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SPECIAL zu Tina Wolf

Interview mit Tina Wolf zu »Mit zwei Pampelmusen auf den Himalaya«

Lisa ist eigentlich ein Glückspilz, denn bisher haben sich ihre Wünsche stets erfüllt. Dann aber klappt etwas sehr Wichtiges mal nicht und sie muss lernen, das zu akzeptieren – und trotzdem glücklich zu sein. Was macht für Sie Glück aus? Ist es eine Haltungssache?
Tina Wolf: Auch das Glück macht mal Urlaub, das kennen wir ja alle. Wichtig ist es dann nur, nicht zu vergessen, dass es da war und sicher wieder kommt und natürlich das Positive trotzdem noch zu sehen. Das gelingt natürlich nicht immer. Wenn z.B. das „Einfachste der Welt“, ein Kind zu bekommen, nicht klappt, ist es schon eine große Herausforderung, in so einem Moment noch irgendwo etwas Positives zu erkennen. Dabei wäre es allein schon mal richtiges Glück, einen tollen Partner zu haben, den man liebt, egal was passiert. Eine grundsätzliche positive Einstellung hilft aber auf alle Fälle, auch schlimme Phasen durchzustehen und über diese „Urlaubszeit“ des Glücks hinwegzusehen. Und wer weiß? Vielleicht kommt das Glück ja gut gelaunt und erholt zurück und legt dann richtig los...

Sie schreiben humorvoll aber auch sehr berührend über die Höhen und Tiefen, durch die ein Paar in der Kinderwunschzeit geht. Zwischendurch gehen die beiden sich ganz schön auf den Geist und drohen, auseinanderzudriften. Was braucht eine Beziehung, um eine so turbulente Zeit zu überstehen? Was braucht es Ihrer Meinung nach für eine gute Beziehung?
Tina Wolf: Auch die Paare, die ein Kind bekommen haben, brauchen gute Nerven, müssen als Team funktionieren. Für viele beginnt die Zeit der „Prüfung“ oder ihre „Belastungsprobe“ allerdings schon bei dem Wunsch nach einem Kind. Wer einen Kinderwunsch hat, der eben nicht sofort in Erfüllung geht oder vielleicht für lange Zeit erst einmal gar nicht, der kann emotional an seine Grenzen kommen, sich, seine Partnerschaft, einfach alles in Frage stellen. Denn es geht ja darum: Warum klappt es nicht? Warum nicht bei uns? Warum passiert das ausgerechnet mir? Gerade für die Frauen, die von der Natur ja für Schwangerschaft, Geburt, Stillzeit vorgesehen sind, ist es – zumindest für die meisten - zutiefst kränkend, wenn es damit nicht klappt. Nur wer einen starken Partner hat oder selber stark ist, schafft es, so eine schwere Zeit durchzustehen. Man braucht dafür Solidarität, Verständnis, die Bereitschaft miteinander (darüber) zu sprechen. Ein Geheimrezept für eine funktionierende Beziehung habe ich nicht, aber wenn man sich wirklich liebt, dann – davon bin ich überzeugt – schafft man es einen Weg zu finden, das Glück nicht ganz aus dem Blick zu verlieren.

Sie haben ein besonderes Gespür für Situationskomik, den Zauber des Augenblicks und witzige Dialoge. Wo holen Sie sich Ihre Inspiration? Oder denken Sie sich das alles aus?
Tina Wolf: Ich denke mir das Wenigste aus. Meist mache ich – wie ja die meisten anderen Autoren vermutlich auch – etwas aus dem, was ich erlebe, was um mich herum passiert. Tatsächlich bin ich mit einem imaginären Schild auf die Welt gekommen, auf dem steht: „Bitte erzählen Sie mir Ihr Leben!“ Egal ob auf dem Wochenmarkt oder im Bus: Wildfremde Menschen teilen mir innerhalb von wenigen Minuten etwas aus ihrem Leben mit. So wie kürzlich eine Frau auf dem Bauernhof, auf dem ich nur kurz einen Kürbis kaufen wollte. Ohne dass ich mit dem Thema angefangen hatte, erzählte sie mir innerhalb kürzester Zeit von ihren Eizellen (und ihren künstlichen Befruchtungen). Dabei wollte ich ja nur einen Kürbis. Zu meiner Ausstattung als Mensch habe ich außer einem ausgeprägten Sinn für Humor und noch eine extrem lange Antenne bekommen. Die hat Vor- und Nachteile. Fakt ist: Ich bekomme manchmal mehr mit als mir lieb ist. Und dann frage ich mich: Wofür war das jetzt gut? Ach ja, ich schreib ja Bücher!

Wo, wann und wie schreiben Sie am liebsten?
Tina Wolf: Wenn es absolut still ist. In meinem Kopf ist so viel los, da halte ich es nicht aus, wenn nebenbei auch noch der Geschirrspüler piept, der Nachbar klingelt, der Handwerker Fragen hat oder es meinem Mann einfällt, dass er mich ja schon den ganzen Vormittag küssen wollte. Wobei Letzteres auch mal zwischen den Zeilen geht.

Wenn »Mit zwei Pampelmusen auf den Himalaya« verfilmt würde, wie sähe dann für Sie die ideale Besetzung aus?
Tina Wolf: Die Schauspieler sollten auf alle Fälle von Mutter Natur eine Spur Komik oder Humor mitbekommen haben. Vielleicht Christian Ulmen? Bei der Partnerin würde ich ihm dann auch Mitspracherecht gewähren. Er müsste schließlich – wenn auch nur im Film - ein Kind (mit) von ihr wollen ...

Mit zwei Pampelmusen auf den Himalaya Blick ins Buch

Tina Wolf

Mit zwei Pampelmusen auf den Himalaya

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