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Abir Mukherjee: Ein notwendiges Übel, Heyne Verlag

Special zu den Romanen von Abir Mukherjee

Mord im Reich des Maharadschas

Das zweite Abenteuer für Sam Wyndham und seinen indischen Sergeant Surrender-not Banerjee

Ein notwendiges Übel Blick ins Buch

Kalkutta, 1920: Ein Jahr nach seiner Ankunft in Britisch-Indien wird der ehemalige Scotland-Yard-Ermittler Sam Wyndham mit einer heiklen Mission betraut. Der Thronfolger von Sambalpur wurde ermordet. Die Kolonialregierung hat ein hohes Interesse an der Ergreifung des Täters, verfügt in dem unabhängigen Fürstenstaat jedoch über keinerlei polizeiliche Befugnisse. Sam und sein indischer Sergeant Surrender-not Banerjee reisen als verdeckte Ermittler ins Reich des Maharadschas, das für seinen unsagbaren Reichtum, die prunkvollen Tempel, und die jährliche Großwildjagd bekannt ist ...

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Glossar



Trotz der vielen historischen Bezüge bleibt dieser Roman ein fiktionales Werk. Historische Angaben darin sind mitunter der Handlung angepasst, frei erfunden oder verlieren jeden Anspruch auf „objektive“ Richtigkeit schon allein aufgrund der Tatsache, dass sie von Romanfiguren geäußert werden, also Figuren, die irren können oder wissentlich verfälschen. Die folgenden Erklärungen verstehen sich daher als bloße Lesehilfe, nicht als eine Analyse historischer Faktentreue, und erheben auch keinen lexikalischen Anspruch. Begriffe, die bereits im Textzusammenhang erklärt werden, fiktive Namen, bloße Ortsangaben oder beiläufig erwähnte Personen der Zeitgeschichte bleiben in der Regel ausgespart.



A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | R | S | T | U | V | W | Z


A


Afeem — (Hindi) Opium
Aide-de-Camp (ADC) — (frz) eigentlich »Lagergehilfe«, später Assistent einer hochgestellten Person, ähnlich Adjudant
Almirah — (Hindi) für indische Kommode oder Schrank
Anchal — (Hindi) hier: Randsaum eines Sari, meist mit Stickereien besonders geschmückt
Anna — indische Münze bis 1957. 16 Anna = 1 Rupie
Armenian Ghat — Fähranlegestelle in Kalkutta nahe der Brücke nach Haora. Ghat bezeichnet in der Regel eine ins Wasser führende Treppe, die etwa für rituelle Waschungen benutzt werden kann
Arora Sahib ko bulaane — (Hindi) etwa: »Geh Arora Sahib holen«
Ashadha – auch: Anschandha o.ä.; hier: 4. Monat im hinduistischen Kalender, entspricht ungefähr Mitte Juni bis Mitte Juli
Avatar — auch: Avatara, Inkarnation eines Gottes auf Erden, wobei Jagannath häufig als Avatar Vishnus betrachtet wird
Axminster-Teppich — Axminster ist eine Kleinstadt im englischen Devon, die bekannt ist für die Herstellung von Teppichen mit besonders samtiger Oberfläche

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B


Babu — (Hindi) Anrede, früher (d.h. wohl auch zur Zeit der Romanhandlung) respektvoll, heute eher abwertend
Bapu — (Gujarati) »Vater«, Ehrentitel, so gilt Mahatma Ghandi offiziell als Bapu of the Nation
Bengal Club — exklusiver britischer Club in Kalkutta, gegründet 1827
Betelnuss — auch: Arekanuss. Eigentlich eher eine Beere als eine Nuss. Frucht einer Palmenart, die zerkleinert und in Blätter einer anderen Palmenart gewickelt in Indien häufig als Paan gekaut wird. Wirkt anregend, ist ungesund
Bidi — indische Zigaretten, sehr stark, mitunter parfümiert, wegen des hohen Schadstoffgehalts in Deutschland mittlerweile nicht mehr erhältlich
Bolton — Industriestadt im Norden Englands. Zur Zeit der Romanhandlung bekannt für Textilfertigung
Bon Accord — Glasgower Kneipe, allerdings erst seit 1971
Bowler — Werfer beim Cricket
Brandt — fiktiver Name eines Erforschers der »Arier«-Geschichte, wie es sie damals in einiger Zahl gab
Burra — (Hindi) hier: »groß«, sonst auch »wichtig«, etwa in Burra Sahib

