Alles was glänzt

Roman

Taschenbuch
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»Eine der aufregendsten jungen Stimmen der deutschsprachigen Literatur.« SPIEGEL ONLINE

Marie Gamillscheg nimmt den Leser mit in eine allmählich verschwindende Welt. Vielstimmig und untergründig erzählt ihr Debüt von einer kleinen Schicksalsgemeinschaft im Schatten eines großen Bergs, von Strukturwandel und einem Ungleichgewicht in der Natur, vom Glanz des Untergangs wie des Neubeginns.

»Eine der aufregendsten jungen Stimmen der deutschsprachigen Literatur.«

SPIEGEL ONLINE

Originaltitel: Alles was glänzt
Originalverlag: Luchterhand
Taschenbuch, Broschur, 224 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-442-71899-3
Erschienen am  11. November 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Volle Punktzahl für Marie Gamillscheg

Von: Karin Elsen aus Fürth / Bayern

07.03.2020

Das Leben dieses einen Dorfes wird vom Berg bestimmt. Zuerst und für sehr lange Zeit hat der Berg das Dorf ernährt durch den Bergbau, danach durch den Tourismus. Doch nun ist der Berg ausgehöhlt wie ein Schweizer Käse und droht einzustürzen. Ein Journalist hat das ausführlich recherchiert und einen Artikel darüber geschrieben. Nachdem kein Bergbau mehr betrieben werden konnte, setzten die Dorfbewohner auf Tourismus. Doch dank dem Artikel bleiben nun die Besucher fern. Immer mehr Dorfbewohner ziehen in die Stadt, immer mehr Häuser stehen leer. Die wenigen die es da noch aushalten, wollen aber auch nichts unternehmen um das Dorf zu retten. Als Merih, „Regionalmanager“ ins Dorf kommt um die Dorfgemeinschaft zum Zusammenhalt zu festigen, unterstützt niemand seine Bemühungen, nicht einmal der Bürgermeister. Martin, ein junger Mann aus dem Dorf hat einen tödlichen Unfall auf der Straße die den Berg hinauf führt. Die Serpentinen tragen die Namen der Stollen die auf der Höhe in den Berg getrieben wurden. So wird Martins Unfall lapidar beschrieben: „Von Hubertus hat es ihn aus der Kurve geworfen, auf Thekla ist das Auto auf dem Dach liegen geblieben.“ (Seite 22) Überhaupt, die Sprache des Buches, wie soll ich sie beschreiben? Ich würde sie am liebsten auch als eine der Hauptgestalten des Buches definieren. Trockener Humor: „Im Tal beginnt etwas: ein Montag“ (Seite 16) nüchterne Beschreibungen die keinerlei Raum für Sentimentalitäten offen lassen: „Wenn der Berg auf den Ort herunterkommt, wird Susa vom Küchenfenster zuschauen“ (Seite 46). Fazit: sehr lesenswert!

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Deprimierende Schicksale in einem trostlosen Dorf

Von: Xirxe aus Hannover

26.08.2019

Seitdem ein Journalist dem Bergdorf den Untergang vorhersagte, ging es nur noch bergab. Die Touristen blieben aus, Menschen zogen weg, die Häuser begannen zu verfallen. Die die blieben, halten stur am Bestehenden fest, hoffen auf bessere Zeiten oder warten nur darauf, wegzukommen. Da geschieht ein großes Unglück und zeitgleich kommt Merih, ein Regionalmanager, der einen Anfang machen möchte: für das Dorf und für sich. Im Großen und Ganzen ist dies schon die gesamte Handlung des etwas mehr als 200 Seiten umfassenden Buches. Der Schwerpunkt liegt auf der Darstellung der einzelnen Bewohner, aus deren Sicht abwechselnd ihre eigene Situation geschildert wird. Alle vereint Resignation, was das Dorf betrifft. Was sie unterscheidet, ist der Umgang damit. Da ist Therese, die unbedingt weg möchte; Wenisch, der darauf hofft, dass seine Tochter mit Familie zu ihm zieht; Susa, die alles so lassen möchte wie es ist. Und Merih, der Neuhinzugekommene, der ebenfalls die Trostlosigkeit sieht, aber auch ein Potential - weshalb er ja hier ist. Ihre Wege kreuzen sich, aber außer Oberflächlichkeiten findet kein Gespräch statt. Marie Gamillscheg erzählt dies in einer sehr speziellen Sprache. Kurze Sätze, mit einem Blick für Kleinigkeiten, sehr detailliert; überdurchschnittlich viele Aufzählungen; Gedanken wechseln sich ab mit Beschreibungen ohne Kennzeichnungen. Anfangs empfand ich diesen Stil als ungewöhnlich und passend für diesen Ort und die Atmosphäre; für dieses Unglück, das sich gleich zu Beginn ereignet. Doch da die Handlung praktisch vor sich hin plätschert, wurde dieser Stil zusehends ermüdend. Die Charaktere waren mir fern, sie kamen mir mit keiner Seite näher und als ich das Buch beendet hatte, verlor ich keinen weiteren Gedanken an die beschriebenen Personen. Wenn es der Autorin gelungen wäre, ihren ProtagonistInnen richtiges Leben einzuhauchen und nicht nur von außen zu betrachten, wäre es wirklich tolles Buch geworden.

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Vita

Marie Gamillscheg, geboren 1992 in Graz. Lebt in Berlin, arbeitet als freie Journalistin u.a. für ZEIT Campus. Veröffentlichungen in zahlreichen literarischen Zeitschriften und Magazinen. Ihr Roman "Alles was glänzt" landete auf der ORF-Bestenliste, wurde für den aspekte Literaturpreis nominiert und mit dem Österreichischen Buchpreis für das beste Debüt 2018 ausgezeichnet.

Zur AUTORENSEITE

Pressestimmen

»Marie Gamillscheg ist Spezialistin für den menschlichen Faktor und die Überzeugungskraft des Details, für Misstöne der Zukunftsmusik und die Wahrheit des Körpers.«

FAZ

»Man darf gespannt sein, was diesem glänzenden Debüt folgt.«

Deutschlandfunk