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»Die Republik« von Joost de Vries, Heyne Encore

Special zu »Die Republik« von Joost de Vries, Heyne Encore

Schonungslos, rasant, voller Humor und Referenzen – Joost de Vries‘ Gesellschafts- und Akademikersatire ist intellektuell und dabei wahnsinnig unterhaltsam.

In seinen Fernsehbeiträgen war der berühmte Historiker Josip Brik stets bereit, wissenschaftliche Genauigkeit etwas zu vernachlässigen, wenn es um die wirkungsvolle Ausgestaltung der historischen Grundlagen ging. Seine Spezialität: Die filmische Inszenierung Hitlers. Als er aus dem Fenster eines Amsterdamer Hotelzimmers stürzt und tödlich verunglückt, ist niemand trauriger darüber als Friso de Vos, Nachwuchswissenschaftler und Briks rechte Hand an einem amerikanischen College.

Mitten in der Trennungsphase von seiner langjährigen Freundin Pippa, kann Friso sich nun jedoch wenigstens mit der Aussicht trösten, Briks legitimer Nachfolger in Fernsehen und Wissenschaft zu werden. Stattdessen muss er mitansehen, wie ein gewisser Philip de Vries überall Interviews zum Tod ,seines‘ Mentors Josip Brik gibt. Friso hat von ihm jedoch noch nie etwas gehört. Bei einem Historikerkongress in Wien sieht er die Möglichkeit, die Angelegenheit klarzustellen.

Als er dort eintrifft, wird er irrtümlicherweise für Philip de Vries gehalten – und spielt mit. Dabei versucht er, sich (und damit den echten Philip) vor den versammelten Wissenschaftlern und Journalisten der Lächerlichkeit preiszugeben. Doch er treibt das Spiel noch weiter und beginnt sich immer mehr mit seiner Rolle zu identifizieren. Als er mit der belgischen Kunsthändlerin Nina Barth im Bett landet, gelingt es ihm sogar, sich einzureden, er habe Pippa nicht betrogen. Schließlich habe ja Philipp mit Nina geschlafen und nicht Friso.

Aber seine neue Identität bringt ihm nicht nur Vorteile: Auch Mitglieder der „Befreiung Rechter Arm“, einem radikalen Künstlerkollektiv, das den Hitlergruß wieder salonfähig machen möchte, halten ihn für Philip und wollen ihn für sich gewinnen. Zudem taucht plötzlich ein dubioser Kunstsammler namens Sweder Bugers auf und drängt Friso dazu, das verlorene Bauelement von Speers Germania-Modell ausfindig zu machen, über das der echte Philip einen Aufsatz für ein Hitler-Studien-Magazin geschrieben hat.

Ehe er weiß, wie ihm geschieht, findet sich Friso im Keller eines zwielichtigen Wiener Antiquariats wieder, wo ein „gewisses Klientel“ verbotene Artefakte erwerben kann. Schnell ist Friso klar: Die dort befindlichen Hakenkreuze sind nicht als Requisite für Filmsets gedacht.

Bei einem Historiker-Bankett im Schloss Schönbrunn trifft er dann auf den richtigen Philip. Die beiden schließen Frieden, aber dieser hält nicht lange an. Denn Burgers und seine Komplizen bemerken nun, dass sie reingelegt worden sind. Philip wird derweil von der „Befreiung Rechter Arm“ auf die Bühne gebeten. Als sich Aufregung breit macht, sieht Friso seine Chance gekommen, dem Wahnsinn zu entfliehen und sich auf die Suche nach einer Lösung für die verfahrene Situation zu begeben.

Joost de Vries ist mit »Die Republik« eine so absurde wie spannende Wissenschafts- und Gesellschaftssatire gelungen, die Anspielungen aus Literatur und Philosophie, Comics und Computerspielen zu einem packenden Roman über Täuschung und Selbsttäuschung, Ehrgeiz und die Grenzen zwischen Geschichte und Unterhaltung verbindet.

Die Republik Blick ins Buch

Joost de Vries

Die Republik

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