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C


Candū — auch: Chandū oder Chandoo. Aus Rohopium weiterverarbeitetes Rauchopium. Hier, entsprechend der Darstellung in Opium Fiend von Steven Martin (s. Nachbemerkungen), als Opiumextrakt in flüssiger Form verstanden. Ansonsten wird der Begriff häufig auch auf die ebenfalls raffinierte (und mehr oder weniger gestreckte), feste Masse bezogen, die zu Kugeln gedreht, auf eine Nadel gespießt und dann über der Opiumlampe bis zum Verdampfen erhitzt wird. Mehrfach verdünnter Opiumextrakt bildete übrigens die Basis für das im Westen einst weitverbreitete Laudanum
Chalo — (Hindi) hier etwa: »Los geht’s!«
Charpai — auch: Charpay oder Charpoy. Indische Pritsche. In der Regel ein mit Gurten oder Seilen bespannter Holzrahmen
Chithi — (Bengali) hier: »Brief«
Churidaar — auch: Churidar. Eng geschnittene, an den Knöcheln anliegende Hose
Claridge’s — Nobelhotel im Londoner Stadtteil Mayfair, gegr. 1812
Cotswolds — Region im Südwesten Englands, hier: Synonym für landschaftliches Idyll und Wohlstand
Crore — Zahlwort im südasiatischen Raum. 1 Crore = 10 Millionen, 100 Crore Rupien entsprechend demnach 1 Milliarde Rupien
Cutty Sark — Berühmtes britisches Segelschiff. Schneller Klipper, der letzte für den Seehandel gebaute. Seit 1954 in London als Museumsschiff.

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D


Darkie — abwertend für einen dunkelhäutigen Menschen
Dempsey, Jack — U.S-amerikanischer Boxer, der den Sport popularisierte. In den Zwanzigerjahren Weltmeister
Digar — (Hindi) etwa: »Vorwärts«
Diwan — hier: hoher Amtstitel. Bezeichnete urspr. Schriftensammlung (inkl. Gedichtsammlung, s. Goethe), bzw. Versammlung, Rat oder Audienzraum (woraus sich auch das gut gepolsterte Möbelstück ableitet)
Douglas Fairbanks — gemeint ist hier Douglas Fairbanks sen. (1883-1939), berühmter Leinwandheld der Stummfilmzeit, der bis Anfang der 30er Jahre mit Mary Pickford ein Hollywoodtraumpaar bildete.
Dunkley Perambulator Company — britischer Hersteller exklusiver Kinderwagen, der Anfang des 20. Jahrhunderts auch Automobile und motorisierte Kinderwagen (!) auf den Markt brachte
Durbar — »Hoftag« der Herrscher, feierliche Versammlung resp. der dafür dienende pompöser Saal

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E


East India Company — Britische Handelskompanie (gegr. 1600), die das Monopol auf den Indienhandel und später auf die gesamte Verwaltung Britisch-Indiens innehatte. 1813 verlor die Company ihr Handelsmonopol, blieb aber oberste Militär- und Verwaltungsmacht im Land. Erst 1858 in der Folge des Sepoyaufstands (s. dort) musste die East India Company Besitz und Rechte an die britische Krone abtreten, verlor an Bedeutung und löste sich 1974 endgültig auf
Ei-to — (Hindi) hier: »Na, bitte«, »Da ist’s«, auch: »Gut gemacht!«
Ek chota peg — (Hindi) hier: »Ein wenig«, »Ein kleiner Schluck«
Eton Mess — beliebter englischer Nachtisch aus Erdbeeren, Baiserstückchen und Schlagsahne, traditionell serviert beim Cricketmatch der Schulauswahlen von Eton und Harrows

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F


Frangipani — hier: Parfümduft auf Basis der gleichnamigen Plumeria-Art oder dieser nachempfunden
Fürst, Fürstenstaat — während des Britischen Raj (1858-1947) — und damit zur Zeit der Romanhandlung — wurden die vielen Einzelherrscher in Indien unabhängig von ihrem jeweiligen Titel offiziell als »Fürst« (»prince«) bezeichnet, um den Rangunterschied zur britischen Krone und zu deren oberstem Repräsentanten im Land, dem »Vizekönig« (»Viceroy«) zu betonen. Daher kann auf der Handlungsebene des Romans von »Fürst« die Rede sein und bei historischen Rückblicken von »König« (etwa »Sweeper King«). Gaekwad von Baroda — der Fürstenstaat Baroda wurde jahrhundertelang vom Klan der Gaekwads regiert. Der Maharadscha nannte sich Gaekwad von Baroda. Hier gemeint ist Malharrao (oder Malhar Rao) Gaekwad (1831-1882), der als bereits umstrittener Kandidat 1871 den Thron bestieg und die Kassen des Staats plünderte. Er wurde 1875 vom damaligen Chef des India Office, Lord Salisbury, abgesetzt, nachdem er versucht haben soll, den britischen Resident Colonel Robert Phayre mit Arsen in einem Glas Sharbat, eine Art Fruchtsaft, zu vergiften. Malharrao musste nach Madras ins Exil, wo er wenige Jahre später starb.


