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Akt der Liebe Thriller

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Taschenbuch, Broschur ISBN: 978-3-453-67586-5

Erschienen: 09.08.2010
Dieser Titel ist lieferbar.

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Let there be Blood

Tod, Blut und Gewalt sind keine Unbekannten im Fifth Ward, einem berüchtigten Viertel von Houston. Doch die bestialische Hinrichtung einer Prostituierten stellt alles bisher Dagewesene in den Schatten. Ein perverser Killer sucht sich gezielt weibliche Opfer aus, um sein Verlangen nach Leidenschaft, Wut, Hass und Rache zu befriedigen. Für die Frauen beginnt ein Leben in ständiger Angst – für den Killer, der sich selbst als »Houston Hacker« bezeichnet, ist es ein Akt der Liebe.

Einer DER Klassiker des Serienkiller-Genres, jetzt endlich in überarbeiteter Neuausgabe.

Joe R. Lansdale (Autor)

Als Krimiautor ist der Texaner Joe R. Lansdale, geboren 1951 berühmt geworden mit der Serie um Hap Collins, einen weißen, heterosexuellen Kriegsdienstverweigerer, und Leonard Pine, einen schwarzen, schwulen Vietnam-Veteranen. Außer Krimis schreibt Lansdale Horror, Science Fiction, Western und Fantasy, sowohl Romane als auch Shortstories und Comictexte. Neben diversen Auszeichnungen für seine Fantasy- und Horrorromane erhielt er 2000 den Edgar der American Crime Writers Association für den besten Kriminalroman des Jahres.

Aus dem Amerikanischen von Gabriele Bärtels
Originaltitel: Act of Love
Originalverlag: Subterranean

Taschenbuch, Broschur, 288 Seiten, 11,8 x 18,7 cm

ISBN: 978-3-453-67586-5

€ 8,95 [D] | € 9,20 [A] | CHF 11,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Heyne Hardcore

Erschienen: 09.08.2010

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Eine absolute Leseempfehlung für alle, die Grenzen überschreiten möchten.

Von: Schattenkämpferin Datum: 05.09.2015

www.schattenwege.net

Der Fifth Ward ist die schlimmste Ecke, die Houston zu bieten hat. Marvin Hanson, von engen Freunden meist nur „Gorilla“ genannt, wuchs in diesem Viertel auf und kennt daher das Grauen, das dort vorherrscht, und die Gesetze, die dort befolgt werden, sehr genau. Aus diesem Grund werden er und sein Partner Joe Clark zu sämtlichen Fällen gerufen, die in dieser Gegend passieren – scheinen sie auch noch so harmlos.
Als Smokey, ein der Polizei bereits bekannter, dem Alkohol nicht gerade abgeneigter Obdachloser aus dem Fifth Ward, eine tote Prostituierte meldet, ist dem Ermittlerduo schnell klar, dass es sich hierbei nicht um einen simplen Straßenmord handelt, sondern mehr dahinter stecken muss, so grausam, wie die Leiche zugerichtet wurde. Ein anschließender Besuch im Leichenschauhaus, der selbst den hartgesottenen Polizeibeamten auf den Magen schlägt und alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt, macht ziemlich schnell klar, dass es sich beim Mörder um einen Serientäter handeln muss.

Für Hanson steht sofort außer Frage, den Killer ausfindig zu machen und zu stellen, doch mit jeder Stunde, die erfolglos vergeht, und mit jedem Tag, an dem der Täter von den Boulevardzeitungen als „Houston Hacker“ bezeichnet und auf die Titelseite gebracht wird, steigt der Druck auf Hanson. Nicht nur der von außen, sondern auch und vor allem der, den er sich selbst macht. Und immer lauter wird die Gewissheit, dass der Täter sich im näheren Umfeld befindet, denn interne Informationen gelangen nach außen und in die Presse. Und als schließlich auch noch anonyme Drohungen gegen Hansons Familie auf dem Plan treten, zählt für den Gorilla nur noch eines: der Tod des Killers durch seine Hand.

