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Blutiges Land Roman

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Taschenbuch, Broschur ISBN: 978-3-7341-0240-0

Erschienen:  16.01.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

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Ein Krieg, zwei Religionen – und zwei Freunde, die sich bis aufs Blut bekämpfen

Seit ihrer Jugend sind der Müllerssohn Eik und der Landadelige Valerian befreundet – bis sich Eik in Valerians Schwester verliebt. Der junge Edelmann ist so vehement gegen diese unstandesgemäße Verbindung, dass sich die Männer fortan aus dem Weg gehen. Doch der 30-jährige Krieg ändert alles. Während Eik sich auf die Seite der Protestanten schlägt, schließt sich Valerians Familie den Katholiken an. In der Schlacht von Magdeburg treffen sie wieder aufeinander – und nur einer kann überleben!

Wolfgang Thon (Autor)

Wolfgang Thon wurde 1954 in Mönchengladbach geboren. Nach dem Abitur studierte er Sprachwissenschaft, Germanistik und Philosophie in Berlin und Hamburg. Heute ist er als Übersetzer und Autor für verschiedene Verlage tätig. Er ist Vater von drei mittlerweile erwachsenen Kindern und lebt, schreibt, übersetzt, reitet und tanzt (Argentinischen Tango) in Hamburg.

ORIGINALAUSGABE

Taschenbuch, Broschur, 544 Seiten, 11,8 x 18,7 cm

ISBN: 978-3-7341-0240-0

€ 9,99 [D] | € 10,30 [A] | CHF 13,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Blanvalet

Erschienen:  16.01.2017

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Blutiges Land

Von: Svanvithe Datum: 16.03.2018

svanvithe.blogspot.de

Im Jahre 1626 geraten drei junge Menschen in die Wirren des Dreißigjährigen Krieges. Es sind Valerian von Villesen, Sohn eines Landadligen, und Eik Schmalens, Sohn des Müllers, trotz ihrer Standesunterschiede seit der Kindheit Freunde, die auch zusammen den Kampf mit Degen und Schwertern geübt haben Die anfängliche Jugendfreundschaft hat sich jedoch in den letzten Jahren abgekühlt, und dafür gibt es einen hübschen Grund: Valerians Schwester Augusta, die dritte im Bunde, die Eik in Französisch, Italienisch, Geschichte und Etikette unterrichtete. Dass Augusta überdies Eiks Gefühle zu erwidern scheint, stört Valerian ungemein. Er ist gegen die Verbindung, zumal sie angesichts der unterschiedlichen Herkunft keine Zukunft haben dürfte.

Als der Dreißigjährige Krieg auch vor der Heimat der drei, dem Dorf Bruchhausen und Schloss Villesen, nicht Halt macht, ändert sich im Leben von Valerian, Eik und Augusta alles. Eik verliert seine Mutter und muss darüber hinaus mit anschauen, wie sein Vater von Soldaten der katholischen Liga getötet wird und Valerian daneben steht, ohne einzugreifen und diese Tat zu verhindern. Erschüttert und von eisigem Hass getrieben, schlägt sich Eik auf die Seite der Protestanten, indes Valerian sich den Katholischen zuwendet. So werden aus einstigen Freunden Gegner. Und auch für die Liebe sieht es düster aus: Augusta wird nach Frankreich verheiratet.


Wolfgang Thon erzählt mit „Blutiges Land“ ein Stück bewegender Zeitgeschichte, in der seine Protagonisten – und damit auch die Leser – miterleben können, wie eine Auseinandersetzung um den wahren Glauben und das Machtgefüge die Welt verändert. Es sind aufregende Abenteuer, aber gleichzeitig auch die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges, denen sich die Figuren stellen müssen.

