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Sylvia Konnerth in Interview zu »Heideblütensommerträume«

Zwei Schwestern, ein kleines Hotel in der Heide und ein Sommer voller Turbulenzen und Gefühle …

Silvia Konnerth
© Julia Sypke
Was ist Ihr gelernter Beruf bzw. üben Sie aktuell neben dem Schreiben noch eine weitere berufliche Tätigkeit aus?
Speditionskauffrau – in diesem Beruf arbeite ich jedoch nicht mehr. Neben dem Schreiben bin ich Hausfrau und Mutter.

Würden Sie uns ein wenig von sich persönlich erzählen – von Ihren Hobbys, Ihrer aktuellen Lebenssituation, Ihrem Traum vom Glück …?
Ich schreibe Geschichten, verfüge über reichlich Fantasie und liebe es zu träumen. Dennoch bin ich auch realistisch und weiß, dass für mich meine Familie – neben meinen allerliebsten Freunden – an erster Stelle steht, denn ohne sie hätte ich viel im Leben verpasst. Ich weiß, was es heißt, Verantwortung zu tragen – für andere, für mich, meinen Beruf, der mir auch sehr, sehr wichtig ist. Ich liebe die Schriftstellerei und bin dankbar, dass ich den Traum zu schreiben verwirklichen darf und von meiner Familie unterstützt werde. Ohnehin möchte ich behaupten, dass ich ein dankbarer Mensch bin. Ich versuche, Dinge so zu nehmen, wie sie sind, das Beste daraus zu machen, mich zu fokussieren und Ziele zu erreichen. Neben dem Ziel, viele Leser*innen mit meinen Geschichten glücklich zu machen, ist es mir wichtig, eine gute Partnerin / Mutter / Freundin / (Schwieger-)Tochter / Schwester zu sein. Manchmal gelingt es mir nicht, dann versuche ich es beim nächsten Mal besser zu machen.
Mich ärgern Menschen, die unehrlich und egoistisch sind, die mit den Gefühlen anderer spielen und Gutmütigkeit ausnutzen, versuche allerdings sie nicht allzu ernst zu nehmen.
Wenn ich besonders verärgert bin, höre übrigens laut Musik oder – wenn es ganz schlimm ist – putze. Ich liebe mein Zuhause und verbringe dort gern Zeit mit meinen Liebsten, nähe, spiele Klavier, pflege den Garten oder sitze einfach auf der Terrasse und schaue den Vögeln beim Baden zu. Mein großes Glück habe ich bereits gefunden, nämlich meinen Mann, meine Tochter, meine Arbeit. Ich bin zufrieden mit dem, was ich habe, auch wenn das Leben manchmal sehr stürmisch und unvorhersehbar ist. Und doch geht es weiter, und was wäre ich, wenn ich nicht immer wieder aufstehen würde?

Womit kann man Sie wütend machen und richtig auf die Palme bringen?
Es ist ziemlich schwierig, mich wütend zu machen. Doch wenn ich merke, dass ich angelogen werde oder Versprechungen nicht eingehalten werden – das kann mich auf die Palme bringen.

Haben Sie ein Lebensmotto?
Es kommt, wie es kommen soll – und alles ist für irgendetwas gut. Auch wenn man es manchmal erst viel später erkennt.

Verraten Sie uns bitte fünf Dinge, die wir noch nicht über Sie wissen:
1. Seit einem Madenzwischenfall kann ich keine frischen Kirschen mehr essen.
2. Meine Lieblingsserie ist »Ich heirate eine Familie«.
3. WhatsApp-Sprachnachrichten sind die beste Erfindung nach Toffifee.
4. Beim Autofahren singe ich (schlecht, aber mit Hingabe).
5. Auf Luftmatratzen bei Wellengang werde ich seekrank.

Wie kamen Sie zum Schreiben?
Wie viele meiner Kollegen habe ich schon immer gerne geschrieben (Kurzgeschichten, Schülerzeitung, AGs, Briefe). Den Beruf der Speditionskauffrau (später war ich in der Schifffahrt tätig) habe ich immer sehr gern ausgeübt. Doch nach der Elternzeit 2012, als das Betreuungsangebot noch nicht ausgebaut war, musste ich mich umorientieren. Eines Tages entdeckte ich beim Einkaufsbummel ein Plakat mit der Aufschrift »Schreiben Sie Ihr Buch«. Dies war wie ein Funke, der zuerst ein Streichholz und schließlich einen Flächenbrand entfacht hat. Kurze Zeit später meldete ich mich zum Fernstudium Kreative Schreibschule an, auch um mein Wissen im Bereich Journalismus ein klein wenig zu erweitern, denn mein Ziel war die Lokalpresse. Zeitgleich begann ich mit der Arbeit an meinem ersten Manuskript, bis ich die Idee zu »Knutschflecke gibt's später« hatte, meinem ersten Roman, den ich 2014 erfolgreich im Selfpublishing veröffentlichte.

