SPECIAL zu Danny Wallace und seinen Büchern

Buchtrailer zu »Auf den ersten Blick«

Gibt es Liebe auf den ersten Blick? Jason glaubt nicht daran. Ganz im Gegenteil, seitdem ihn seine letzte Freundin verlassen hat, sieht er in Sachen Liebe schwarz. Bis er eines Tages einer jungen Frau beim Einsteigen in ein Taxi hilft. Sie schaut ihn an, und bei Jason macht es klick ...


Danny Wallace im Interview zu seinem Roman »Auf den ersten Blick«

„Auf den ersten Blick“ ist eine romantische Komödie, die in London spielt – wie wichtig ist der Schauplatz für den Roman?
Danny Wallace: In einer perfekten Welt wäre er wohl ungeheuer wichtig – und gleichzeitig überhaupt nicht. So wichtig wie eine der Hauptfiguren. London ist in „Auf den ersten Blick“ ja auch so etwas wie eine Hauptfigur, ein Charakter mit vielen verschiedenen Facetten. London ist leuchtend und schillernd, glamourös, kosmopolitisch und riesengroß. Aber es kann auch schmutzig, heruntergekommen und provinziell sein. Es gibt dort prächtige Plätze, feine Restaurants und weltberühmte Sehenswürdigkeiten, aber auch kleine Seitenstraßen und unbekannte Pubs und viele Geschichten, die nie jemand hören wird. Die schönsten Orte in London sind die, die typisch für die Stadt sind. Es gibt wohl in jeder Metropole solche Orte, egal ob es sich um Berlin, Paris oder Rom handelt. Doch ich hoffe, dass London in meinem Roman so lebendig wird, dass der Leser sofort der Ansicht ist, dass er nirgendwo anders hätte spielen können. Andererseits wollte ich die Geschichte nicht so sehr auf London beziehen, dass es befremdlich wirkt. Der Leser soll sich mit der Stadt identifizieren können wie mit einer Hauptfigur. Selbst wenn er London nicht kennt, so kennt er doch bestimmt einen Ort, der sich wie London anfühlt.

Würden Sie sich als romantisch bezeichnen? Was war das Romantischste, was Sie je in Ihrem Leben getan haben?
Danny Wallace: Ich bin sehr romantisch. Aber ich bin auch Brite, daher behalte ich das lieber für mich.

Glauben Sie an Liebe auf den ersten Blick?
Danny Wallace: Ja, davon habe ich gehört. Aber man hört ja viele Dinge. Ich glaube aber eher an Liebe auf den ersten Blick als an Gespenster.

Hatten Sie im realen Leben ein ähnliches Erlebnis mit einer Einwegkamera, oder wie sind Sie auf die Idee gekommen?
Danny Wallace: Ich habe oben in meinem Büro zwei Einwegkameras. Eine schießt Schwarz-Weiß-Fotos. Die besitze ich schon seit Jahren, und ich hatte sie neben mir liegen, als ich „Auf den ersten Blick“ geschrieben habe. Ich weiß nicht, woher ich sie habe oder was für Fotos darauf sind. Sie sieht aus wie ein typisches Hochzeitssouvenir, aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, welche Hochzeit das gewesen sein könnte. Auf jeden Fall ist der Film voll, und ich habe ihn noch nicht zum Entwickeln gebracht. Das würde ich wirklich gerne tun, aber noch kann ich der Versuchung widerstehen. Wahrscheinlich werden mich die Fotos völlig überraschen. Wer weiß, welche Momente meines Lebens darauf festgehalten wurden? Wo wohnte ich zu der Zeit, was machte ich da, mit wem war ich zusammen – und vor allem, was hielt ich damals für wichtig genug, um es für die Nachwelt festzuhalten? Irgendwann lasse ich den Film entwickeln. Ziemlich bald. Auf der anderen Einwegkamera sind Fotos von meinem Sohn. Ab und zu kommt er in mein Büro, setzt sich zu mir, öffnet vorsichtig meine Schubladen und wirft den Inhalt auf den Boden, sodass es hinterher aussieht, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Wenn ich den Film irgendwann entwickeln lasse, kommt wahrscheinlich so eine Art Daumenkino dabei heraus, in dem sich ein Kind in einen kleinen Jungen verwandelt.

Sie haben bereits einige Sachbücher geschrieben. „Auf den ersten Blick“ ist Ihr erster Roman. Was war der größte Unterschied beim Schreiben?
Danny Wallace: Dass ich die Menschen nicht kannte, über die ich schrieb. Am Anfang wusste ich nicht, wer sie waren oder was mit ihnen geschehen würde. Aber dann lernte ich sie näher kennen, und eines Tages, als ich mir gerade in der Küche einen Tee machte, traf mich schlagartig die Erkenntnis: Eigentlich kenne ich sie ja sehr gut. Danach war alles viel leichter. Eine Figur, Abbey, sollte eigentlich nur einen Satz sagen. Aber irgendwie mochte ich sie und spendierte ihr einen weiteren Satz. Zu meiner Überraschung hörte sie gar nicht mehr auf zu reden und wurde schließlich eine zentrale Figur in meinem Roman. Das hat mich verblüfft. Ich dachte ja, als Autor hätte man seine Bücher unter Kontrolle.

Welche zeitgenössischen Autoren lesen Sie?
Danny Wallace: David Nicholls, Nick Hornby und John Niven. Das sind tolle Schriftsteller.

Irgendwann hat man sich an Jason und Dev gewöhnt und hat sie richtig lieb gewonnen. Ist denn eine Fortsetzung geplant?
Danny Wallace: Nein, erst mal nicht. Ich habe eine ganz andere Idee. Es ist eine ziemlich fantastische Geschichte, die allerdings im wirklichen Leben spielt. Eine Mischung aus „Auf den ersten Blick“ und „Der Ja-Sager“. Vielleicht gönne ich den beiden ja einen Gastauftritt.

Die Filmrechte sind ja bereits verkauft, daher die naheliegende Frage: Welche Schauspieler sollten Jason, Dev und Shona spielen?
Danny Wallace: Uff. Eine schwierige Frage. Ich habe mal in einer Zeitschrift eine Parfümwerbung gesehen, und bei der Frau in der Anzeige – sie war kein berühmtes Model oder so –, da dachte ich sofort: Das ist Shona. Was Jason und Dev angeht, da macht sich vermutlich jeder Leser ein anderes Bild von ihnen.