Dem Autor gelingt es, dank eines guten Hintergrundwissens der Historie äußerst realitätsnah und mittels intensiv beschriebener, zum Teil grausamer und abscheulicher blutiger Szenen die Gewalttätigkeit und Erbarmungslosigkeit der kriegerischen Konflikte darzustellen. Hierbei erweist sich die offensive Schilderung von Taktik, Angriffen und Kampfhandlungen als vordergründig und unabdingbar, die fiktiven Charaktere agieren gemeinsam mit historischen Persönlichkeiten wie Wallenstein und Tilly, bleiben allerdings stets im Mittelpunkt des Handlung. Es sind vor allem Eik, Valerian und auch Augusta, die am Kreuzweg ihres Lebens stehen, der ihnen eine Zukunft bieten kann oder aber den Tod bringt.

Während Valerian die Position der Katholiken vertritt, findet Eik Rückhalt bei den Protestanten. Beide sehen sich mit den Fragen des Glaubens und damit der Motivation für ihr Handeln konfrontiert, setzen sich mit dem Für und Wider auseinander, ohne dass eine Entscheidung für ein Richtig oder Falsch getroffen wird. Wolfgang Thon ermöglicht es dem Leser außerdem, unmittelbar an der Gedankenwelt seiner Protagonisten teilzuhaben.

Die Ausarbeitung der Art der Freundschaft von Eik und Valerian ist zwar etwas zu kurz geraten, hingegen die Entwicklung zu Männern, die kämpfen lernen, sowie die widersprüchlichen Gefühle der einstigen Freunde sind nachvollziehbar und auf sprachlich hohem Niveau beschrieben. Daneben ist der Handlungsstrang, der Augustas Schicksal beleuchtet, naturgemäß ruhiger erzählt, wenngleich er mit außergewöhnlichem Geschehen aufwartet.

Insgesamt hat Wolfgang Thon seine Figuren mit glaubhaften Wesenszügen ausgestattet. Sie verfügen über Verstand, Courage, Mut, Ehrgeiz und eine Tatkraft, die sie vorwärts treibt und dazu befähigt, ihre Ziele nicht aus den Augen zu verlieren und ihnen selbst bei Rückschlägen zu folgen. Und trotzdem gibt es Momente, in den sie schwach und eigennützig und damit fehlerhaft sind, Mitmenschen enttäuschen und verletzen.

„Blutiges Land“ zeigt einmal mehr, was Kriege für die Menschen bedeutet und aus ihnen machen kann und wie schwierig es ist, Loyalität und Vertrauen, Freundschaft und Liebe zu bewahren. Aber auch, dass es Hoffnung gibt...