Was inspiriert Sie und wie finden Sie Ihre Themen?
Ich liebe romantische Komödien, wodurch sich die Themen schon einmal grob eingrenzen lassen. Außerdem, finde ich, gibt das Leben sie bereits in gewisser Weise vor. Was beschäftigt uns (vor allem uns Frauen)? Das sind, wenn ich von mir ausgehe, vorrangig die Familie, Freunde, die Liebe, verschiedene Lebensphasen und -krisen, Ängste, Sorgen, Wünsche, Glück. Ideen kommen ganz plötzlich, sei es beim Lesen, beim Spaziergang, in Gesprächen. Die Idee zu meinem aktuellen Projekt »Heidesommerträume« ist zum Beispiel während eines gemütlichen Abends mit einer meiner besten Freundinnen entstanden. Wichtig finde ich auch den Austausch mit Kollegen, die mitunter eine ganz andere Sicht auf die Dinge haben. Dabei sind schon viele fruchtbare Gedanken entstanden, die ich auf verschiedene Arten verarbeitet habe – manche fanden ihren Platz in der Geschichte, andere halfen mir über schwierige Schreibphasen hinweg. Ich finde es wichtig, offen zu sein und keine Idee zu verwerfen. Womöglich wird daraus früher oder später doch noch ein Roman.

Bitte fassen Sie in wenigen Sätzen Ihr aktuelles Buch zusammen:
Nach einem vernichtenden Gespräch mit ihrer Lektorin ist für Autorin Carolin die Lage klar: Sie braucht einen Ortswechsel, um auf neue Ideen zu kommen. Das Romantikhotel ihrer Schwester Lola in der Lüneburger Heide scheint dafür wie geschaffen. Doch anders als erhofft, treibt Carolins Aufenthalt bei der Verwandtschaft sie nicht zu schriftstellerischen Höchstleistungen an, sondern zur Weißglut. Schlimmer noch: Lola taucht aus heiterem Himmel ab! Allein mit deren überfordertem Ehemann, einem ausgebuchten Hotel und einer schier endlosen Aufgabenliste, bleibt Carolin nichts Anderes übrig, als selbst das Ruder in die Hand zu nehmen. Und dann ist da noch der eigenwillige Gast Till, der ungewollt Teil ihrer Mission wird – und der sie mehr berührt als ihr lieb ist!

Was bzw. welche Szene darin war am schwierigsten zu schreiben?
Am schwierigsten schrieben sich die Szenen mit den Schwestern. Weil die beiden viel erlebt haben, hatte ich in den Dialogen anfangs das Gefühl, so viele Informationen wie möglich zu verarbeiten, was sich allerdings als Fehler entpuppte, das die Gespräche so nicht mehr echt wirkten.

Haben Sie eine Lieblingsszene?
Definitiv mag ich die Nachtszene mit der Karotte am liebsten. Das ist auch eine der wenigen Szenen, die nur so aus mir herausflossen und an der im Lektorat kaum etwas verändert werden musste.

Haben Sie eine Lieblingsfigur?
Ich mag Moni. Sie ist eine richtig gute Freundin, wie sie jeder haben sollte.

Gibt es bestimmte geografische Orte, zu denen Sie und Ihr Buch einen besonderen Bezug haben?
Die Geschichte spielt in der Lüneburger Heide, meiner geliebten Wahlheimat. Meine Handlungsorte sind immer fiktiv, aber wer aufpasst, kann herauslesen, wo in etwa sich der Handlungsort geografisch befindet.

Hat Ihr aktuelles Buch autobiografische Züge bzw. lassen Sie persönliche Erfahrungen in die Geschichte einfließen? Beruht Ihr Buch auf wahren Begebenheiten?
Natürlich steckt in jeder Geschichte eine Menge von mir, aber autobiografisch sind sie auf keinen Fall. Es ist immer besser, über etwas zu schreiben, womit man sich auskennt, finde ich, weswegen ich bestimmt unbewusst eigene Erfahrungen und Erlebnisse einfließen lasse. Leserinnen, die mich gut kennen, behaupten, mich in den Geschichten wiederzusehen – aber das halte ich für ein Gerücht. ;-)

Wie haben Sie für ihr aktuelles Buch recherchiert?
Für diesen Roman habe ich mir die Nordheide natürlich genau angesehen und dabei auch lieben gelernt. Ich wusste bis dahin gar nicht, wie schön es hier ist.

Möchten Sie Ihren Lesern mit Ihrem aktuellen Buch eine bestimmte Botschaft mitgeben?
Heimat und Zuhause kann, muss aber nicht ein und dasselbe sein. Ich finde es wichtig, beides im Herzen zu tragen.

Ein Gruß an Ihre Leser*innen:

Liebe Leserin, lieber Leser,
bestimmt kennst du den Spruch »Familie kann man sich nicht aussuchen – Freunde schon«. In meinen Romanen ist Familie immer ein Thema, weil sie nun mal das erste soziale Gefüge ist, mit dem wir im Normalfall in Kontakt kommen. Familie gehört zu mir, ich kann zwar mit ihr brechen, aber die Verwandtschaft bleibt immer bestehen. Diese Verbundenheit birgt großes Glück, aber auch Konfliktpotenzial so wie bei Carolin und Lola. Die beiden Schwestern haben einen Schicksalsschlag durchlebt und sich über die Jahre verloren. Verloren, aber nie vergessen. Danke, dass du Carolin auf ihrer Reise begleitest mit ihr erlebst, wie sie in ihre Familiengeschichte eintaucht, sich neuen Herausforderungen stellt – und dadurch möglicherweise auch in der Liebe neues Glück findet.
Herzlich,
Silvia Konnerth

Heidesommerträume

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