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Special zu Michaela Seul und ihren Kriminalromanen

Interview mit Michaela Seul zu »Sonst kommt dich der Jäger holen«

»Sonst kommt dich der Jäger holen« ist bereits Ihr zweiter spannender Kriminalroman um das Ermittlerduo Franza und ihren Hund Flipper. Worum geht es dieses Mal?
Michaela Seul: Franza und Flipper bekommen es mit der Russenmafia zu tun, denn Flipper buddelt im Wald ein Maschinengewehr aus. Damit löst er eine Kette dramatischer Ereignisse aus, die in einen Mordauftrag münden: Franza muss weg.

Hoffentlich greift der Kriminalhauptkommissar Felix Tixel hier wieder ein!
Michaela Seul: Selbstverständlich. Schließlich ist Flippers liebstes Gassi-Gebiet gleichzeitig das Revier von Felix Tixel: das Fünfseenland um München.

Warum heißt der Hund ausgerechnet Flipper? Da denkt man ja eher an See, denn Hund!
Michaela Seul: Mein Hund ist auch eher ein Seehund als Labrador. Und ich selbst schwimme sehr gern. Aber der Name ist wohl schon in meiner Kindheit entstanden: Ich habe mir immer einen Hund gewünscht – und weil der echte auf sich warten ließ, verwandelte ich mich eben selbst in Lassie. Auch die Flipperserie im Fernsehen schaute ich gern an und die Titelmelodie: Mein Freund ist Flipper kann ich heute noch singen. Aus diesen beiden Fährten ist der Hund Flipper entstanden.

Gibt es für Flipper auch ein reales Vorbild?
Michaela Seul: Ja! Es ist schwarz, weiblich und hat seit einigen Wochen einen Blog: Luna erzählt vom Hundeleben als Muse einer Schriftstellerin mit den Hobbys BALListische Ermittlungen, Durchschnüffelungen, Napfreinigung: www.flipper-privat.de

Da verrät sie uns wohl hoffentlich das eine oder andere Geheimnis?
Michaela Seul: Allerdings, denn ich stehe unter ständiger Beobachtung!

Viele Leserinnen interessieren sich besonders dafür, wie es mit Franza und Felix weitergeht. Es geht doch weiter?
Michaela Seul: Natürlich. Anders hätte ich es selbst nicht ausgehalten. Als der erste Teil „Alle Vögel fliegen hoch“ fertig war, hatte ich eine Weile so etwas Ähnliches wie Liebeskummer. Ich vermisste meine drei Helden sehr, an die ich mich so gewöhnt hatte. Viele Leser schrieben mir, dass sie unbedingt wissen wollten, ja müssten, wie es mit den beiden weitergeht. Nun haben sie über ein Jahr gewartet. Danke für die Geduld!
Ich verrate an dieser Stelle gern, dass sich Franza und Felix auf ihre Art und Weise annähern, was die Beziehung nicht gerade leichter macht. Sie ist sehr leidenschaftlich, und Franza ist nach wie vor sehr speziell, sodass es zu einigen Irrungen und Wirrungen kommt.

Aber am Ende kriegen sie sich?
Michaela Seul: Das wollen wir mal hoffen ☺.

Also sind Franza und Flipper nicht nur für Hundeliebhaber ein Lesegenuss?
Michaela Seul: Davon bin ich überzeugt. Viele Krimis haben ja heutzutage noch ein Extra. Ob es das Hobby eines Kommissars ist oder sein alter Vater, eine ungewöhnliche Art der Ermittlung ... Mein Buch ist ein KriminalROMAN, der auch ohne Hund funktionieren würde. Aber der Flipper, der ist halt das Sahnehäubchen. Und es macht mir sehr viel Freude zu erzählen, was im Leben meiner drei Helden passiert.

Wissen Sie das selbst immer? Machen Sie sich vorher einen Plan?
Michaela Seul: Beim ersten Buch hatte ich keinen Plan, und das habe ich zuweilen bereut. Ich schreibe am liebsten, ohne zu wissen, wie ein Buch endet. Denn wenn ich mir vorher alles ganz genau ausdenke, brauche ich das Buch nicht mehr zu schreiben. Ich verfasse ja nicht nur Krimis, arbeite auch in anderen Genres, zudem als Ghostwriterin. Mittlerweile habe ich über 50 Titel veröffentlicht. Doch bei einem Krimi ist es schon wichtig, dass man weiß, wo er endet. Bei „Sonst kommt dich der Jäger holen“ habe ich also einen Plan gemacht.

Und sich daran gehalten?
Michaela Seul: Zu achtzig Prozent. Irgendwann kommt immer der Punkt, da machen die Figuren, was sie wollen. Ich möchte, dass Franza und Flipper nach rechts gehen, aber Franza läuft mit Felix nach links, und Flipper buddelt nach Mäusen. Da kann man nichts machen. Sobald die Figuren lebendig werden – als Schriftstellerin hauche ich ihnen sozusagen Odem ein – muss man sie laufen lassen. Sie haben immer Recht, sobald sich ihre innere Stimme entwickelt. Da kommt es dann darauf an, sich nicht mehr einzumischen, ihnen nur noch dienend zur Seite zu stehen, das Alphabet zu schütteln und ihnen die Buchstaben zur Verfügung zu stellen, die sie benötigen, um das zu tun, was sie wollen.

Das klingt, als würde es Spaß machen?
Michaela Seul: Macht es! Meistens. Manchmal ist es aber auch Knochenarbeit. Eine der am häufigsten strapazierten Körperregionen ist das Sitzfleisch.

Und dazwischen Gassi gehen?
Michaela Seul: Freilich. Ich mache auch sehr viel Sport und dabei und beim Laufen mit Luna habe ich oft die besten Ideen.

Sie schreiben gerade den dritten Teil?
Michaela Seul: Ja. Er wird Verbiss heißen und voraussichtlich im November erscheinen. Im Moment sind hundert Prozent der Story klar durchdacht, meinerseits. Mal sehen, wie genau ich mich, nein, wie genau sich die drei an meinen Plan halten werden!

Dann wünschen wir Ihnen viel Erfolg und Freude beim Schreiben.
Michaela Seul: Und ich wünsche allen meinen Leserinnen und Lesern genauso viel Freude beim Lesen!