Im zarten Alter von nicht einmal dreißig Jahren befasste sich Joe R. Lansdale, der vor allem durch seine Reihe um das Ermittlerduo Hap Collins und Leonard Pine international bekannt wurde, mit dem damals absoluten Tabuthema der Nekrophilie. Die Morde in "Akt der Liebe" dienen nämlich nicht nur dem Tötungsakt selbst, die Opfer werden vielmehr erstochen und zerfetzt, aufgeschlitzt und eines Organs beraubt, anschließend während des eintretenden Todes oder direkt danach vergewaltigt. Doch der Autor begnügt sich nicht nur mit der harmlosen Umschreibung dieser für den gesunden Menschenverstand unfassbaren Vorgehensweise, sondern liefert dem ohnehin bereits angewiderten und schockierten Leser eine detailreiche Beschreibung des jeweiligen Zustandes der Leichen. Sehr anschaulich und gerade dadurch „nachvollziehbar“ werden dem Leser nicht gerade leicht verdauliche Happen zugeworfen, die allerdings genau das ausmachen, was Lansdale den Titel des Pioniers der Szene beschert hat.

Dabei ist vor allem erstaunlich, wie der Autor es schafft, mit nur wenigen wichtigen Charakteren eine derart dichte und umfangreiche Geschichte aufzubauen und eine solche Menge an möglichen Verdächtigen zu liefern. Anders als bei den heute bekannten Serienkiller-Romanen hat man bis zuletzt keinen konkreten Tipp, wer der Täter sein könnte, sieht man einmal von den Vermutungen der Ermittler selbst ab. Doch auch diese überzeugen den Leser nie hundertprozentig von ihrer Richtigkeit, sodass nicht nur Protagonist Hanson, sondern auch der Leser selbst tatsächlich bis kurz vor Ende des Buches im Dunkeln tappt.

Auch sprachlich erstaunt Lansdale seine Leser, denn trotz der Härte und der Abartigkeit der beschriebenen Verbrechen finden sich immer wieder literarische Perlen, die auch Wortliebhaber in ihrer Schönheit begeistern können. Eben dieser Mix aus Schönheit und Abschaum macht "Akt der Liebe" zu einem Buch, von dem man angetan und abgestoßen zugleich sein kann. Am Ende begreift man zwar noch immer nicht vollständig, was in einem Menschen vorgehen muss, um zu solchen Taten getrieben zu werden, doch beim Umblättern der letzten Seite weiß man bereits, diesen Roman nicht das letzte Mal in der Hand gehalten zu haben.

Die 2010 zum 30. „Geburtstag“ neu erschienene Auflage bei HeyneHardcore liefert, im Gegensatz zum recht harmlosen Original der Erstausgabe von 1999, ein immerhin in Ansätzen vorbereitendes Cover. Eine weitere Besonderheit sind das in vielen Punkten überzeugende Vorwort von Andrew Vachss, ein guter Freund des Autors, und das sympathische Nachwort von Joe R. Lansdale himself, in dem er den Werdegang des vorliegenden Romans seinen Lesern zugängig macht.

Fazit:

Blutig, detailreich, schockierend und ohne Rücksicht auf schwache Gemüter – schon auf den ersten Seiten nimmt "Akt der Liebe" den Leser vollends gefangen. Einzigartig in seiner Schreibe trägt Joe R. Lansdale völlig zu Recht den Titel des Vorreiters im Genre des Psychothrillers – damals wie heute setzt er ein Zeichen und lässt verstörte Leser zurück. Eine absolute Leseempfehlung für alle, die Grenzen überschreiten möchten.

