Amundsens letzte Reise

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Amundsens letzte Reise
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Verschollen im ewigen Eis - Mythos Amundsen

Am 18. Juni 1928 besteigt Roald Amundsen in Tromsø ein französisches Flugboot mit Ziel Spitzbergen. Der Bezwinger des Südpols und norwegische Nationalheld macht sich auf, den Polarforscher Umberto Nobile zu retten, der mit dem Luftschiff „Italia“ bei der Rückkehr vom Nordpol abgestürzt ist. Am Abend jenes Tages geht ein Funkspruch von der Latham 47 ein – es sind die letzten Lebenszeichen von Amundsen und der Crew. Bis heute fehlt von ihnen jede Spur. Was ist damals tatsächlich passiert?


Aus dem Norwegischen von Christel Hildebrandt
Originaltitel: Amundsens letzte Reise
Originalverlag: btb HC
Taschenbuch, Broschur, ca. 464 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
24 Seiten farbiger Bildteil
ISBN: 978-3-442-77058-8
Erscheint am 13. September 2021

Leserstimmen

Akribisches Sachbuch

Von: Buchvogel

05.10.2019

Im Jahr 1928 fuhr das Luftschiff Italia zum Nordpol, eine gewaltige Erstleistung. Doch beim Rückflug havarierte das Luftschiff unter der Leitung von Umberto Nobile. Eine gewaltige Suche begann, die größte, die das Nordpolargebiet je gesehen hat. Auch Amundsen, der berühmte Polarforscher, war Teil der Suche, doch er sollte davon nie mehr wiederkehren. "Amundsens letzte Reise" ist ein Sachbuch, das chronologisch die Geschehnisse um die Fahrt der Italia, der Suchmannschaften und Amundsen schildert. Es ist weniger ein Bericht über die Verhältnisse im Nordpolargebiet, auch wenn das natürlich eine gewaltige Rolle spielt. Aber mehr noch ist es ein Bericht über die damaligen Verhältnisse. Es ist ein Bericht darüber, mit welcher mentalen Grundhaltung und mit welcher Technik Menschen sich Richtung Nordpol wagten. Die politischen Verhältnisse spielten dabei auch eine Rolle, so mancher Nation ging es mehr darum, sich bei der Rettungsaktion gut und kompetent darzustellen als das pure Menschenliebe den Ausschlag gegeben hätte. Italien, Norwegen, Schweden, Finnland, Russland, Dänemark und Frankreich beteiligten sich schließlich an der Suche und bekräftigten so ihren Anspruch auf die Polarregionen. Es war eine große Suche in einem großen Gebiet. Die Mannschaft der Italia hatte sich aufgeteilt. Eine Gruppe war bei der ersten Havarie des Luftschiffs aus der Gondel geschleudert worden, darunter der Expeditionsleiter Nobile, sein Foxterrier, und glücklicherweise auch das Funkgerät sowie Proviant und Zelte. Dann bekam das Luftschiff wieder Auftrieb und trieb steuerlos davon mit sechs Unglücklichen, die noch an Bord waren. Die Zeltgruppe um Nobile teilte sich später auf, die drei kräftigsten Männer versuchten, sich zu Fuß auf dem Weg in die Zivilisation zu machen und Hilfe zu holen. Auch Amundsen wollte zu Hilfe eilen, aber er wurde - aus diversen politiktaktischen Gründen - nicht angefragt und schloß sich schließlich privat der Suche an, mit einem Flugzeug, das ihm von einem privaten französischen Gönner überlassen wurde, die Latham. Die Zeit der rauen Helden, wie Amundsen es war, war aber eigentlich vorbei, die Zukunft gehörte der Aufklärung mit Luftschiffen und Flugzeugen. Es sollte der letzte große Einsatz Amundsens werden. Das Buch ist ein Sachbuch und wechselt zwischen spannenden Szenen (z.B. die Verzweiflung innerhalb der Zeltgruppe bei ihrem Überlebenskampf) und Details wie die Tankkapazitäten der einzelnen Suchboote oder Flugschiffe und wer wann welchen Funkspruch absetzte oder welches Gebiet überflog. Der Spagat, sowohl Leute anzusprechen, die noch gar nichts über die Suche nach der Italia und der Latham wissen als auch die, die tief in der Materie drin sind, ist sicherlich schwierig und alles in allem gut gelungen. Die Autorin Monica Kristensen ist selbst Polarforscherin und für ihre wissenschaftlichen Forschungsarbeiten ausgezeichnet. Wenn ich den Stil zusammenfassen müsste, würde ich es "akribisch" nennen. Kleinste Details fügt sie zusammen und entwirft so eine neue Theorie, was mit Amundsen geschehen ist, die ich logisch bestechend fand.

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Eine gigantische Rettungsaktion im ewigen Eis des Nordens und das ungelöste Rätsel um Amundsens Verschwinden

Von: Ravana

31.07.2019

Als Roman und Bettlektüre ist „Amundsens letzte Reise“ nicht zu empfehlen – dafür ist die Kost zu schwer. Wer aber mehr über die dramatischen Expeditionen des Jahres 1928 ins arktische Eismeer erfahren möchte, der sollte unbedingt zugreifen. Für ein Sachbuch ist das Werk sehr zugänglich, dafür sorgen die gelegentlichen erzählerisch eingebrachten, atmosphärischen Szenerien - und am Ende steht das noch immer ungelöste Rätsel, was mit den verschollenen Expeditionsteilnehmern geschehenen ist, die niemals gefunden wurden.

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Vita

Die Glaziologin und Schriftstellerin Monica Kristensen ist eine der bekanntesten norwegischen Polarforscherinnen und leitete selbst zahlreiche Expeditionen in arktische und antarktische Gebiete. Für ihre wissenschaftlichen Forschungsarbeiten wurde sie vielfach ausgezeichnet u.a. mit der Goldmedaille der Royal Geographical Society. 1989 machte Starfotograf Lord Snowdon eine lengendäre Aufnahme von ihr, die in der Vogue erschien.

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