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G


Ghee — auf Hindi »ghī«. Beliebtes Speisefett in Indien, eine Art Butterschmalz in verschiedenen Varianten. Findet auch in der ayurvedischen Medizin Anwendung.
Gilbert und Sullivan – Komponist (Arthur Sullivan) und Librettist (William Gilbert), die gemeinsam vierzehn komische Opern verfassten und damit in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sehr populär wurden.
Gorom Cha — (Bengali) »Heißer Tee«
Governor-General — 1773 eingesetzt, ab 1833 offiziell oberster Verwalter in Britisch-Indien, aber bis 1858 von der East-India Company bestellt. Von 1858-1947 oberster Vertreter der Krone in Indien und »Vizekönig« (»Viceroy«). Berufen vom britischen König auf Empfehlung der britischen Regierung. Residierte erst in Kalkutta, dann, nach der Verlegung der Hauptstadt 1911, in Delhi
Government House — palastartiges Gebäude, erbaut 1803 in Kalkutta, das erst dem Governor-General als Residenz diente und nach der Hauptstadtverlegung 1911 dann dem Lieutenant-Governor von Bengalen bis zu Indiens Unabhängigkeit 1947. Heute Regierungsgebäude des Gouverneurs von Westbengalen
Gujarati — Bewohner der Region Gujarat im Nordwesten Indiens
Gulaab Bhavan — (Hindi) »Rosengebäude«
Gullee — (Hindi) »Gasse«

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H


— (Hindi, Bengali) »Ja«
Hai Ram — (Hindi) Ausruf des Schreckens, etwa: »O Gott«
Haldar, Asit — indischer Maler (1890-1964), Vertreter der Bengalischen Renaissance und Schüler von Rabindranath Tagore (s. dort)
Home Rule Bewegung — im Ersten Weltkrieg entstandene Bewegung in Indien, die für die Selbstverwaltung des Landes eintrat und einen Status ähnlich wie Australien oder Kanada anstrebte. Die 1916 gegründete Home Rule League ging 1920 im Nationalkongress (s. dort) auf.
Howdah — eine Art Sänfte, die auf dem Rücken von Elefanten (manchmal auch Kamelen) befestigt wird

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I


Idli — Pl., auch: Idlis. Gedämpfte Küchlein aus Reis und Linsen, die häufig als Basis für ein warmes Frühstück mit Chutney und Curry dienen
Imperial Police Force — Teil der Indian Police Services, die wiederum dem Indian Civil Service (s. dort) unterstellt waren
India Office — Behörde in London (Whitehall), die nach der Entmachtung der East India Company 1858 für die Verwaltung von Britisch-Indien bis 1947 zuständig war. Geleitet wurde sie vom »Staatssekretär für Indien«, der dem britischen Kabinett angehörte. Zuständig für die Umsetzung vor Ort in Indien und für die Vertretung der Krone waren der General-Governor (Vizekönig) und der Indian Civil Service
Indian Civil Service — der für die Verwaltung von Britisch-Indien zuständige Teil des Imperial Civil Service mit einem vierstelligen Korps von Beamten in Indien. Leiter war der in London sitzende Staatssekretär für Indien

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J


Ji — (Hindi) hier: Kurzform für bestätigendes »Ja« (»Hā ji«). Als Suffix Zeichen des Respekts
Juggernaut — im Englischen heute ein Synonym für eine unaufhaltsame, alles in ihrem Weg stehende vernichtende Gewalt. Die ursprüngliche Bedeutung ist im Text erklärt