Wertung: 5 von 5 Schwertpaaren

Handlung: 4 / 5
Charaktere: 5 / 5
Lesespaß: 5 / 5
Preis/Leistung: 5 / 5

Ein früher Rohdiamant des Serienkiller-Genres

Von: Dirk Hoffmann Datum: 11.04.2015

mamouliansgeschichten.blogspot.de

An einem Montag kurz nach Mitternacht findet der schwarze Säufer Smokey in einer Gasse des Houstoner Ghettos Pearl Harbor die schrecklich zerstückelte Leiche von Bella Louise, die ihm vor einer Stunde noch für fünf Dollar Erleichterung verschafft hat. Wenig später trifft auch Philip Barlowe am Tatort ein. Der Reporter unterhält im Houston Bugle mit „Houston: Crime Scene“ eine eigene erfolgreiche Kolumne und verweist in seiner Aufsehen erregenden Berichterstattung auf Insiderinformationen aus Polizeikreisen. Barlowe nennt den Killer Houston Hacker und sieht diesen in der Nachfolge Jack the Rippers. Der Hacker wendet sich mit Briefen sowohl an Barlowe als auch an die Cops und kündigt weitere Gräueltaten an.
Dem ermittelnden Detective Marvin „Gorilla“ Hanson kommt diese sensationslüsterne Zeitungsmache überhaupt nicht entgegen. Zusammen mit seinem Partner Joe Clark macht er sich auf die Jagd nach dem Hacker, der eine seltsame Erregung verspürt, wenn er sich an öffentlichen Orten an Frauen vergeht. Fast scheint es, als wolle er geschnappt werden. Hanson nimmt der Fall immer stärker mit. Er entfremdet sich von seiner Frau und Tochter, schläft kaum noch, treibt sich nachts auf den Straßen herum. Schließlich deutet alles darauf hin, dass der Killer es auch auf Hansons Familie abgesehen hat …
„Und langsam näherte sich sein Element, die Nacht, sie kroch heran, schwarzer Samt voller Geräusche der Stadt und ihrer Gerüche … und wie einzelne Diamanten, die auf der samtenen Dunkelheit lagen, waren da die Frauen. Huren, jede Einzelne von ihnen. Und wenn er könnte, wenn er genug Zeit hätte in einer Nacht, würde er sie alle vom Samt klauben und den Stoff ohne das Glitzern zurücklassen, voller Dunkelheit … und rotem, rotem Blut.“ (S. 103)
Als Joe R. Lansdale 1981 „Akt der Liebe“ erstmals veröffentlicht sah, hat er die seiner Meinung nach eher mittelmäßigen Detektiv-, Western- und Science-fiction-Abenteuer hinter sich gelassen, an denen er sich zuvor versucht hatte, und eine Tür aufgestoßen, die den Weg beispielsweise zu Thomas Harris‘ „Hannibal“-Reihe und dem Slasher-Genre ebnen sollte. „Akt der Liebe“ präsentiert sich dabei als echter Rohdiamant. Mit ungeschliffener Sprache begleitet Lansdale in seinem stakkatoartigen Plot nicht nur einen soziopathischen Killer mit nekromantischen Neigungen bei seinem Blutrausch-Treiben, sondern beobachtet auch, wie diese abscheuliche Mordserie einen Cop an den Rand der Verzweiflung treibt. Und schließlich bekommt auch die Sensationsgier der Medien ihr Fett weg, die sich damit rechtfertigen, nur die Nachfrage ihres Publikums zu befriedigen. Die Vernetzung von Verbrechen und ihrer Aufklärung, der Zersetzung von moralischen und familiären Werten sowie die Rolle der Medien bei diesem Zusammenspiel würden durchaus einen weitaus umfangreicheren, psychologisch fundierteren und atmosphärisch dichteren Roman nahelegen. So wirkt „Akt der Liebe“ wie die erste Fingerübung eines Autors, der mittlerweile zu den ganz Großen seines Genres zählt, aber eine, die in ihrer Radikalität und Schärfe dem Leser den Geruch von Blut direkt in die Nase treibt.
Ein Vorwort von Andrew Vachss und ein Nachwort von Lansdale selbst beschreiben den Stellenwert von „Akt der Liebe“ für das Horror-Genre und für die Entwicklung des Autors, der durch Heyne Hardcore endlich einer breiteren Leserschaft bekannt gemacht wird.

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