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Special zu Riad Sattouf »Der Araber von morgen«

»EINE GRAPHIC NOVEL FÜR LEUTE, DIE KEINE GRAPHIC NOVELS LESEN«
Interview mit Riad Sattouf

Was war der Auslöser für Sie, über Ihre Kindheit
zwischen arabischer Welt und Europa zu schreiben?


Ich wollte schon lange davon erzählen, wie ich aufgewachsen bin. Aber es fiel mir schwer, den richtigen Ton und die richtige Form zu finden. Außerdem fehlte mir mir das Ende der Geschichte. Als dann der Krieg in Syrien ausbrach, musste ich einem Teil meiner Familie, der immer noch in Homs lebte, helfen zu fliehen. Aber Frankreich verweigerte die nötigen Genehmigungen. Und ich sagte mir: Wenn ich es schafffe, dass sie ausreisen können, werde ich die Geschichte von Anfang an erzählen. Und so kam es.

Syrien ist momentan jeden Tag in den Nachrichten. Welche Erinnerungen kommen da bei Ihnen hoch?

Ich habe eine sehr lebendige Erinnerung an meine Kindheit und kenne Syrien seit den achtziger Jahren - darüber schreibe ich. Aber das Land hat sich seither stark verändert.

Warum wollte ihr Vater, dass Sie und Ihr Bruder in Syrien und Libyen aufwachsen, was war sein Ziel?

Mein Vater kam aus sehr armen, bäuerlichen Verhältnissen, doch dank der Schule konnte er studieren und seinen Doktor an der Sorbonne machen. Er wollte immer eine moderne, aufgeklärte und gebildete arabische Welt. Er war aber in Wirklichkeit weder für Freiheit noch für Demokratie ... Eine paradoxe Persönlichkeit, er wollte Bildung in die arabische Welt bringen, aber genauso träumte er davon, sie mit Brutalität zu regieren.

Was sieht der kleine Riad, was die Erwachsenen nicht sehen?

Im Buch gibt es zwei Ebenen: den unschuldigen Blick des Kindes, das die Welt so nimmt wie sie ist, das nicht urteilt, das bei schlimmen Sachen mitmacht, ohne sich dessen bewusst zu sein und das seinen Vater vergöttert.
Und es gibt die Stimme aus dem Off, die den Leser begleitet und ihn in die Zusammenhänge und die Geschichte einweiht.

Inwiefern bietet die Graphic Novel dabei besondere Ausdrucksmöglichkeiten?

Comics haben sich stark verändert, sie sind heute weit mehr
als ein Reservat für Fantasy oder Superhelden. Heute kann man
alles als Comic erzählen, die Graphic Novel ist mein Ausdrucks-
mittel schlechthin. Mit Der Araber von morgen wollte ich eine
Graphic Novel erschaffen für Leute, die keine Graphic Novels
lesen oder mögen. Das war mein Ziel.

Als Sie klein waren, hatten Sie da wirklich blonde Haare?

Natürlich! Ich hatte bis ins Teenageralter blonde Haare!
Ich begann mein Leben als Elfe ... und wurde zum Troll.
Aber die Elfenzeit habe ich nie vergessen!

Der Araber von morgen, Band 1 Blick ins Buch

Riad Sattouf

Der Araber von morgen, Band 1

Kundenrezensionen (10)

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