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K


Kamasutra — indisches Lehrbuch der Liebeskunst, vermutlich aus dem 3. Jahrhundert, berühmt für seine freizügigen erotischen Beschreibungen und Darstellungen
Karma — zentrale Vorstellung im Hinduismus (auch Buddhismus und Jainismus), nach der die Form der Wiedergeburt und das Schicksal eines Menschen durch seine Handlungen in einem früheren Leben bedingt werden
Ki — (Bengali) »Was?«, »Wie?«
King Emporer — etwa: »König und Kaiser«. Königin Victoria nahm 1867 auch den Titel Empress of India (Kaiserin von Indien) an. Bis zu Indiens Unabhängigkeit 1947 waren britische Monarchen daher »Queen Empress«, resp. »King Empress«. Zur Zeit der Romanhandlung ist George V. auf dem Thron
Knut der Große — (etwa 995-1035), dänischer König, der auch über weite Teile Britanniens herrschte. Von ihm wurde später berichtet, er hätte sich mit seinem Thron ans Ufer des Meeres setzen lassen und die Flut aufzuhalten versucht. Sein Scheitern deutete er als Beweis einer ihm überlegenen, göttlichen Macht
Komla Lebu — (Bengali) »Orangen«
Kon platform? — (Bengali) »Welcher Bahnsteig?«
Kongress, Kongresspartei — indische Partei, die 1885 gegründet wurde mit dem Ziel, die einheimische Bevölkerung stärker an der Regierung ihres Landes teilhaben zu lassen. Anfänglich eher ein Zirkel von Intellektuellen, entwickelte sich der Kongress unter dem Einfluss Mahatma Ghandis nach 1920 zu einer Massenbewegung, die durch Mittel des gewaltfreien Widerstands, etwa der Nicht-Kooperation oder des zivilen Ungehorsams, für die Unabhängigkeit Indiens kämpfte und diese 1947 auch errang. Danach stellte die Kongresspartei über Jahrzehnte hinweg in Indien durchgängig alle Premierminister und Staatspräsidenten
König Leopold von Belgien — Leopold II. (1835-1909) beutete den Kongo, den er von 1885 bis 1908 als seinen Privatbesitz betrachtete, erbarmungslos aus. Selbst bereist hat er das Land nie
Kuli — (Hindi) »Lastenträger«. Im weiteren Sinne Tagelöhner, einfacher Arbeiter
Kurta — knielanges, in der Regel locker fallendes Gewand, das von Männern und Frauen aller Gesellschaftsschichten getragen wird
Kurti — hier: kürzere Variante der Kurta

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L


Laddus — traditionelle indische Süßspeise in Kugelform aus Mehl, Zucker und unterschiedlichen Zutaten (etwa Mandeln, Kokosnuss, Pinienkernen oder Früchten)
Lakh — Zahlwort im südasiatischen Raum. 1 Lakh = 100.000, bzw. nach dortiger Schreibweise 1.00.000
Lakshmi — hinduistische Göttin des Wohlstands, Glücks und der Schönheit. Gemahlin Vishnus
Laphroaig — ein schottischer Single Malt Whisky
Lee Enfield — britisches Repetiergewehr, dessen jeweilige Modelle von 1895 bis 1957 zur Standardausrüstung der britischen Armee zählten
Lieutenant-Governor — deutsch meist: »Vizegouverneur«. Hier: oberster Verwaltungsbeamter in der Provinz Bengalen
Lloyd George — britischer Premierminister 1916-1922
Lord Curzon — General-Governor und Vizekönig von Indien (1899-1905), später britischer Außenminister
Lungi — auch: Lunghi. Wickelrock (ähnlich Sarong), hauptsächlich von Männern getragen

