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Special zu Sophie Miller »Das Echo der Lüge«

Der Roman erzählt die Geschichte einer Frau, deren Mann auf ungeklärte Weise verschwindet. Was hat Sie an dem Thema gereizt?
Sophie Miller: Mich hat immer schon fasziniert zu erkunden, welche Erkenntnisprozesse Menschen durchlaufen, die einen plötzlichen und unerwarteten Verlust ertragen müssen. Nach der Trauer drängen ungeklärte Fragen ans Licht und oft, wie auch in Echo der Lüge, sind sie der Schlüssel zu Geheimnissen.

Antonia Zuermatt war mit einem Mann verheiratet, von dem sie eigentlich wenig wusste. Eine bittere Wahrheit, deren Tragweite sie erst langsam begreift. War sie einfach nur blind?
Sophie Miller: Antonia, von allen Tony genannt, ging bis zum Verschwinden ihres Mann recht unbedarft durchs Leben. Sie ist keineswegs naiv, interessierte sich aber nicht für die Geschäfte ihres Mannes. Geld hat keine große Bedeutung für sie. Erst als Pascal wegen Betrugs verfolgt wird, erkennt Tony, dass sie offensichtlich Teil eines ausgeklügelten Plans war. Das kann sie natürlich nicht auf sich beruhen lassen. Die Krise zwingt sie zu handeln und Entscheidungen zu treffen, am Ende auch Verantwortung zu übernehmen.

Pascal arbeitete als Investmentbanker, ein mitunter zweifelhafter Beruf. Hat Sie die Finanzkrise beim Schreiben beeinflusst?
Sophie Miller: Nein. Ich maße mir auch nicht an, mit diesem Roman aktuelle Marktentwicklungen zu kommentieren. Vielmehr ging es mir darum, zu zeigen, wozu Menschen, die mit unvorstellbar viel Geld jonglieren, fähig sind. Aber letztlich kann man auch betrügen, wenn es um ganz andere Dinge geht. Menschen, die andere für bestimmte Ziele benutzen, gibt es überall.

Wird Ihre Heldin Tony mit der Wahrheit fertig?
Sophie Miller: Natürlich, genau wie im wirklichen Leben: Menschen bewältigen nicht nur Verluste und Enttäuschungen, sie erfahren danach auch wieder Zuversicht, vielleicht sogar Glück. Es geht eben immer weiter – und meistens wird es besser ...