Rachel Abbott im Interview zu ihrem Buch »Wo die Angst beginnt«

Wussten Sie, das Rachel Abbott in einem viktorianischen Fort wohnt?

Rachel Abbott
© Privat
Eine kurze Biographie:
Ich wurde in Manchester, England, geboren und verbrachte dort meine Kindheit. Bis zu meinem 18. Lebensjahr ging ich auf eine weiterführende Schule und arbeitete dann in verschiedenen Jobs, bevor ich mit Mitte zwanzig eine Ausbildung zur Systemanalytikerin absolvierte. Kurz nach Abschluss der Ausbildung habe ich ein Unternehmen gegründet, das Bildungssoftware für britische Schulen entwickelte. Das Unternehmen wuchs in den 80er- und 90er-Jahren und bezog alle möglichen Formen von interaktiven Medien und Websites ein, bis ich es im Jahr 2000 an eine Aktiengesellschaft verkaufte.
Ich arbeitete weitere fünf Jahre für dieses Unternehmen, doch in der Zwischenzeit hatten mein Mann und ich eine baufällige Immobilie in Italien gekauft, die wir renovierten. Als ich das Unternehmen verließ, zog ich nach Italien und lebte dort sieben Jahre. Gegen Ende dieser Zeit schrieb ich meinen ersten Roman – »Hintergangen«.
Obwohl wir das Haus in Italien noch haben, sind wir nach Alderney auf den Kanalinseln gezogen, wo jetzt unser Hauptwohnsitz liegt, doch wir reisen immer noch nach Italien.
Ich reise, koche und lese gern. Ich würde gern gärtnern, wenn ich mehr Zeit hätte!
Ich habe drei Stiefkinder und mehrere Enkel, die alle in Großbritannien leben.

Warum haben Sie sich dazu entschieden, Schriftstellerin zu werden?
Ich hatte eine Idee für ein Buch, die ich viele Jahre mit mir herumtrug. Nach meinem Vollzeitjob und dem Umzug nach Italien war ich für ein paar Wochen eingeschneit und beschloss, mit dem Schreiben zu beginnen. Ich stellte fest, dass ich nicht aufhören konnte.

Wo finden Sie die Inspiration für Ihre Romane?
Überall im Leben – Menschen, denen ich begegne, Nachrichten, Erfahrungen, die ich im Laufe der Jahre gesammelt habe. Früher habe ich ehrenamtlich für ein Sorgentelefon gearbeitet, und wenn ich mir meine Szenen ausdenke, rufe ich die Emotionen ab, die ich damals gehört und erlebt habe. Weil meine Bücher größtenteils auf Beziehungen basieren, betrachte ich diese als Grundlage für meine Geschichten.

An welcher Geschichte schreiben Sie gerade?
Einem Thriller in Cornwall, in dem ein Mädchen ertrinkt. Ihr Bruder glaubt, dass einer seiner Freunde der Mörder ist, und inszeniert eine besondere »Party«, um ihn zu entlarven.

Wer sind Ihre Lieblingsautoren? Und warum?
Ich liebe Harlan Coben, denn es ist scheinbar unmöglich, seine Geschichten zu durchschauen (zum Beispiel schickt eine Frau, die seit Jahren tot ist, plötzlich Fotos an ihren Mann). Seine Geschichten basieren im Allgemeinen auf Beziehungen.
Ich mag auch Lisa Jewells Bücher, da sie ebenfalls auf Beziehungen basieren – so wie meine hoffentlich auch.
Ansonsten gibt’s zu viele, als dass man sie alle aufzählen könnte: Val McDermid, Sharon Bolton und Mark Billingham, um nur drei zu nennen.

Welche Bücher haben Sie kürzlich gelesen?
Close to Home von Cara Hunter.
Ich, Eleanor Oliphant von Gail Honeyman.
Traum aus Stein und Federn von Louis de Bernières.
Die Liebe seines Lebens von Lisa Jewell.
Ein Gentleman in Moskau von Amor Towles.

Wie lautet Ihre Lebensphilosophie?
Freundlich und rücksichtsvoll zu sein und die Menschen so zu behandeln, wie ich selbst behandelt werden möchte.
Hart zu arbeiten und niemanden im Stich zu lassen.