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M


Mahabharata — berühmtes indisches Epos um den Kampf zweier miteinander verwandter Herrscherfamilien. Zuerst mündlich überliefert, vermutlich 400 v. Chr. verschriftlich. Es umfasst 100.000 Doppelverse und ist damit siebenmal so lang wie die Ilias und Odysee zusammen
Maharadscha — (Sanskrit) »Großer König«, »Großer Fürst«. Indischer Herrschertitel
Maharani — Frau des Maharadschas oder eigenständige Herrscherin
Mahut — Elefantenführer
Maidan — früher Exerziergelände der Armee rund um das Fort William in Kalkutta (Kolkatta). Noch heute der größte Park der Stadt
Max Müller — eigentlich Friedrich Max Müller (1823-1900), deutscher Sprach- und Religionswissenschaftler, der vor allem für die erste umfassende Übersetzung der Veden ins Englische verantwortlich ist
Mayo College — Internat in Ajmer, Rajasthan, gegr. 1875 als »Eton des Ostens«. Nur für Jungs. Seit 1987 existiert auch ein Mayo College for Girls in Ajmer
Memsahib — weibliche Anredevariante von »Sahib«
Moguln — Abwandlung von »Mongolen«. Muslimische Timuriden drangen 1526 mit moderner Ausrüstung (Kanonen, Gewehre) von Afghanistan nach Indien ein und gründeten das Mogulreich, das um 1700 seine größte Ausdehnung erreichte und fast ganz Indien umfasste. Hohe Abgabenlasten und Religionsunterdrückung führten zu Aufständen. Blutige Machtkämpfe, militärische Niederlagen und abtrünnige Provinzen sorgten Anfang der 18. Jahrhunderts für den Zerfall des Reiches. Faktisch verloren die Moguln ihre letzte Macht 1803, als der Großmogul die East India Company als Schutzmacht anerkennen musste. 1858 wurde schließlich der letzte Großmogul von Delhi von den Briten offiziell abgesetzt und verbannt
Moss Bros — Herrenbekleider aus London, gegr. 1851, machte erste Geschäfte mit hochwertigeren Second-Hand-Artikeln, Restposten, Konfektionsware und Soldatenuniformen
Mufti — hier: zivile, legere Kleidung. Umgangssprachlich aus der britischen Armee, abgeleitet von der weiten, wallenden Kleidung eines islamischen Geistlichen
Mutiny — s. Sepoyaufstand

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N


Nawab — muslimischer Herrschertitel. Ursprünglich Statthalter des Großmoguls, in Britisch-Indien auch eigenständiger Fürst
Nizam — Herrschertitel ähnlich dem Nawab. »Ordner« des Moguls, später Fürst, besonders einflussreich war der Nizam von Hyderabad, einem Fürstenstaat in Zentralindien

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O


Odra Desha — alter Name für ein Königreich, das im Nordosten des heutige Odisha lag
Off-Cutter — spezieller Wurf beim Cricket
Official Secrets Act — britisches Gesetz zur Geheimniswahrung, das für alle Personen mit Kenntnis vertraulicher Informationen gilt. Erste Fassung 1889, seitdem mehrfach überarbeitet
Orissa — früherer Name jenes Gebiets, das heute etwa den Bundesstaat Odisha umfasst
Oriya — auch: Odia. Lokale indogermanische Sprache, die in Odisha (Orissa) vorherrscht

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P


Palm Court im Ritz — klassischer Treffpunkt zur Teatime im Londoner Hotel Ritz
Parda — auch: Purdah. Verschleierung der Frau, nicht nur im Sinne von Körper und Gesicht, sondern etwa auch in separierten Räumlichkeiten im Haus (s. Zenana)
Peon — hier: Bürohelfer, Laufbursche
Pranam — auch: pranama (Sanskrit), »Vor dem Körper verbeugen«. Geste mit gefalteten Händen als Zeichen des Respekts
Premchand Boral Street — Straße in Kalkutta, Adresse von Wyndham/Banerjee (s. »Ein angesehener Mann«)
Punkah — auch: Pankha. Wedel, hier: großer Deckenwedel, den ein Punkah-Wallah von einem angrenzenden Raum aus mittels Zugseil in Bewegung hält
Purdey — James Purdey & Sons, gegr. 1814 in London, Hersteller von Jagdwaffen

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R


Radscha — auch: Raja. »Fürst«, »König«, weibl. Form »Rani«
Rajasthan — Gebiet im Nordwesten Indiens, heute Bundesstaat
Rajputen — Volksgruppe aus Rajasthan, bekannt als Krieger
Rani — s. Radscha
Resident — hier: Vertreter der britischen Krone in den bedeutendsten Fürstenstaaten, im Rang unterhalb von Botschafter oder Generalkonsul

