Balkan Blues

Roman

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Taschenbuch
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Oma ist tot – keiner hätte gedacht, dass sie tatsächlich noch mal stirbt –, und sie wünscht sich in der Heimat, in Bosnien, nach muslimischem Brauch begraben zu werden. So macht sich die 32-jährige Enkelin Lania zusammen mit ihren beiden Brüdern, die wie sie in Italien aufgewachsen sind, auf den Weg, der Großmutter den letzten Wunsch zu erfüllen. Ein melancholischer Roadtrip voller grotesker Hindernisse beginnt: mit dem Zug, Bus, per Anhalter und zu Fuß gelangen sie schließlich nach Srebrenica. Es ist eine Reise ins verwundete Herz Europas, auf der Suche nach der eigenen Identität, voll von schwarzem Humor und starken Gefühlen.


DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Italienischen von Barbara Schaden
Originaltitel: Dieci prugne ai fascisti
Originalverlag: Elliot/ Lit Edizioni Srl
Taschenbuch, Broschur, 224 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-442-71664-7
Erschienen am  12. August 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Zeljka Ilic

Von: books dreamland

10.02.2020

Ich bin ganz zufällig auf dieses Buch gestoßen und dachte mir, oh das wäre sicher nicht schlecht. Da ich auch aus dem ehemaligen Jugoslawien komme, und diesen Bezug habe, war ich extrem neugierig. Nun muss ich sagen, dass das Buch alles in allem mich hat überzeugen können. Die Autorin wählt einen humorvollen und doch realistischen Schreibstil, mit dem man ziemlich gut in die Geschichte reinkommt. Sie erzählt sehr fließend, sodass man nach kurzer Zeit feststellt, dass man sehr weit in der Geschichte gekommen ist. Das finde ich großartig, da es dadurch keine langatmigen Stellen gibt. Auch an Spannung fehlt es nicht. Die ganzen Geschehnisse machen es "spannend" und vor allem schockieren sie einen immer wieder. Erst durch solche Geschichten sieht man, wie schrecklich Krieg ist und wie leid einem diese Menschen tun. Alles in allem ist es ein gutes Buch, welches mich gut unterhalten hat. Ich kann es auch aufgrund der wichtigen Thematik jedem ans Herz legen. Krieg ist und bleibt etwas schreckliches.

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Herzzerreißend witzig

Von: Read Ost

26.10.2019

Bereits sieben Jahre vor dem wirklichen Tod der Großmutter bereitet die Familie auf Wunsch von „Nana“ in Elvira Mujčićs „Balkan Blues“ die Bestattung nach muslimischen Brauch vor. Als der traurige Tag dann schließlich eintritt, ist das (emotionale) Chaos groß: Das Beerdigungsunternehmen, dass den Körper von Italien nach Bosnien bringen sollte, existiert nicht mehr, die Familie ist in ganz Europa verteilt und die drei Geschwister (und Enkelkinder) müssen sich innerhalb kürzester Zeit in die alte Heimat begeben, um es rechtzeitig zur Beerdigung zu schaffen. Es beginnt ein urkomischer Roadtrip. Das Ziel von Lania und ihren beiden Brüdern ist Srebrenica. Der Ort des Massakers an der muslimischen Minderheit. Der Ort, an dem ihre Großeltern ein Haus bauten, eine Familie gründeten, den sie Heimat nannten und aus dem sie schließlich vertrieben wurden, bis heute unwissend um das Schicksal ihrer beiden Söhne und weiterer Familienmitglieder. „Balkan Blues“ ist eine heitere, selbstironische Erzählung, dennoch bindet die aus dem ehemaligen Jugoslawien stammende und in Italien lebende Autorin Elvira Mujčić in zarten Nuancen die Schrecken der Vergangenheit und des Krieges ein. Da sind die vielen Briefe des Roten Kreuzes, die sich im Nachttisch befinden und von der erfolglosen Suche des Vaters der Geschwister zeugen, die vielen weißen Kreuze auf den Feldern neben der Straße, die auf den letzten Kilometern vor dem Ankommen von Lania und ihren Brüdern von den Ermordeten des Ortes erzählen, die Frage nach der Identität der Überlebenden, nachdem es das Land ihrer Kindheit und Jugend nicht mehr gibt. Dennoch bietet „Balkan Blues“ viele komische Momente, immer mit dem Fokus auf die Zukunft.

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Vita

Elvira Mujčić

Elvira Mujčić, 1980 im heutigen Serbien geboren, hat in Bosnien und Kroatien gelebt, bis sie mit zwölf Jahren als Flüchtling nach Italien kam. Sie schreibt auf Italienisch, übersetzt aus dem Serbischen, Kroatischen und Bosnischen und ist Autorin mehrerer Romane und Theaterstücke. Elvira Mujčić lebt in Rom.

Zur AUTORENSEITE

Barbara Schaden

Barbara Schaden studierte Romanistik und Turkologie in Wien und München, arbeitete anschließend als Verlagslektorin und ist seit 1992 freiberufliche Übersetzerin aus dem Englischen, Französischen und Italienischen. Sie übersetzt neben Kazuo Ishiguro unter anderem Patricia Duncker und Nadine Gordimer. Barbara Schaden lebt in München.

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