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Nicci French - Seit er tot ist

SPECIAL zu Nicci French

Das Autoren-Duo stellt sich vor


Sean French
Ich wuchs in Nordlondon auf. Mein Vater war ein Kunstkritiker (er ist noch immer ein Filmkritiker beim Observer) und ich habe in meiner Kindheit viel Zeit damit verbracht, ins Kino, ins Theater oder in Ausstellungen zu gehen (ich habe auch Rugby und Gitarrensolos auf meinen Tennisschläger in meinem Zimmer gespielt). Meine Mutter ist aus Schweden, und wir haben unsere Sommer immer in der ländlichen Provinz von Varmland in Schweden mit Angeln, Schwimmen und Pilzesammeln verbracht.

Nachdem ich mit neun meine Pläne als Fußballer und mit zwölf meine Karriere als Tennisstar aufgegeben hatte, habe ich niemals wirklich in meinem Leben etwas anderes machen wollen als schreiben. Also ging ich nach Oxford an die Universität und studierte Englische Literatur. Nicci war zur gleichen Zeit dort und studierte das gleiche, doch wir sind uns nie begegnet. Wenn ich zurückblicke, erinnere ich mich an Bruchstücke – Tennis auf Rasenspielplätzen, nächtliche trunkene Gespräche, versteckte Parks – und an die Literatur, die außerhalb der Universitäten – leider – niemand liest: Chaucer, Spencer, Milton, Samuel Richardson.

Nach der Universität bin ich in den Journalismus reingerutscht, ich schrieb für die Sunday Times Buch- und Filmkritiken, interviewte Autoren und Filmregisseure. Zwischen zwanzig und dreißig genoss ich (meist) unmittelbare Genugtuung in dieser Form: Man schreibt heute einen Artikel, morgen wird er veröffentlicht, übermorgen ist er Vergangenheit.

Bis ich Nicci traf, hatte ich immer beinahe endlos viel Zeit und nie einen Text verfasst, der länger war als ein paar tausend Worte. Nachdem wir uns getroffen hatten, musste ich plötzlich auf zwei, dann drei, dann vier Kinder aufpassen. Meine freie Zeit war weg, mein Schlaf auch. Ich war meistens erschöpft, doch irgendwie hatte ich die Energie, mit dem Schreiben von Büchern anzufangen. Ich schrieb Romane, eine Biographie, Filmbücher, und als ich meinen zweiten Roman im Herbst 1994 beendet hatte, hatten Nicci und ich eine Idee. Kann man ein Buch zusammen schreiben?

Nicci Gerrard
Ich kann mich nicht erinnern, wann ich je nicht schreiben wollte. Als ich sehr klein war und in einem großen heruntergekommenen Haus mit einer großen, engen, streitfreudigen Familie auf dem Land aufwuchs, wollte ich immer schreiben, wenn ich mal groß sein würde. Ich las leidenschaftlich alles, was ich in die Hände kriegen konnte, veraltete ledergebundene Enzyklopädien von meinen Großeltern, Romane, Kochbücher – und ich schrieb eifrig und viel, mit dem gesunden Selbstvertrauen eines Kindes. Ich verfasste Geschichten über Meerjungfrauen, verborgene Welten und verlorene Hunde, Theaterstücke, die meine Familie und Freunde spielen mussten, schlechte Gedichte, gefühlsbetonte Tagebücher.

Als Teenager bestand ich weiterhin darauf, dass ich einmal Schriftstellerin werden würde, auch während meines Literaturstudiums an der Universität in Oxford hielt ich noch immer an der Idee eines Lebens als Autorin fest, auch wenn mein Selbstbewusstsein schon leicht angekratzt war. Zwischen zwanzig und dreißig – als ich meinen ersten Mann heiratete, in einem Heim für emotional zurückgebliebene und gestörte Kinder arbeitete, eine Zeitschrift über Frauen in der Kunst mitgründete, Erwachsene unterrichtete, zwei Kinder bekam und mich wieder scheiden ließ, geriet das Schreiben ins Hintertreffen. Ich konnte nicht schreiben, ehe ich nicht Zeit fand, oder die richtige Geschichte fand oder etwas Ruhe in mein Leben kehrte. Eigentlich gibt es nie den richtigen Moment, um mit dem Schreiben anzufangen, sondern immer gute Gründe dafür, es sein zu lassen.

Ich traf Sean, als ich dreißig war. Ich hatte einen zweijährigen Sohn (der nie schlief) und eine einjährige Tochter; ich hatte eine Stelle bei der Zeitung The Observer. Ich hatte wenig Geld und keine Zeit – und als unsere beiden Töchter in den darauffolgenden Jahren geboren wurden und unser Leben in ein häusliches Chaos verwandelten, hatte ich noch viel weniger Zeit. Und dennoch beschlossen wir plötzlich, einen Roman zusammen zu schreiben, einfach nur um zu sehen, ob es überhaupt geht.

Seither sind unsere Kinder groß geworden, zwei sind ausgezogen und wir haben elf Romane zusammen geschrieben. Vielleicht ist Schreiben ein Zustand nahe dem Wahnsinn, es ist auf jeden Fall eine Leidenschaft und ein Zwang. Man schreibt, weil man muss. Und Sean und ich müssen noch.

Dunkler Donnerstag Blick ins Buch

Nicci French

Dunkler Donnerstag

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