Ranka Nikolić – Mord im Felsenmeer

Ranka Nikolić über ihr neues Buch »Mord im Felsenmeer«

Wussten Sie, dass Ranka Nikolić in Büchern immer zuerst die Danksagung liest?

Ranka Nikolić
© Arthur Berent - Fotostudio "All Eyes On You"
Würden Sie uns ein wenig über sich erzählen?
Hobbies:
Lesen, Reisen, Kino, ans Meer und ins Grüne gehen, Astronomie

Lebenssituation und der Traum vom Glück:
Es kommt vielleicht darauf an, wie man Glück definiert. Leider wissen wir oft erst nach Phasen des Unglücks zu schätzen, wie viel Glück wir schon erlebt haben und in welchen Lebensbereichen wir uns glücklich schätzen können.
Ich habe meinen Traum vom Glück verwirklicht, beruflich und privat. Ich bin dankbar für meine großartige Familie. Ich bin Autorin in Vollzeit und ich liebe meinen Beruf. Das ist für mich Glück.

Was mich ärgert:
Leute, die nur über sich (oder noch schlimmer: nur von ihren Problemen) erzählen.

Welche Gabe ich gerne besäße:
Ein Musikinstrument zu spielen. Früher spielte ich ein bisschen Gitarre, hörte aber irgendwann damit auf. Heute würde ich gerne Klavierspielen lernen. Ich komme einfach nicht dazu.

Wie kamen Sie zum Schreiben?
Ich habe als Teenager immer irgendwas geschrieben. Mit circa zwanzig fing ich an, einen Roman zu schreiben, aber der endete natürlich in der Schublade, so wie die beiden anderen Manuskripte. Manchmal gab es ein nettes Anschreiben dazu, indem ich ermuntert wurde, es weiter zu versuchen. Dann schrieb ich ein Jugendbuch, das 1995 bei Beltz & Gelberg erschien. Es war ein gutes Sprungbrett, aber trotzdem war der berufliche Weg noch lang. Ich habe dabei aber viel gelernt und hatte auch einige interessante Begegnungen, z.B.:
Mein Manuskript, das später unter dem Titel Rebeccas Freundin veröffentlicht wurde, hatte ich an ein paar Verlage geschickt. Nach über einem Jahr rief mich mittags die Lektorin von Ueberreuter an und ich erhielt die Zusage. Zwei Stunden später (!) rief Renate Nagel von Nagel & Kimche an und wollte das Buch ebenfalls machen. Auch wenn daraus nichts wurde, meinte sie, sie würde mich gerne auf der Buchmesse treffen. Dieses Treffen habe ich nie vergessen, auch wenn wir danach kein Projekt gemeinsam realisiert haben. Eine unglaublich nette Frau, die mich zu keiner Sekunde als Anfängerin behandelte.

Was inspiriert Sie/Wie finden Sie Ihre Themen?
Zunächst ist die Idee da. Dann spinne ich die Geschichte immer weiter und entwickle die Charaktere. Irgendwann fügt sich das alles zusammen. Erst dann setze ich mich hin und schreibe das Exposé, später das Manuskript. Die Geschichte muss in meinem Kopf komplett sein, bevor ich anfange.

An welchem Buch arbeiten Sie gerade?
Mord im Felsenmeer, der dritte Kroatien-Krimi mit der Ermittlerin Sandra Horvat. Diesmal ist das Setting die Insel Krk, wo auch der Mord geschieht. Ermittelt wird natürlich auch in Rijeka.

Haben Sie eine Lieblingsszene?
Ich liebe die Szenen, in denen die Putzfrau Ika auftritt. Wir neigen fast alle dazu, zu behaupten »Ich mag es, wenn jemand sagt, was er denkt.« Ika ist so jemand. Viele Freunde haben solch ehrliche Menschen nicht, weil wir eben NICHT wollen, dass der andere immer sagt, was er denkt. Eine gute Bekannte von mir hat übrigens viele Jahre diesen Job gemacht und als Putzfrau bei der Polizei in Rijeka gearbeitet, aber sie hat nicht viel mit Ika gemeinsam.

Haben Sie eine Lieblingsfigur?
Meine Ermittlerin Sandra Horvat und ihr Team. Sie sind schon so etwas wie gute Freunde geworden. (Ich weiß, das klingt schräg)

Gibt es bestimmte geographische Orte, zu denen Sie oder Ihr Buch einen besonderen Bezug haben?
Meine Kroatien-Krimis spielen in Rijeka. Mit dieser Stadt war ich konstant in Kontakt. Ich verbringe dort mehrere Wochen jährlich, habe auch mal anderthalb Jahre dort gelebt, als ich Anfang zwanzig war.

