Philip Carter »Altar der Ewigkeit«

Atemlose Zeitreise

Buchempfehlung von Milena Feingold

Temporeich und voller Action – so präsentiert sich die geheimnisvolle Reise, auf die Philip Carter in Altar der Ewigkeit seine Leser mitnimmt. Sie beginnt im Jahr 1936, als Lena mit ihrem Geliebten, dem gutaussehenden Nikolai, aus einem Gefangenenlager in Sibirien flieht und ihn in die Höhle des „Knochenaltars“ führt. Sie ahnt nicht, welche Auswirkungen dies auf sie und die kommenden Generationen haben wird. Nikolai jedenfalls ist fortan besessen von der Idee, den Knochenaltar wieder zu finden. Der Leser ahnt: Es muss ein düsteres Geheimnis sein, das dieser Obsession zugrunde liegt...

Zoe, die Ikone und der geheimnisvolle Ry
Zwei Generationen später wird in einem Park eine offenbar gezielt ermordete Obdachlose aufgefunden. Ihr Tod scheint verknüpft zu sein mit dem eigentümlichen Rätsel, das sie hinterlassen hat. Und schließlich macht Zoe Dimitroff, Staatsanwältin in San Francisco, eine erschreckende Entdeckung: Das Mordopfer ist ihre eigene Großmutter, die angeblich bereits vor vielen Jahren gestorben ist! Mit diesem Schock endet Zoes eher beschauliche Existenz, und ein neues Leben beginnt – bestimmt von der permanenten Flucht vor den mörderischen Unbekannten und der Suche nach den Lösungen für eine ganze Reihe von Fragen: Was hat es mit der goldenen Ikone auf sich, die ihr selbst auf so unheimliche Weise ähnlich sieht? Was ist auf dem alten Film zu sehen, den ihre Verfolger bei ihr vermuten? Warum scheint plötzlich dieser sagenumwobene Knochenaltar ihr Schicksal zu bestimmen? Und vor allem: Warum trachten ihr so viele Menschen nach dem Leben? Und als der undurchsichtige Ry O’Malley auftritt und sich als Undercover-Agent ausgibt, ist Zoe vollends verunsichert. Offenbar spielte sein verstorbener Vater eine zentrale Rolle in der Geschichte ihrer Familie – umso wichtiger wird es für sie herauszufinden, ob sie ihm vertrauen kann oder auch er sie nur näher an den Abgrund führt, dem sie zu entkommen sucht…

Virtuos und vielschichtig
Von Sibirien nach San Francisco, von der Zarenzeit in die USA der 1960er-Jahre – und, und, und. Am Ende dieser packenden Lektüre muss man sich erst einmal sammeln und sortieren, welche faszinierenden Sprünge durch die Geschichte man hier unternehmen konnte. Immer wieder drängt sich dabei die Frage auf: „Was, wenn es wirklich so passiert wäre?“ – die dann nach und nach immer häufiger auch eine andere Form annimmt: „Oder hat es sich am Ende tatsächlich genau so abgespielt?“

Eines steht jedenfalls außer Frage: In diesem vielschichtigen Thriller erweist sich Philip Carter als brillanter Erzähler. Fiktion und reale Historie werden gekonnt in- und übereinander geblendet, und durch den ständigen Wechsel von Handlungsorten und -zeiten entwickelt sich der Text zu einem schnellen und actionreichen Leseabenteuer. Altar der Ewigkeit ist Hochspannung pur – bei der einem oft selbst das Umblättern zu lange dauert.

Milena Feingold
Literaturtest
Berlin, Juli 2012

Altar der Ewigkeit

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