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Rebecca Maly »Im Tal des Windes«

Rebecca Maly im Gespräch

„Im Tal des Windes“ spielt in Neuseeland, einem für uns fernen und unbekannten Land. Die fremde Landschaft und die Kultur der Maori spielen eine wichtige Rolle. Wie kamen Sie auf die Idee, über dieses Land zu schreiben? Inwiefern inspirieren fremde Landschaften Sie beim Schreiben?
Rebecca Maly: Neuseeland hat mich schon immer fasziniert. Es bietet eine einzigartige Mischung aus schroffen Bergen, Gletschern, undurchdringlichen, teils tropischen Urwäldern und zugleich sehr europäisch anmutenden Regionen. Den Maori begegnete ich zuerst in meinem Studium, wo ich den Gabentausch in der Polynesischen Kultur untersuchte. Die Idee von einer Beseelung der Dinge, dem „Taonga“, hat mich sehr fasziniert und wurde auch zu einem Element, das im Roman besondere Bedeutung hat.
Landschaften finde ich generell sehr inspirierend. Viele Ideen bekomme ich auf Spaziergängen. Farben, Gerüche, Klänge all das fließt in das „Romangefühl“ mit ein.

Sie erzählen die bewegende Geschichte einer jungen Frau, die ein ungewisses Schicksal annimmt und schließlich unter abenteuerlichen Umständen für ihr Glück kämpfen muss, in einer Zeit, in der Frauen nur sehr begrenzte Wahlmöglichkeiten hatten. Wie wurden Sie zu dieser mutigen und außergewöhnlichen Frauenfigur inspiriert?
Rebecca Maly: Für mich ist es immer sehr wichtig, historisch glaubwürdige Figuren zu schaffen, die dennoch für ihre Zeit besonders sind. Für mich reicht es oft, historische Quellen zu lesen und mich generell mit der Zeit zu beschäftigen und dann tauchen die Figuren aus dem Unterbewusstsein einfach auf. Johanna Chester ist so ein Fall. Ich denke, die Geschichten einiger Forscherehefrauen, die ihre Männer in fremde Länder begleiteten, standen hier Pate.

Sie sind Archäologin und historisch sehr bewandert. In Ihrem Roman schildern Sie sehr anschaulich und detailliert die politischen Wirren im Neuseeland des 19. Jahrhunderts und die Kämpfe zwischen den Siedlern und Maori. Zudem erzählen Sie auch, wie damals die Auswanderung für viele der einzige Weg in eine bessere Zukunft war. Wie wichtig war es Ihnen, die historischen Hintergründe genau darzustellen, und wie haben Sie für Ihren Roman recherchiert?
Rebecca Maly: Ich habe natürlich extrem viel gelesen und bei manchen Elementen wie Tätowierungen auch das Gespräch mit Kollegen gesucht. Zum Glück habe ich auch mehrere Freunde, die teils Jahre in Neuseeland verbracht haben. Sehr hilfreich war „Old New Zealand and other Writings“ von F.E.Maning. Das sind Berichte aus dem 19. Jahrhundert, welche die Landkonflikte zum Thema haben und auch sehr viel von der Maorikultur und Denkweise vermitteln. Die eine oder andere Freiheit habe ich mir natürlich erlaubt, was aber bei einem Roman nicht so schwer ins Gewicht fällt, wenn es der Erzählung förderlich ist und sich generell an kulturelle und politische Gegebenheiten hält.

„Im Tal des Windes“ ist auch ein großer Liebesroman. Johanna steht zwischen zwei Männern und muss sich fragen, ob sie ihrem Herz folgen soll und alle Konventionen missachten will. Was meinen Sie? Sollte man in der Liebe nur seinem Herzen folgen oder muss man ab und zu auch den Kopf einschalten?
Rebecca Maly: Am besten wäre wohl eine gesunde Mischung aus beidem, was natürlich in der Praxis nur selten funktioniert. Meistens tendiert man ja zu entweder-oder und das führt dann zu bekannten Katastrophen. Konventionen und Vernunft sind auch nicht immer das gleiche, wie bei Johanna und Liam zu lesen ist. Aber generell sollte man doch mehr auf sein Herz hören als auf die Vernunft. Heute haben wir zum Glück mehr Freiheit, das zu tun.


Wenn „Im Tal des Windes“ verfilmt würde, wie sähe Ihrer Meinung nach die ideale Besetzung aus?
Rebecca Maly: Oh, das ist eine interessante Frage. Hmmm. Also Liam Fitzgerald hat Ähnlichkeit mit einem jüngeren Hugh Jackman, für Abigail passt Renée Zellweger, Joaquin Phoenix könnte Thomas zwiespältigen Charakter sicher gut darstellen. Was Johanna angeht, überlasse ich dies der Fantasie der Leserinnen und Leser. Für die Maori haben vor allem historische Portraits als Vorlage gedient und ich kenne mich bei passenden Darstellern nicht so gut aus.

Im Tal des Windes Blick ins Buch

Rebecca Maly

Im Tal des Windes

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