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Armageddon Rock Roman

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Taschenbuch, Broschur ISBN: 978-3-453-31805-2

Erschienen: 14.11.2016
Dieser Titel ist lieferbar.

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Horrorshow

1971 wird Peter Hobbins, der Sänger der legendären Rockband Nazgûl, während eines Konzerts auf offener Bühne erschossen. Zehn Jahre später gehen die übrigen Bandmitglieder, begleitet von dem abgebrannten Musikjournalisten Sandy Blair, wieder auf Tour. Doch noch während die Nazgûl ein furioses Comeback feiern, geschehen mehrere bestialische Morde. Sandy beginnt Fragen zu stellen, und schnell wird ihm klar, dass es bei den Konzerten der Band nicht mit rechten Dingen zugeht …

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George R.R. Martin (Autor)

George Raymond Richard Martin wurde 1948 in New Jersey geboren. Sein Bestseller-Epos Das Lied von Eis und Feuer wurde als die vielfach ausgezeichnete Fernsehserie Game of Thrones verfilmt. George R.R. Martin wurde u. a. sechsmal der Hugo Award, zweimal der Nebula Award, dreimal der World Fantasy Award (u.a. für sein Lebenswerk und besondere Verdienste um die Fantasy) und dreimal der Locus Poll Award verliehen. 2013 errang er den ersten Platz beim Deutschen Phantastik Preis für den Besten Internationalen Roman. Er lebt heute mit seiner Frau in New Mexico.

Aus dem Amerikanischen von Peter Robert
Originaltitel: Armageddon Rag
Originalverlag: Golkonda

Taschenbuch, Broschur, 576 Seiten, 11,8 x 18,7 cm

ISBN: 978-3-453-31805-2

€ 9,99 [D] | € 10,30 [A] | CHF 13,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Heyne

Erschienen: 14.11.2016

  • Leserstimmen

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Klassiker und Rock-Roman

Von: A.D. Datum: 22.03.2017

www.kultplatz.net

Ein früher Roman, der die Karriere von GRRM für einige Jahre in die Knie zwang. Jetzt wiedergelesen beeindruckt mich das Buch noch mehr als 1992 in der ersten Heyne Ausgabe und wird hoffentlich viele, viele Leser finden.

Reiseroman, Musikroman, Horrorgeschichte, Martin vereint gekonnt und stilsicher alles zu einem faszinierenden, stilsicheren Epos und einer Rockdoku.

In diesem Roman zeigt sich die ganze Klasse des Autors, sein Geschick, sein Wissen, seine sichere Hand dafür, Stoffe genau so ausufernd und detailliert wie faszinierend zu erzählen, trotz des gemächlichen Tempos nicht eine Seite lang Langweile aufkommen zu lassen.

Lesenswert. Schlicht und ergreifend.

Music to wake the dead

Von: ralfreitze Datum: 06.01.2017

https://feinerbuchstoff.wordpress.com/

Schon die Widmung des bereits 1983 in Amerika erschienenen Romans „Armageddon Rock“ des hochprämierten Autor George R.R. Martin macht klar, wohin die Reise geht. In die musikalische Zeit der 60er, 70er Jahre, als überall auf der Welt die Popkultur aufblühte und die Träume, durch die eingenommenen Drogen zumeist bunter waren. Der Optimismus und der Drang die Welt zu verändern, waren überall zu spüren und die schöne neue Welt greifbar nahe.

Damals … Damals war alles besser, wir hegen bittersüße Gedanken an gesehene Filme, erlebte Begegnungen, gehörte Musik, doch kann das Damals noch mit dem Heute standhalten? Manches ist aus dem heutigen Blickwinkel betrachtet überholt, veraltet und oft stellt man sich die Frage, ‚Was habe ich bloß daran gefunden?‘ Trotzdem erinnert man sich gerne an frühere Begebenheiten, wann man bestimmte Bücher gelesen, Orte besucht oder Musik gehört hat. Diesen Zauber, den insbesondere Musik in uns hervorruft, davon erzählt Armageddon Rock.

Dieses Buch hatte ich in den 80er Jahren schon mehrmals gelesen und innig geliebt. Da es verschollen ist, habe ich mich gefreut dass der Heyne Verlag diesen Band neu aufgelegt hat. Dass George R.R. Martin inzwischen eher als Fantasyautor bekannt ist, aber schon früher großartige Romane schrieb, wissen meist nur die eingefleischten Fans. Doch kann ein 30 Jahre altes Buch die damalige Magie wieder aufleben lassen?



