atmosphäre dieser Sehnsuchtsorte mit ihren Lesern zu teilen.

Was ist Ihr gelernter Beruf bzw. üben Sie aktuell neben dem Schreiben noch eine weitere berufliche Tätigkeit aus?
Ich bin gelernte Lektorin, mittlerweile habe ich mich allerdings aufs Schreiben verlegt und bin zudem für eine Agentur von Literaturscouts tätig.

Würden Sie uns ein wenig von sich persönlich erzählen – von Ihren Hobbys, Ihrer aktuellen Lebenssituation, Ihrem Traum vom Glück …?
Nachdem ich ein wenig in der Welt unterwegs war, hat es mich zurück in meine Heimatstadt Berlin gezogen, wo ich gemeinsam mit meiner Familie in einer Altbauwohnung in Charlottenburg wohne. Die meiste Zeit verbringe ich wohl tatsächlich mit dem Schreiben, das ich während meiner Arbeit im Verlag für mich entdeckt habe. Aber ich genieße es auch sehr, meine Familie in der Stadt und die meisten meiner Freunde sogar in direkter Nachbarschaft zu haben. So können wir uns regelmäßig sehen. Ansonsten tummele ich mich gerne mal auf dem Tennisplatz, mache Yoga, um die Halswirbelsäule trotz des ständigen Schreibens in Schuss zu halten, lese viel und probiere gerne neue und aufwändige Kochrezepte aus. Wovon ich träume? Irgendwann einmal ein kleines Häuschen irgendwo im Ruhigen zu haben – ob das nun in der Toskana, dem Moselland oder auch in der Uckermark ist, Hauptsache, es ist gemütlich, hat einen Garten und einen Kamin!

Womit kann man Sie wütend machen und richtig auf die Palme bringen?
Wütend und fassungslos werde ich, wenn ich den Rechtsruck sehe, der momentan durch Deutschland – und große Teile von Europa – geht. Man würde bei der Historie dieses Landes einiges erwarten, aber nicht das.
Was das Kleinere, Alltägliche betrifft, bin ich leider bei der kleinsten Kleinigkeit auf der Palme, wenn ich nicht regelmäßig etwas zwischen die Zähne bekomme.

Wofür engagieren Sie sich?
Ich unterstütze Amnesty International und habe eine Patenschaft für einen Orang-Utan in Borneo (BOS Deutschland).

Verraten Sie uns bitte fünf Dinge, die wir noch nicht über Sie wissen:
1. Ich rede regelmäßig im Schlaf und erkläre dann gerne und mit fuchtelnden Händen, wie bestimmte Dinge getan werden.
2. Ich übe in den Schreibpausen an meiner Dartscheibe.
3. Lange war ich davon überzeugt, dass ich niemals selbst ein Buch würde schreiben wollen – und können.
4. Ich bin drei Monate lang mit meinem Smart als Bio-Erntehelferin durch Italien gereist, habe in Gemüsebeeten, Olivenhainen und Weinreben geackert und ganz nebenbei zehn Kilo zugenommen.
5. Ich bin seit mehreren Jahren Veganerin (was nicht die Folge meines italienischen Speckrings war!).

Wie sieht ein normaler Tag, an dem Sie an Ihrem Buch schreiben, aus? Haben Sie z.B. bestimmte Rituale, Angewohnheiten, Regeln etc.?
Am Morgen schleppe ich mich noch sehr verschlafen in mein Lieblingscafé, weil ich sonst wohl den halben Tag im Bett liegenbleiben und lesen würde (was zugegebenermaßen hin und wieder passiert). Aber einmal angefangen, schreibe ich gerne einige Stunden hindurch – an ganz motivierten Tagen geht es nachmittags auf meiner Couch oder am Schreibtisch weiter. Das Beste daran ist, dass ich direkt hinter meinem Schreibtisch meine Dartscheibe zu hängen habe, die sich wunderbar für die kleine Pause zwischendurch eignet. Ich habe das Glück, in meinem zweiten Job lesen zu dürfen, und damit verbringe ich meist die restlichen Stunden des Tages, wenn es mich nicht nach draußen treibt, um Familie und Freunde zu treffen.

Wo machen Sie es sich am liebsten mit einem Buch gemütlich?
Ganz klar: auf der gemütlichsten Couch der Welt, die nebenbei auch mein Heimbüro ist!

Was sind Sie für ein Büchermensch? Verraten Sie uns, nach welchen Kriterien Sie Ihr Bücherregal sortieren (nach Farben, Genres, Autoren, oder gar nicht)?
Ich gehöre zur Spezies der von Umzugshelfern arg gefürchteten »Buchhorter«: Alles wird erst einmal ins Regal gestellt, sofern es irgendwie interessant sein könnte – und das ist natürlich jedes Buch, egal welchen Genres! Und irgendwann kommt immer der Tag, an dem der polnische Science-Fiction-Roman oder der chinesische Krimi genau das Buch ist, auf das ich Lust habe.

Was ist Ihr liebstes Reiseziel? Wie sieht Ihr schönstes Urlaubsfoto aus, das Sie Ihren Lesern gern zeigen würden?
Ich liebe Italien und habe dort schon mehrere Monate verbracht. Am liebsten reise ich dort an einen winzigen Ort im Veneto, wo inmitten von Weinbergen und Olivenhainen das wohl netteste und gastfreundlichste Paar überhaupt lebt, das ich regelmäßig besuche, um bei der Olivenernte zu helfen.