Rezension: »Blutiges Land« von Wolfgang Thon

Von: Germanbookishblog Datum: 03.06.2017

germanbookishblog.blogspot.de

Dieses Buch hat sehr viel Zeit gebraucht, um es zu lesen. Ich bin aber sehr froh, dass ich diese Zeit in die Geschichte um Valerian und Eik investiert habe.
Das Buch ist in mehrere Teile aufgeteilt, die dann manchmal auch Jahre auseinander liegen. Der erste Teil beispielsweise wird vom zweiten Teil gefolgt, der aber zwei Jahre nach den Ereignissen aus Teil 1 spielt.
Im ersten Teil geht es grob um die Vorgeschichte. Eik und Valerian leben nah beieinander und werden von Protestanten (die evangelische Partei), die auf der Flucht vor den Unionisten (katholische Partei) sind. Dabei ist Eik gerade auf dem Feld und soll weiterhin Trüffel bergen, damit die Protestanten dann etwas zu essen bekommen, sie schlagen ihr Lager nämlich im Gasthaus von Eiks Eltern auf. Eik gelingt es zu flüchten und er rennt zum Landshaus der Adligen von Villessen, indem auch Valerian wohnt. Dieses ist jedoch von den Unionisten besetzt worden. Dann gibt es ein hin und her, bis die Unionisten die Protestanten angreifen, indem sie die Gaststätte in Brand setzten. Eik konnte vorher noch sicherstellen, dass die wichtigen Leute fliehen konnten: Hauptmann de Vries, Gabriel de Lemos und seine Tochter Leona und ein französischer Gesandter. Nun sind sie auf der Flucht zusammen mit Eik, der jedoch zurückkehrt, um seinen Eltern noch zu helfen. Dabei sieht er aber wie sein Vater von den Unionisten ermordet wird und wie sein langjähriger Freund Valerian einfach daneben steht und nichts macht. Er hat sich Rache geschworen, er wird Valerian und die Unionisten umbringen, komme was wolle...
Eine tolle Ausgangssituation, ich kam zwar anfangs nicht ganz klar, wer wer ist und wo jetzt gerade wer war, dennoch hat mir dieses Verworrene echt gefallen.
Ich fand es im Buch sehr interessant, dass man Einblick in beide Parteien des dreißigjährigen Kriegs bekommen hat: Eik bei den Evangelen und Valerian bei den Katholiken. Außerdem wurde dies nochmal durch kleine Sichtwechsel in beispielsweise Valerians Schwester Augusta, die mit einem französischen Kardinal verheiratet war, versüßt. So hat man dann auch nochmal die Sicht der nicht in Deutschland lebenden Parteien bekommen.
Durch den Krieg, wurden Eik und Valerian oft in verschiedenen Städten, z.B. Hamburg oder Magdeburg, stationiert. Diese Ortswechsel haben für mich sehr viel ausgemacht. Sie haben gezeigt, dass ein Krieg immer mit Bodengewinn oder Bodenverlust verlaufen muss. So werden taktische Züge gegen einen Ort gehegt, der von einer Partei besonders besetzt ist, usw.
Die Charaktere waren diesmal für mich etwas ganz besonderes. Ich möchte alle Protagonisten, ich hasste alle Antagonisten. So etwas passiert mir nur selten, da irgendein Protagonist mega unsympathisch ist oder ein Antagonist seiner Rolle nicht gerecht wird. Das war hier gar nicht der Fall. Thon weiß, wie man seine Charakter richtig charakterisiert, um sie entweder negativ oder positiv darzustellen. Eine wahre Kunst, die nicht jeder Autor beherrscht, große Klasse!
Die Darstellung des Kriegs war für mich erschreckend gut dargestellt. Es gab Szenen, da war ich einfach nur geschockt, was die Protagonisten da sahen und Thon schafft es durch detailreiche Beschreibungen und die richtige Wortwahl etwas unheimliches, übelkeiterregendes zu erschaffen, das der Blutrünstigkeit des dreißigjährigen Kriegs eindeutig gerecht wird. (Mehr dazu auch gleich noch im Spoiler-Teil, der jedoch nur eine kleine Nebensache spoilert, dennoch will ich kein Risiko eingehen...)
Eine Sache hat mich an den Buch dennoch gestört: die Kapitel sind bei einer so kleinen Schrift extrem lang. Man hat hier einfach nur 19 Kapitel + 3-seitigen Prolog auf 540 Seiten verteilt. Da kann man dich ja ausrechnen, wie lang so ein Kapitel im Durchschnitt ist. Die kleine Schrift, die eine ganze Seite ausfüllt, hat dabei nicht sher geholfen...

Alles in allem ein erschreckendes, gut durchdachtes Erlebnis, das ich froh bin gemacht zu haben. Euer historisches Wissen kann hierdurch nur besser werden und dabei erlebt ihr auch noch ein spannendes Erlebnis mit Protagonisten, die euch sehr sympathisch sind. Ich kann es nur weiterempfehlen...

!!!SPOILER-WARNUNG!!!
Als die Unionisten das von den Protestanten besetzte Magdeburg einnehmen, kommt es zu dieses blutigen Gräueltaten. Ich fand es so erschreckend zu lesen, was dort alles gemacht wurde. Ich meine: Baby auf Spieße stecken und damit in der Luft rumfuchteln oder Kinder und Frauen auf offener Straße vergewaltigen (von mehreren Männern hintereinander) , während sie zusehen müssen wie ihren Männern der Kopf abgeschlagen wird?
So etwas ekelerregendes habe ich in meinem ganzen Leben noch nie gelesen, doch ich fand es gut, dass Thon den Leser so hart damit konfrontiert hat. Die Härte mit der du in diese Situation geworfen würdest, macht auch nochmal die Härte dieser Gräueltaten klar.

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