Was lesen Sie selber gerne?
Ich lese immer mehrere Bücher parallel, also z.B. einen Krimi, einen literarischen Roman, ein Sachbuch …
Ich lese fast alles. Science-Fiction und Politiker-Biografien lese ich nicht (eine Ausnahme war die Autobiografie von Barack Obama).

Wer sind Ihre Lieblingsautoren?
Das ändert sich natürlich von Zeit zu Zeit, aber konstant bzw. in den letzten Jahren sind es:
Jane Austen, Amy Tan, Marian Keyes, Frank Goosen, Nick Hornby, Paul Auster und Jo Nesbo.

Wer sind Ihre liebsten Romanhelden/-heldinnen?
Grundsätzlich mag ich Figuren, die ich mir im wahren Leben vorstellen könnte. Perfekt ist langweilig (im Roman und im wahren Leben). Sie sollen ihre Macken und ihre Facetten haben, die sich allmählich offenbaren.

Möchten Sie uns 3 Bücher für die einsame Insel empfehlen?
Der Prophet von Khalil Gibran, Selbstbetrachtungen von Marc Aurel und Das Buch der Menschlichkeit vom Dalai Lama.

Was ist für Sie die größte Versuchung?
Mehrere Monate oder ein Jahr irgendwo anders zu leben. Aber nicht auf einer einsamen Insel oder in einer europäischen Stadt. Lieber dort, wo einem der Kulturschock tagtäglich um die Ohren fliegt und man vorher die Sprache lernen muss. China oder Taiwan könnte ich mir gut vorstellen. Vielleicht mache ich das noch.

Verraten Sie uns Ihr Lieblingsrezept?
Ich habe mehrere Lieblingsrezepte, aber kein spezielles Lieblingsgericht.
Immer wieder gerne:
In München: Brezenknödel oder Semmelschmarrn
In Kroatien: Brudet oder selbstgemachte Pasta mit Trüffeln

Was ist für Sie die optimale Entspannung?
Lesen ist für mich die optimale Entspannung.

Haben Sie ein Lebensmotto?
Mein Lieblingszitat seit vielen Jahren ist von Mark Twain: »Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden.« Das ist ein gutes Lebensmotto, finde ich.
Mein persönliches Lebensmotto ist: Unbedingt vermeiden, was sich nicht richtig anfühlt. Man muss manchmal Kompromisse eingehen, aber sich zu etwas überreden zu lassen, geht selten gut.

Gibt es eine Person, die Sie persönlich fasziniert?
Es gibt einige bekannte Persönlichkeiten in der Vergangenheit und Gegenwart, die mich beeindrucken, bei denen man jeden Satz, den sie sagen, mit Textmarker versehen möchte. Es gibt auch Menschen, die ich persönlich kenne und großartig finde, weil sie Humor, Nachsicht und Souveränität besitzen. Aber letztendlich hat jeder Mensch auch seine unangenehme Seite, um nicht »dunkle Seite« zu sagen. Ein klein wenig vielleicht nur, was auch interessant sein kann – aber auch der Grund dafür ist, weshalb man niemanden idealisieren sollte.

Welche menschliche Leistung des letzten Jahrhunderts bewundern Sie am meisten?
Es gibt so viele, dass es unmöglich ist, sie aufzuzählen. Aber so ganz spontan:
Bücher wie Das Kapital oder Ulysses zu schreiben.

Dinge, die wir noch nicht über Sie wissen:
1. Ich habe einen Führerschein, fahre aber seit 20 Jahren nicht. Ich war eine gute Autofahrerin und meine Spezialität war das Einparken (Ich hätte stundenlang einparken können). Ich finde Autofahren nur einfach total langweilig. Fahren, bremsen, fahren, bremsen …. Und man kann nichts nebenbei machen, nur geradeausschauen. Furchtbar.
2. Ohne Schokolade kann ich nicht leben.
3. Wenn bei der Fußball-EM oder WM Deutschland oder Kroatien spielen, schalte ich Telefon und Handy aus. Ich drehe den Fernseher auf und versuche dann, nicht alles auf den Schiedsrichter zu schieben, wenn’s nicht so läuft. Und wenn’s gut läuft, haben sie es natürlich sowas von verdient :)
3. Ich lese kein Buch zweimal. Filme jedoch, kann ich mir mehrmals ansehen. Es gibt einfach so viele Bücher, die ich lesen will – und ich weiß, das ist unmöglich zu schaffen.
4. In Büchern lese ich immer zuerst die Danksagung.

Ein kurzer Gruß an Ihre LeserInnen:
Es ist wunderbar, wenn ich lese, dass mein Buch jemandem schöne Stunden beschert hat. Mein Ziel ist es, dass der Leser mein Buch in positiver Erinnerung behält. Ich hoffe, dass Sie beim Lesen genauso viel Spaß haben, wie ich, als ich es geschrieben habe!

Mord im Felsenmeer

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