Wie kamen Sie zum Schreiben?
Bei meiner Arbeit als Lektorin habe ich regelmäßig Manuskripte geprüft, und als wieder einmal in einem Roman, dessen Anfang ich noch großartig fand, plötzlich ein Engel auftauchte, der in diesem Text wirklich nichts zu suchen hatte, kochte irgendetwas in mir über und ich griff schließlich selbst zum Stift bzw. zur Tastatur. Ob mein Roman nun besser gelungen ist, weiß ich nicht, aber auf jeden Fall habe ich sehr darauf geachtet, dass ein Wort darin nicht vorkommt: ENGEL!

Was inspiriert Sie und wie finden Sie Ihre Themen?
Wie gern ich hier etwas Neues, Spritziges nennen würde, aber es sind, wie so oft, Bücher und Reisen. Bücher regen in mir die meisten neuen Gedanken an, sie wecken Bilder, die sich weiterspinnen lassen, während Reisen mir helfen, auf neue Orte und Figuren für meine Bücher zu stoßen.

Bitte fassen Sie in wenigen Sätzen Ihr aktuelles Buch zusammen:
In Carlis Leben bröckelt es an allen Fronten: Das Architekturstudium hat sie geschmissen, die Marburger Zweck-WG nervt und der Café-Job erfüllt sie nicht. Als ihr der Stammgast Fabrizio eine kleine Spielzeugwerkstatt in Florenz vermacht, fällt sie aus allen Wolken. In Florenz lernt sie nicht nur das italienische Leben in all seinen wunderbaren Facetten neu kennen, sie stößt in der Werkstatt auch auf einen alten Brief und geht seinem Geheimnis nach …

Was bzw. welche Szene darin war am schwierigsten zu schreiben?
Den Anfang habe ich gefühlte hundert Mal umgeschrieben, bis ich zufrieden mit ihm war. Auch als ich mit dem Schreiben schon längst viel weiter war, bin ich immer wieder zu ihm zurückgekehrt und habe ihn wieder geändert.

Haben Sie eine Lieblingsszene?
Eine Szene, in der Carli mit ihrer besten Freundin Fritzi leicht beschwipst unter den Sternen liegt und redet. Nicht nur die schöne Kulisse mag ich sehr, sondern auch, dass man in dieser Szene die Nähe zwischen den beiden ganz deutlich spürt.

Haben Sie eine Lieblingsfigur?
Oh, viele. Es ist schwierig, da eine herauszupicken. Ich mag zum Beispiel Boris, Fritzi und Adele – sie sind alle auf ihre Art einfach liebenswürdig!

Gibt es bestimmte geografische Orte, zu denen Sie und Ihr Buch einen besonderen Bezug haben?
Für das Buch bin ich extra noch einmal in die Toskana gereist und habe eine Woche in Florenz verbracht, um die Stimmung auf mich einwirken zu lassen und spannende Orte für das Buch zu entdecken. Diese Stadt verzaubert mich einfach immer wieder aufs Neue, mit ihrem goldenen Licht, dem Arno und den verwinkelten Gässchen. Sie ist unheimlich lebendig und modern und zugleich so nah an der Geschichte, einfach eine tolle Stadt – mal ganz davon abgesehen, dass es dort das beste Eis der Welt gibt!

Hat Ihr aktuelles Buch autobiografische Züge bzw. lassen Sie persönliche Erfahrungen in die Geschichte einfließen? Beruht Ihr Buch auf wahren Begebenheiten?
Ich glaube, jede und jeder von uns war mal an einem ähnlichen Punkt wie Carli zu Beginn des Romans, wenn man das Gefühl hat, dass einfach nichts funktionieren will. Mir ging es auf jeden Fall schon so. Da hört der autobiographische Bezug aber auch schon auf. Carli ist eine ganz andere Person als ich, sie lässt sich zum Beispiel schnell aus der Ruhe bringen. Aber das ist ja gerade das Spannende am Schreiben (und Lesen): dass man in die Haut anderer Personen schlüpfen und nachfühlen kann, wie sie sich in Situationen verhalten würden, in denen ich etwas ganz Anderes machen würde.

Wie haben Sie für ihr aktuelles Buch recherchiert?
Für eine gute Woche war ich in Florenz und habe mich durch die Stadt treiben lassen, um mich auf das Buch einzustimmen. Dabei bin ich zum Beispiel auf die Straße gestoßen, in der Carlis Wohnung liegt, und habe das perfekte Fleckchen für die Spielzeugwerkstatt gefunden. Bei diesen Spaziergängen entstehen in meinem Kopf Szenen und Figuren, die ich dann später in das Buch einbaue. Auch die Stimmung versuche ich später so einzufangen, wie ich sie während meiner Tage vor Ort wahrgenommen habe.

Möchten Sie Ihren Lesern mit Ihrem aktuellen Buch eine bestimmte Botschaft mitgeben?
Eine Botschaft nicht direkt, da ich glaube, dass jede und jeder das Buch auf ganz eigene Weise liest und für sich herauszieht, was gerade Wichtigkeit hat. Aber vielleicht steckt darin doch die Idee, dass wir uns nicht zu sehr von Erwartungen beeinflussen lassen sollten, ob diese nun von uns selbst oder von außen kommen.

Ein kurzer Gruß an Ihre Leser*innen:
Liebe Leserin und lieber Leser,

müsste ich eines wählen, wäre Italien mein absolutes Lieblingsreiseland. Die grünen Hügel der Toskana, cremiges Pistazieneis, erfrischender Limoncello – wer kann dem schon widerstehen? In meinem neuen Buch nehme ich Sie mit auf eine Reise in eine der schönsten Städte Italiens: nach Florenz. Ich hoffe, dass es Ihnen dort genauso gut gefallen wird wie mir, und wünsche Ihnen wunderbare Lesestunden unter der toskanischen Sonne!

Ganz herzlich
Pauline Mai

Das Leben leuchtet sonnengelb

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