Die Stadt des Affengottes

Douglas Preston

Eine wahre Indiana-Jones-Geschichte - eine archäologische Sensation

Schon seit dem 16. Jahrhundert gab es Gerüchte über eine Provinz im Regenwald von Honduras, deren Städte reich und prachtvoll seien, ganz besonders die Weiße Stadt, auch Stadt des Affengottes genannt. Immer wieder machten sich Abenteurer und Archäologen auf die Suche nach den Zeugnissen dieser Zivilisation, die offenbar nicht zu den Mayas gehörte. Manchmal stießen sie tatsächlich auf Ruinen, aber eine wirkliche Erforschung war in dem von giftigen Schlangen und tödlichen Krankheitserregern verseuchten und vom Dschungel überwucherten Gelände unmöglich. Erst die moderne Lasertechnik, mit deren Hilfe das Gelände aus der Luft gescannt wird, ermöglichte genauere Hinweise, wo sich größere Ansiedlungen befinden. Um sie vor Ort zu untersuchen muss man sich allerdings auch heute noch auf den beschwerlichen Weg durch den Dschungel machen. Der Schriftsteller und Journalist Douglas Preston schloss sich kürzlich einer archäologischen Expedition an. Sie fand tatsächlich die eindrucksvollen Ruinen einer untergegangenen Stadt, aber sie zahlte am Ende auch einen hohen Preis.

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Preston, Douglas
© Deborah Feingold

Douglas Preston

Douglas Preston wurde 1956 in Cambridge, Massachusetts, geboren. Er studierte in Kalifornien zunächst Mathematik, Biologie, Chemie, Physik, Geologie, Anthropologie und Astronomie und später Englische Literatur. Nach dem Examen startete er seine Karriere beim "American Museum of Natural History" in New York. Eines Nachts, als Preston seinen Freund Lincoln Child auf eine mitternächtliche Führung durchs Museum einlud, entstand dort die Idee zu ihrem ersten gemeinsamen Thriller, "Relict", dem viele weitere internationale Bestseller folgten. Douglas Preston schreibt auch Solo-Bücher ("Der Codex", "Der Canyon", "Credo", "Der Krater") und verfasst regelmäßig Artikel für diverse Magazine. Er lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern an der US-Ostküste. Mario Spezi ist ein mehrfach ausgezeichneter italienischer Journalist, der über viele der großen Verbrechen in seinem Heimatland geschrieben hat - von Mafiaaktivitäten bis Terrorismus.

Interview mit Douglas Preston

Wie kam es dazu, dass Sie an der Expedition teilnahmen?

DP:
Schon seit Jahren verfolgte ich die Suche nach der verschollenen
Stadt, von der ich zum ersten Mal im Jet Propulsion Laboratory*
in Kalifornien gehört hatte. 2012 begleitete ich als Autor des New
Yorker die Vermessung der entlegenen Region der Mosquitia im
größtenteils noch ebenso unberührten wie unerforschten Urwald
von Honduras mittels Laser, die dabei entdeckten Ruinen erkundeten
wir 2015 und 2016 in Expeditionen, diesmal war ich für National
Geographic mit dabei.

Wie war es für Sie, an einem Ort zu sein,
den seit Jahrhunderten kein Mensch mehr betreten hat?


DP:
Es war in vielerlei Hinsicht eines der beeindruckendsten Erlebnisse
meines Lebens. Wir kamen in eine untergegangene Welt, einen
unberührten Regenwald, dessen Tiere nie zuvor einem Menschen
begegnet waren und ohne jede Angst unser Lager betraten. Der
Dschungel war so dicht, dass wir, als wir zum allerersten Mal die
Ruinen aufsuchten, nichts sahen – außer Vegetation. Der Archäologe,
der unsere Expedition anführte, besaß zwar ein GPS-Gerät,
das uns verriet, wo wir uns befanden. Aber wenn er mit der Hand
irgendwohin zeigte und sagte: „Da drüben, 30 Fuß entfernt, ist eine
Pyramide“, erkannten wir sie erst dann, wenn wir unmittelbar zu
der besagten Stelle hingegangen waren. Aber nachdem wir die ersten
Flächen freigelegt hatten, traten die Umrisse der Stadt zutage –
Plätze, Erdwälle, Terrassen, eine Pyramide.
Der aufregendste Moment war der, als wir am Fuße der Pyramide
schön gearbeitete Steinskulpturen entdeckten, womöglich Opfergaben.
Nur ihre Häupter ragten aus dem Boden – Jaguare –, außerdem
fanden wir Krüge, die mit Schlangen und Geiern verziert
waren, Throne, in die Tierköpfe und absonderliche Muster eingeritzt
waren. Es war ein überwältigender Moment.

Was, glauben Sie, fasziniert uns an solchen Legenden
und Mythen über verschollene Städte?
Und was hat Sie am meisten daran gefesselt?


DP:
Allein der Gedanke, dass im 21. Jahrhundert noch irgendwo
auf dieser Welt eine untergegangene Stadt entdeckt werden könnte,
klingt wie ein Traum. Aber genau das ist passiert. Als Jugendlicher
war ich enttäuscht, dass alle Geheimnisse dieser Welt schon gelöst
zu sein schienen. Aber dem ist nicht so. Tief in der Mosquitia gibt es
immer noch große, abgeschiedene Täler, die völlig unerforscht sind.
Nicht nur dass sich in diesen Tälern womöglich weitere verschollene
Städte verstecken, sie beheimaten auch bislang unbekannte Tier- und
Pflanzenarten. Biologen untersuchen jetzt die Ruinen in diesem
Tal und entdecken jede Menge spannender Dinge: neue Arten und
Unterarten von Lebewesen und ein völlig unberührtes
Ökosystem.
In diese Gegend haben noch nicht einmal indigene Völker einen
Fuß gesetzt – was möglicherweise auch mit den Legenden zu tun
hat, die auf diesem Gebiet wie ein Fluch liegen. Es ist eine Gegend,
die man in den nächsten Jahrzehnten sicherlich versuchen wird,
weiterhin zu bewahren und zu erforschen.

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