Das Altamont Free Concert 1969 war für viele das symbolische Ende der Unschuld der Hippiebewegung, die mit Woodstock noch so verheißungsvoll angefangen hatte. In Armageddon Rock erweitert Martin das Trauma der Hippies um das West Mesa Festival, bei dem der Leadsänger der (erfundenen) Gruppe Nazgûl während des Auftritts von einem Scharfschützen erschossen wird.

Zehn Jahre später erhält Sandy Blair, ein freier Journalist und Schriftsteller, von seinem früheren Arbeitgeber bei einer bekannten Popzeitschrift, den Auftrag, den Mord an einem bekannten Rockpromoter, der die Nazgul unter lebenslangem Knebelvertrag hatte, zu untersuchen. Ihm wurde zu Hause, während die letzte Platte der Nazgul lief, das Herz herausgerissen. Auf den Tag genau dreizehn Jahre nach dem Tod des Sängers der Nazgul. Sandy, frustriert von seiner derzeitigen Lebenssituation, macht sich auf den Weg, die drei verbliebenen Bandmitglieder zu finden. Auf seinem Weg besucht er auch alte Freunde und seine eigene Vergangenheit. Der Tenor ist hauptsächlich: Was ist aus uns geworden.

„Ich erinnere mich, zum Teufel, ich weiß, es war beschissen damals, wir hatten den Krieg und Rassismus und Nixon und den alten Spiro, aber weißt du, wir hatten auch … ich weiß nicht … so was wie Optimismus. Wir wussten, dass die Zukunft besser werden würde. Wir wussten es. Wir würden dafür sorgen. Wir würden die Dinge um uns herum verändern, und wir hatten unsere Jugend, stimmt, also war die Zeit auf unserer Seite. Wir wussten was richtig und was falsch war, wir wussten, wer die Bösen waren, und es gab ein Gefühl der Zusammengehörigkeit.“

Jeder der Besuchten hat einen anderen Lebenslauf hinter sich – und wer in dieser Zeit aufgewachsen ist, findet bei den beschriebenen Charakteren sicherlich den ein oder anderen vertrauten Charakterzug. Die Öko-Frau die sich in eine Hippiekommune zurückgezogen hat, der Außenseiter, der Hedgefondmanager geworden ist, der unter der Fuchtel seines faschistischen Vaters stehende, gebrochene Sohn. Alle Kinder ihrer Generation. Eine verlorene Generation, die es eigentlich recht einfach hatte:

„[…] wir waren wirklich anders als alle Generationen, die sich vor uns aufgemacht hatten, weil wir so verdammt viele waren. Wir sind die Babyboomer, der größte, haarigste Haufen, den man je eingeladen hatte, in die Party des Lebens reinzuplatzen. Unser ganzes Leben lang war die amerikanische Gesellschaft damit beschäftigt, sich in unserer Gestalt neu zu erschaffen. Die Vorstädte wurden gebaut, um uns zu beherbergen. Spielzeug, Windeln und Babynahrung hatten ihre große Zeit, als wir sie benutzten. Die Medien sind uns auf Schritt und Tritt in unseren süßen, rosigen Arsch gekrochen.“

Immer mehr verdichten sich die Gerüchte um eine Reunion der Nazgûl. Doch wer sollte den Part des charismatischen Leadsängers spielen. Hier hält George R.R. Martin noch die eine und andere Überraschung bereit.

Armageddon Rock ist im Grunde genommen ein Musik-Thriller mit Krimianleihen. Was das Buch so besonders macht, ist der sehr gute Blick und die treffende Beschreibung der Babyboomer, ihrer geplatzten Träume und den Versuchen einen Platz in der Gesellschaft zu finden. Die Charaktere sind alle sehr lebensecht und authentisch. Sandy Blair taucht wieder in die 60er Jahre ein, als er seinem Auto den Namen Tagtraum gibt. Dass dieses ein hippieuntypischer Sportwagen der Marke Mazda ist, ist für ihn zweitrangig. Irgendwie muss das Gefühl doch wiederkommen. Martin versteht es, die Spannung aufrechtzuerhalten, seine Beschreibung der Konzerte der Nazgûl sind lebensecht, fast vermeint man die treibende Kraft und Spannung der Musik zu hören. Seitenlang liest man Beschreibungen der Konzerte und hört das Pulsieren der Musik, so echt wirken die Darstellungen.

Ein nach 30 Jahren immer noch packender und elektrisierender Roman, der keinerlei Patina angesetzt hat und zeitlos wirkt. Ein frühes Buchhighlight des jungen Jahres.

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