Special zu Nicholas Taleb »Antifragilität«

„Antifragil – was ist das eigentlich?“

Nun, fragen wir Nassim Nicholas Taleb selbst:

„Antifragilität ist mehr als Resilienz oder Robustheit. Das Resiliente, das Widerstandsfähige widersteht Schocks und bleibt sich gleich; das Antifragile wird besser […]
Das Antifragile steht Zufälligkeit und Ungewissheit positiv gegenüber, und das beinhaltet auch – was entscheidend ist – die Vorliebe für eine bestimmte Art von Irrtümern. Antifragilität hat die einzigartige Eigenschaft, uns in die Lage zu versetzen, mit dem Unbekannten umzugehen, etwas anzupacken – und zwar erfolgreich –, ohne es zu verstehen.“ (Antifragilität, S. 21/22)

Diese Trias „fragil, robust und antifragil“ lässt sich auf viele verschiedene Bereiche anwenden, zum Beispiel das Wissen, das man in

• akademisches Wissen,
• Praxiswissen und
• Belesenheit

unterteilen kann.

Welche dieser drei Arten von Wissen ist wohl am robustesten? Welche fragil und welche Art des Wissens antifragil?


Das Praxiswissen ist eine robuste Art von Wissen. Es ist in der Praxis erprobt, man hat es sich durch langjährige Erfahrung erworben. Fast in jeder Situation kann man sich darauf verlassen.


Anders das fragile akademische Wissen – manchmal genügt schon eine kurze Nachfrage, eine argumentative Volte, und es erweist sich schon nicht mehr als tragfähig.


Antifragil jedoch ist die Belesenheit. Denn sie ermöglicht es, sich immer weiter zu entwickeln, neues Wissen zu entdecken, nach dem man eigentlich nicht gesucht hatte, und sein Wissen auf diese Weise immer mehr zu erweitern und an neue Situationen anzupassen.