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Hannes Jaenicke: Wut allein reicht nicht

SPECIAL Hannes Jaenicke: Wut allein reicht nicht

Zehn Thesen zum Umwelt- und Tierschutz von Hannes Jaenicke

1. Wir dürfen die Verantwortung für diese Erde nicht der Regierung überlassen. Denn es geht nicht um ein paar Prozentpunkte der Mehrwertsteuer, sondern um ein paar Grad der Erderwärmung.

2. Das Dümmste, was wir tun können, ist zu resignieren. Das Klügste, was wir tun können, ist, unsere stärkste Waffe zu benutzen: unseren Geldbeutel.

3. Wer sich immer wieder ein nagelneues Handy kauft, kurbelt das Coltan-Geschäft an und schadet damit den Gorillas, deren Lebensraum für den Coltan-Abbau zerstört wird.

4. Der Kampf um die Rettung der vom Aussterben bedrohten Orang-Utans ist ein Kampf gegen Macht- und Geldgier und gegen Perversion. Zugleich ist er ein Sinnbild für den Umgang des Menschen mit der Natur.

5. Jährlich werden in Indonesien mehr als zwei Millionen Hektar Wald vernichtet – für den Tropenholzexpoprt, für Sojaanbau, für Palmölplantagen. Das sind fünf Fußballfelder pro Minute, rund um die Uhr, Tag für Tag. Palmöl steckt in Tausenden unserer Alltagspro-dukte: Nutella, Labello, Kitkat, Kosmetik, Wasch- und Putzmittel u.v.m. Aber die Regen-wälder, die zum Abbau von Palmöl gerodet werden, speichern anderthalbmal so viel Kohlenstoff, wie sich in der Atmosphäre befindet. Orang-Utan-Schutz und Vermeidung von Palmöl heißt damit auch Klimaschutz!

6. Im Meer werden 30 Prozent des weltweiten CO2 gelöst und bis zu 70 Prozent unseres Sauerstoffs produziert. Wenn der Mensch das Ökogleichgewicht im Meer zerstört, zer-stört er damit eine seiner wichtigsten Lebensgrundlagen.

7. Der Fisch auf unseren Tellern kommt von immer weiter her und die Nachfrage nach Fisch steigt stetig. Deutschland gehört zu den Top Five der europäischen Haifleischim-porteure. Doch da der Hai ein Speisefisch mit Akzeptanzproblemen ist, wird er uns vor-wiegend unter Fantasienamen aufgetischt: Seeal, Meeral, Schillerlocke, Kalbsfisch, Speckfisch, Karbonadenfisch, Steinlachs, Surimi etc. Der vermeintlich gesunde Fisch ist, wenn er vom Haifisch stammt, hoch methylquecksilbervergiftet. Dieses Gift gilt nicht nur als krebserregend, sondern löst auch nachweislich schwere kognitive Störungen aus. Hai zu verzehren ist also ein Spiel mit dem Feuer.

8. Die Delfin-Therapie, die Kinder gesund machen soll, macht Delfine krank. Das isolierte Dahinvegetieren unter Freiheitsentzug in einer eintönigen Umgebung hat mit den natürlichen Verhaltensweisen dieser hochentwickelten Lebewesen nichts zu tun.

9. Jeder Deutsche verbraucht pro Tag durchschnittlich 127 Liter Trinkwasser. Wie jede natürliche Ressource ist auch Wasser begrenzt. Und wer an der Quelle sitzt, hat die Macht.

10. Aufgrund der Klimaerwärmung friert das Eis in der Arktis immer später zu und taut schon wieder früher auf, was den Eisbären ihren Lebensraum nimmt. Da der Eisbär nur über die Zunge transpirieren kann, kann er bei zu großer Hitze innerlich verkochen. Trotz der alarmierenden Bedrohung des Eisbären wird dieser gejagt – nicht aus Notwendigkeit, sondern aus purer Lust am Töten.

[... und es gibt noch so viel mehr zu sagen ...]

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Mehr zu Hannes Jaenickes Engagement, den bedrohten Tierarten und seinen Einsätzen zum Artenschutz finden Sie auf der Homepage zum Buch.Hier finden sie auch eine Do-It-Yourself-Liste mit deren Hilfe Sie Ihren ganz persönlichen Beitrag zum Artenschutz leisten können:

www.wut-allein-reicht-nicht.de