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S


Sadhu — (Sanskrit) »guter Mann«, »heiliger Mann«
Sahib — höfliche Anredeform, etwa: »Herr«, in Britisch-Indien typischerweise gegenüber Europäern
Sanskrit — altindische Sprache, die vor allem für die Auseinandersetzung mit literarischen und religiösen Texten wichtig ist
Sari — traditionelles indisches Kleidungsstück für Frauen. Die mehrere Meter lange Stoffbahn wird in unterschiedlichen Techniken um den Körper gewickelt. Borte und Schulterstück sind häufig kunstvoll verziert.
Schwarzes Loch von Kalkutta — Kerkerraum in Fort William, in den am 20. Juni 1756 britische Gefangene gesperrt wurden, nachdem die Truppen von Siraj ud-Daulah, dem Nawab von Bengalen, Kalkutta und das Fort eingenommen hatten. Enge und Hitze in dem kleinen Bau müssen so unerträglich gewesen sein, dass bis zum nächsten Morgen von angeblich 146 Gefangenen 123 starben. »The black hole of Calcutta« findet bis heute im englischen Sprachraum immer wieder Erwähnung
Sepoyaufstand — auch: Mutiny. Indischer Aufstand 1857, der sich vor allem gegen die Herrschaft der East India Company richtete. Auslöser waren neben sozialen, religiösen und politischen Verwerfungen (etwa Annexionen von Fürstenstaaten mithilfe der Doctrine of Lapse, vgl. Romanhandlung) die Spannungen in der Armee der East India Company, die in den unteren Rängen mehrheitlich aus indischen Soldaten (Sepoys) bestand. Letztlich führte eine neue Munition der Lee Enfield-Gewehre zu Befehlsverweigerungen von Sepoyeinheiten (daher Mutiny/Meuterei), da die Papierhüllen der Patronen angeblich mit tierischen Fetten eingerieben waren und vor Gebrauch aufgebissen werden mussten, was Hindus wie Muslime ablehnten. Vom Schwerpunkt um Delhi herum breitete sich die Rebellion rasch aus. Es kam zu großen Grausamkeiten auf beiden Seiten. Mehrere hunderttausend Menschen starben. Am Ende behielten die britischen Truppen – nicht zuletzt dank der Unterstützung durch die Sikhs, die eine Rückkehr der muslimischen Moguln befürchteten – die Oberhand. Die East India Company wurde wegen ihrer verfehlten Politik, die Profit vor Stabilität setzte, aufgelöst, und die britische Krone übernahm 1858 die Verwaltung und militärische Kontrolle Britisch-Indiens. Die abwertende Bezeichnung »Mutiny« verwenden vor allem konservative britische Kreise, die das »verräterische« Verhalten der Sepoys betonen möchten
Shikar — (Hindi) »Jagd«
Statesman — englischsprachige Tageszeitung in Indien, gegr. 1875

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T


Tagores — hier: die Brüder Gaganendranath Tagore (1867-1938) und Abanindranath Tagore (1871-1951), die zu den bedeutendsten Vertretern der bengalischen Schule zählen. Beide sind Neffen des Literatur-Nobelpreisträgers und Malers Rabindranath Tagore
Thik āchē — (Bengali) hier: »In Ordnung«, »Okay«
Tīn — (Hindi) »drei«
Tooting — Stadtteil von London
Touristenbahn am Strand von Brighton — gemeint ist Volk’s electric railway, die älteste elektrische Eisenbahnstrecke Englands, und noch heute in Betrieb
Turkey Trot — Tanzstil zu Ragtimemusik

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U


United Provinces — 1902-1947 britisch kontrollierte Provinz im Norden Indiens

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V


Veden — (Sanskrit) »Veda« etwa: »Wissen«. Altindische heilige Texte, vielfach Hymnen und Gesänge, die über Jahrtausende erst mündlich, dann schriftlich und meist von Brahmane zu Brahmane weitergegeben wurden. Die vier grundlegenden Veden sind die Rigveda, Samaveda, Yajurveda und Altharvaveda
Vizekönig — s. Governor-General

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W


Wallah — Suffix, bei einer Person, die eine bestimmte Tätigkeit ausübt. Etwa »Rikscha-Wallah«, »Chai-Wallah«, »Punkah-Wallah« oder »Polizei-Wallah«
Where there’s tea, there’s hope — »Wo Tee ist, ist Hoffnung«. Geläufiger britischer Spruch, bisweilen dem Londoner Schauspieler und Dramatiker Arthur Pinero (1855-1935) zugeschrieben, in dessen Stück Sweet Lavender es heißt »While there’s tea, there’s hope«, also »Solange es Tee gibt, gibt es Hoffnung«
Whitehall — Straße im Zentrum Londons, in der zahlreiche Behörden und Ministerien untergebracht sind (u.a. Cabinet Office, Verteidigungs- und Außenministerium) und deren Name daher oft stellvertetend für die Londoner Zentralbehörden benutzt wird

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Z


Zenana — hier: im Rahmen der Parda (s. dort) der Teil eines Hauses, der allein den Frauen vorbehalten ist. Die Räume für Männer und Gäste bilden die Mardana

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