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Petra Durst-Benning: Die Autorin über ihre neue mitreißende historische Saga »Die Fotografin«

Petra Durst-Benning über ihre Recherche

© Private Sammlung Durst-Benning – Der Kirchheimer Fotograf Otto Hofmann, seine Ehefrau und seine Tochter an der Kamera

»Mit dem Thema ›Historische Fotografie‹ bin ich schon als Kind in Berührung gekommen und zwar im elterlichen Antiquitätengeschäft! Dort bekam ich immer wieder mit, wie meinem Vater Originalfotografien des berühmten Kirchheimer ›Fotoateliers Otto Hofmann‹ angeboten wurden. Diese waren schon damals begehrte Sammelstücke! Kamen mein Vater und der Verkäufer ins Geschäft, dann betrachtete ich hernach ganz andächtig die Schwarz-Weiß-Fotografien, die im Kirchheimer Fotoatelier in den Jahren 1889 bis 1948 entstanden sind. Schon in jungen Jahren begann ich eine eigene kleine Sammlung mit historischen Fotografien – diese wurde im Laufe der Jahre immer umfangreicher. Als ich dann Autorin wurde, war mir klar, dass ich irgendwann einmal einen Roman über eine Fotografin schreiben wollte. Mit der Saga rund um Mimi Reventlow erfülle ich mir somit selbst einen lang gehegten Wunsch!
Sehr gern teile ich meine fotografischen Schätze mit meinen Lesern, denn die antiken Schwarzweiß-Fotografien sind viel zu schön, um sie im Schrank zu verstecken!
Ich wünsche Ihnen nun viel Freude mit meiner Fotografin Mimi Reventlow!«

© Petra Durst-Benning – Petra Durst-Benning bei ihren aufwendigen Recherchen.
© Petra Durst-Benning

Die Ateliersfotografie um 1910

Die Sehnsucht der Menschen, einmal im Leben jemand anderes zu sein, ein völlig anderes Leben führen zu dürfen oder sich an einen anderen Ort hinzuträumen – all diese Wünsche gingen im Fotoatelier in Erfüllung.
Der junge Hufschmied wünschte, als feinsinniger Denker abgelichtet zu werden? Die Waschfrau sehnte sich danach, einmal in ihrem Leben eine feine Dame zu sein? Drei Schwestern wollten eine fröhlich-verspielte Atmosphäre?
Nichts leichter als das! Dank kunstvoll gemalter Leinwände und mithilfe diverser Requisiten konnte der Ateliersfotograf jede erwünschte Atmosphäre erzeugen. Je nach Temperament des Modells und Gusto des Fotografen fielen die Genre-Fotografien verspielter oder klassisch-streng aus.

© Private Sammlung Durst-Benning
© Private Sammlung Durst-Benning
© Private Sammlung Durst-Benning

Die Ateliersfotografie - das Leben festhalten

In früheren Zeiten wurden Fotografien vor allem gemacht, um die verschiedenen Stationen des Lebens festzuhalten: Die Taufe. Die Kindheit. Die Konfirmation. Die Hochzeit. Die Silberhochzeit. Schnappschüsse wie wir sie heute kennen, kamen erst auf, als Fotoapparate auch für Privatleute erschwinglich wurden.

© Private Sammlung Durst-Benning
© Private Sammlung Durst-Benning
© Petra Durst-Benning

Wanderfotografen – ein hoch angesehener Beruf

Der Beruf des Wanderfotografen wie Petra Durst-Bennings Hauptfigur Mimi Reventlow ihn ausübt war um die Jahrhundertwende 1900 herum hoch angesehen. Mit ihren mobilen Fotoateliers reisten die Wanderfotografen vorrangig in Dörfer, in denen noch keine Fotoateliers ansässig waren. Bei den Dorfbewohner war die Freude dann entsprechend groß, sich auch einmal fotografisch ablichten lassen zu können. Gebannt hörten sie bei der fotografischen Sitzung zu, was die weit gereisten Herrschaften – Damen wie Mimi Reventlow gab es nur wenige - so alles zu erzählen hatten.
Oftmals wurde ein Wanderfotograf auch von einem ansässigen Kollegen eingeladen, einige Wochen bei ihm als Gastfotograf tätig zu sein. Der Wanderfotograf brachte frischen Wind ins Fotoatelier, der ansässige Fotograf konnte damit seiner Kundschaft etwas Neues bieten, ohne Konkurrenz befürchten zu müssen. Denn nach einigen Wochen zog der Wanderfotograf weiter seines Weges.

© Private Sammlung Durst-Benning
© Private Sammlung Durst-Benning
© Private Sammlung Durst-Benning

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