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Special zu K.A. Milne »Lieblingslied«

Wussten Sie, dass K.A. Milne einen Captain Jack Sparrow kennt?

Interview mit K.A. Milne zu "Lieblingslied"

K.A. Milne
© R.L. Doyle

Bitte geben Sie uns eine kurze Biografie von sich:
Ich habe erst an der Brigham Young University studiert und dort 1996 einen Abschluss in Psychologie sowie 2000 den MBA an der Penn State University gemacht. Als stolzer Vater von fünf Kindern verbringe ich den größten Teil meiner Freizeit mit der Familie. Ich bin außerdem Fußball- und Basketballtrainer, ich spiele Gitarre, komponiere und gehe gerne wandern, campen, Wasserski fahren und snowboarden.

Wie kamen Sie zum Schreiben?
Ich habe schon immer gerne Geschichten geschrieben, aber ernsthaft darüber nachgedacht, ein Buch zu verfassen, habe ich erst, nachdem Harry Potter die Welt im Sturm eroberte. Damals arbeitete ich in einem großen Konzern, konnte der Monotonie meines Jobs allerdings nicht viel abgewinnen. Eines Tages beschloss ich, die Mittagspause am Schreibtisch zu verbringen und ein paar Zeilen zu schreiben. Es packte mich derart, dass ich den restlichen Arbeitstag (selbstverständlich hinter der verschlossenen Bürotür) und sogar den Abend zu Hause damit zubrachte. Ich war angefixt! Drei Wochen später war die Rohfassung meines ersten Romans fertig – und der Rest ist Geschichte! Warum ich also Autor geworden bin? Ich fürchte, es war das Resultat meines gähnend langweiligen Jobs …

Wie finden Sie Ihre Themen?
Mich inspirieren die Menschen, die mich umgeben – ganz normale Leute, denen außergewöhnliche Dinge passieren.

An welchem Buch arbeiten Sie gerade?
Ich habe gerade begonnen, meinen sechsten Roman zu schreiben: „The Winner’s Game“. Wie schon die früheren Romane fällt auch dieser in die Rubrik der “inspirational fiction”, die dem Leser mehr vermittelt als reine Unterhaltung.

Wer sind Ihre Lieblingsautoren?
Zugegeben, ich lese nicht annähernd so viel, wie ich wohl sollte … aber ein paar Autoren verpasse ich niemals: Brandon Mull beispielsweise, den Autor der Fabelheim-Bücher, und Jason Wright, der die Mittwochsbriefe geschrieben hat. Beide sind New York Times-Bestsellerautoren – zu Recht! Ihre Sprache ist lupenrein und clever, ihre Charaktere sind faszinierend, sie bringen mich zum Lachen, und ihre Geschichten machen Spaß.

Haben Sie ein Lebensmotto?
Mein Lebensmotto ist simpel und nicht besonders tiefsinnig, aber ich habe festgestellt, dass es für mich funktioniert: Du solltest niemals auf Dinge setzen, die am Ende kein Glück versprechen.

Was ist für Sie die optimale Entspannung?
1. Zeit mit meiner Familie.
2. Schlafen.
3. Zeit mit meiner Familie. Sorry für die Doppelung – aber mit fünf Kindern, die meine Aufmerksamkeit beanspruchen, muss ich einfach doppelt so viel Zeit für sie aufbringen wie für alles andere!

Fünf Dinge, die wir noch nicht über Sie wissen:
1. Ich spreche Deutsch – nicht mehr ganz so gut wie damals, als ich (zwei Jahre lang) in Österreich gelebt habe, aber immer noch gut genug, um eine Gefahr darzustellen …
2. Zu Beginn meines Studiums wollte ich Filmemacher werden. Leider hat mich die Psychologie von diesem Vorhaben abgebracht.
3. Das beste Buch aller Zeiten ist, wie ich finde, Viktor Frankls “Der Mensch vor der Frage nach dem Sinn”.
4. Als 17-Jähriger habe ich einmal einer Atomwaffenpräsentation auf dem Roten Platz in Moskau beigewohnt.
5. Mein Hund heißt Captain Jack Sparrow. Er ist ein unzähmbarer Zwergpudel … und ein Pirat.

Wie würden Sie Ihren Roman in einem Satz beschreiben?
„Lieblingslied“ ist ein Buch über die Liebe, über Verlust und darüber, wie man verzeihen kann, selbst wenn es einem unmöglich erscheint.

Was hat Sie dazu inspiriert, diesen Roman zu schreiben?
Ein Teil der Geschichte ist inspiriert von meinen Großeltern, die mir alle vier vor Augen führten, was es heißt, Dinge – mit Würde! – zu ertragen, selbst wenn es schwerfällt. Aber das Buch ist auch aus meiner persönlichen Neugier gespeist: Nach 16 wundervollen Ehejahren habe ich mir die Frage gestellt: “Was würde ich tun, wenn all dies auf einen Schlag zusammenbrechen würde?”

Haben Sie eine Lieblingsfigur?
Definitiv die Ehefrau, Anna. Sie hat eine Unmenge Liebe in sich. Und sie lässt sich von all den Schicksalsschlägen in ihrem Leben nicht von ihrem Weg abbringen.

Welche Szene war am schwierigsten zu schreiben?
Am härtesten fand ich die Szene, die im KZ Mauthausen spielt: als die Nazis zwei Mädchen vor den Augen ihres Vaters ertränken. Wann immer ich daran denke – und ich habe Mauthausen besichtigt und mich lange mit den Gräueltaten, die dort stattfanden, beschäftigt –, bekomme ich eine Gänsehaut.

Welche Leser sprechen Sie mit Ihrem Buch an?
Jeder, der nach einer wohltuenden, inspirierenden Geschichte sucht.

August 2012