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SPECIAL zu Stephanie Parris »Ketzer«

Giordano Bruno und die Märtyrer-Morde von Oxford

Buchempfehlung von Carsten Hansen

Die katholische Kirche würde ihn gerne auf dem Scheiterhaufen brennen sehen – doch der Freigeist und ehemalige Mönch Giordano Bruno erfreut sich bester Gesundheit. Gelang ihm doch 1576 gerade noch das Entkommen aus dem Kloster San Domenico. Jahre der Flucht folgen, bis er 1583 zu einer Reise nach Oxford eingeladen wird, um mit den britischen Gelehrten einen Disput über Kopernikus‘ Theorien zu führen.

Lodernde Scheiterhaufen, Folter, Inquisition: verrückte Zeiten, gefährliche Zeiten
Rom verfolgt jeden, der wie z. B. Kopernikus behauptet, dass sich die Erde um die Sonne dreht. Doch das Weltbild, wie es der Papst vertritt, wankt – viele Herrscher wenden sich von ihm ab und dem Protestantismus zu, wie Elisabeth I., die 1558 den englischen Thron bestieg. Die Religion, das weiß Bruno nur zu gut, ist einzig Mittel der Macht. Mit Glauben hat all das fast gar nichts mehr zu tun – und so kämpfen Katholiken und Protestanten auch mit harten Bandagen um ihren Machterhalt. Folter, Spionage, Geheimbünde, die Inquisition, Scheiterhaufen überall: Wer damals unbedacht etwas Kritisches äußerte, war schnell einen Kopf kürzer oder brannte auf dem Scheiterhaufen. Religionen wurden von Herrscherhäusern nach Kalkül gewechselt, und die Untertanen, z. B. seit jeher Katholiken, wurden so über Nacht zu Protestanten – und mussten dem Katholizismus sofort abschwören. Verrückte Zeiten – und hochgefährliche Zeiten.

Giordano Bruno als Detektiv – drei mysteriöse Morde in der Universität von Oxford
Nun, wir ahnen es, mit dem ruhigen Studienaufenthalt und intellektuellen Austausch in Oxford wird es nichts für den exkommunizierten Giordano. Kaum angekommen, erlebt Bruno den ersten Todesfall: Ein wilder Hund zerfetzt den Theologen Mercer nachts im Universitätshain und Rektor Underhill scheint vertuschen zu wollen, dass die Umstände gegen einen Unglücksfall sprechen. Dazu kommt, dass Sir Francis Walsingham, Erster Staatssekretär Elisabeths, Bruno auch noch als Spion anheuert. Walsingham fürchtet den Sturz seiner Königin durch die Katholiken – und es wird gemunkelt, dass in der Universität Oxford der Katholizismus immer noch sehr lebendig sei. Natürlich im Verborgenen …

Schön, intelligent und aufmüpfig: Sophia vernebelt auch Ex-Mönch Bruno die Sinne
Nun ist Bruno gefordert – will er den Gerüchten auf den Grund gehen und Kollegen ausspionieren, seine ehemaligen Glaubensbrüder an die Inquisition verraten – oder behält er mögliche Entdeckungen für sich? Viel Zeit zum Nachdenken bleibt dem wackeren Giordano nicht – denn es folgen weitere Todesfälle, diesmal eindeutig als Morde erkennbar. Außerdem vernebelt ihm die schöne, intelligente und aufmüpfige Tochter des Rektors, Sophia, die Sinne. So stellen sich Fragen über Fragen: Welche Rolle spielt Meister Cobbet, der als Pförtner angeblich alles weiß und alles sieht - aber auch sehr dem Alkohol zugetan ist? Gibt es diese Geheimbünde der Katholiken wirklich und wenn ja, wie soll Bruno es schaffen, sie aufzuspüren? Und warum beäugt der unheimliche „Mann ohne Ohren“ unseren italienischen Gelehrten so misstrauisch, dass Bruno in den Straßen von Oxford Angst bekommt?

Rätsel und Gefahren: auf wen kann sich Bruno noch verlassen?
Die Rätsel, die sich vor Bruno auftürmen, sind mächtig, Fallen lauern überall. Auf wen kann er sich noch verlassen? Bruno muss sehr vorsichtig agieren, um nicht selbst die Aufmerksamkeit der Inquisition auf sich zu lenken - denn eigentlich sucht er in Oxford ja etwas ganz anderes. Etwas, das ihn in auch in höchste Gefahr bringen könnte … was das ist, ob Bruno es schafft, die Morde aufzuklären und welche Rolle Sophia dabei spielt, das bleibt das Geheimnis aller Leser dieses ungeheuer spannenden und intelligenten historischen (Kriminal-)Romans von Stephanie Parris.

Carsten Hansen
Literaturtest
Berlin, Oktober 2011

Ketzer Blick ins Buch

Stephanie Parris

Ketzer

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