Was tun Sie, wenn Sie nicht gerade schreiben?
Ich koche gern. Ich singe in einem kleinen Chor und gärtnere gern, wenn ich mal Zeit dafür habe!
Ich verbringe auch viel Zeit damit, meine Bücher zu vermarkten, die Website zu pflegen und mit den Lesern über Newsletter und soziale Medien zu kommunizieren.

Fünf Dinge, die wir noch nicht über Sie wussten …
1. Ich wohne in einem viktorianischen Fort, das im Zweiten Weltkrieg von deutschen Soldaten besetzt wurde.
2. Ich liebe es, alte Immobilien zu renovieren.
3. Ich habe zwei Hunde (Deutsche Schäferhunde).
4. Ich liebe Berlin! Ich war schon zweimal dort und fand die Stadt großartig.
5. Ich esse weder Kaninchen noch irgendetwas, das Fühler hat!


Über das aktuelle Buch

Wie würden Sie Ihren Roman in einem Satz beschreiben?
Wo die Angst beginnt ist eine Geschichte über lodernden Hass mit herzzerreißenden Konsequenzen.

Was hat Sie zu dem Roman inspiriert?
Ich habe einen Vortrag im Buchclub eines Frauengefängnisses gehalten. Danach habe ich darüber nachgedacht, wie diese Frauen dorthin gekommen sind und ob sie dort sein »sollten« oder nicht.

Welcher ist Ihr Lieblingscharakter in dem Roman und warum?
Evie. Trotz ihrer Handlungen und ihrer Entscheidungen liebte ich es, ihren rätselhaften Charakter zu schreiben.

Welche Szene war am schwierigsten zu schreiben?
Die Szene zwischen Evie und Cleo auf der Klippe.

Welchen Lesern, glauben Sie, wird Ihr Buch gefallen?
Meine Bücher werden sowohl von Männern als auch Frauen gelesen, aber ich würde sagen, die große Mehrheit sind Frauen. Nicht unbedingt Menschen, die nur Thriller lesen, aber meine Bücher sprechen wohl Leser an, die sich stark mit Charakteren identifizieren und emotional intelligent sind, da viele der Motive aus Beziehungen und Gefühlen resultieren.

Gibt es andere Bücher, die Sie mit Ihrer Arbeit vergleichen würden?
Sehr schwierig. Mein Mann denkt, dass Lisa Jewell sehr ähnliche Bücher schreibt wie ich, und mir wurde gesagt, dass sie der frühen Minette Walters und vielleicht Linwood Barclay ähneln, aber es ist für mich schwer zu sagen. Ich habe mir nicht vorgenommen, wie ein anderer Autor zu schreiben.

Ein kleiner Gruß an Ihre Leser/innen:
Die Inspiration für Wo die Angst beginnt hatte ich nach einem Besuch als Gastrednerin in einem Frauengefängnis. Der Roman basiert natürlich nicht auf einem bestimmten Fall. Ganz im Gegenteil. Aber die Geschichten der Frauen faszinierten mich und bildeten neben ein oder zwei zusätzlichen Wendungen die Grundlage für dieses Buch.
Ich habe es geliebt, Wo die Angst beginnt zu schreiben. Nicht nur wegen der Charaktere – insbesondere Evie und Cleo, deren Beziehung ich wirklich gerne ausgelotet habe –, sondern auch wegen einiger Schauplätze: das Haus auf der Klippe, die Galerie und der Gerichtssaal. Ich habe sogar den Old Bailey in London besucht, um einen Eindruck zu bekommen, wie das Staatsgericht funktioniert. Die Szene, in der der Gefängnistransporter in den unterirdischen Gang fährt, basiert auf dem Gefühl, das mich beschlich, als ich sah, wie einer hineinfuhr.
Meine neue Polizistin, Sergeant Stephanie King, hatte im Laufe der Jahre ihre eigenen Probleme – insbesondere in ihrer Beziehung zu einem leitenden Kriminalbeamten, die leider scheiterte. Für mich sind sie ein Beispiel für ein Paar, das sich aus den Augen verloren hat, und ich freue mich darauf, ihre Beziehung in zukünftigen Büchern weiter zu erforschen.
Ich schreibe immer gerne, aber dieses Buch hat in mir viele Emotionen ausgelöst – von Angst bis zu tiefer Traurigkeit –, und ich finde die Vorstellung schön, dass es bei meinen Lesern die gleichen Gefühle weckt.

Wo die Angst beginnt

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