Blutwurst und Zimtschnecken

Bester dänischer Krimi des Jahres

(2)
Taschenbuch
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Judith Behring ist eine alte Dame, eine ungemein reizende alte Dame. Im ganzen Rotkehlchenweg ist sie bekannt für ihre Gastfreundschaft und ihre Backkünste – die Nachbarn können sich glücklich schätzen, wenn sie in den Genuss von Judiths berühmten Zimtschnecken kommen. Nur einer ist nicht so nett zu Judith, wie sie das gewohnt ist: der Postbote. Wie unachtsam der immer ausgerechnet ihre Post in den Briefkasten stopft… Und Zeit für einen netten Plausch hat er auch nie… Deshalb steht für Judith fest: Der Postbote muss sterben! Gut, dass sie nicht nur früher eine preisgekrönte Metzgerin war, sondern auch Erfahrung im Loswerden ungeliebter Mitmenschen hat.


DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Dänischen von Julia Gschwilm
Originaltitel: Slagteren i Liseleje
Originalverlag: Tiderne Skifter
Taschenbuch, Broschur, 352 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-442-71408-7
Erschienen am  13. Juni 2016
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Unerwartete Abgründe ...

Von: Thomas Lawall

05.11.2016

Wer ist denn das nun wieder und was hat jetzt dieser Jørgen plötzlich in der Geschichte verloren? Und dann auch noch auf über einhundertzwanzig Seiten. Zweifellos ist dieser Akt das Gegenteil von uninteressant, denn Jørgens Kindheit und Jugend beschreiben die langjährige Leidensgeschichte eines Jungen, der seiner herz- und gnadenlosen Mutter hilflos ausgeliefert ist. So scheint es jedenfalls, bis erste Anzeichen sich mehren, dass Jørgen einen für sich ganz speziellen Weg gefunden hat, seine Unterdrückung, auch jene durch seine Klassenkameraden und Lehrer, zu kompensieren. Durch diese perfiden Mechanismen scheint es ihm zu gelingen, die gegen ihn gerichteten Aggressionen umzudrehen, um sie letztlich gegen die Urheber selbst einzusetzen. Was dieser dänische Junge aushalten muss, ist unmenschlich, ob ihm nun physische oder psychische Gewalt widerfährt. Doch wo soll man ihn in der Geschichte einordnen? Und vor allem: In welchem Zusammenhang steht er mit Judith, die in Liselejes Rotkehlchenweg wohnt, für ihr Leben gerne Zimtschnecken backt und (schon auf der ersten Seite) überlegt, ob sie nicht den Postboten töten sollte ... Den ersten Knalleffekt platziert Ane Riel erst nach über zweihundert Seiten. Alles Mögliche hat man erwartet, doch nicht dies! Dabei legt die Autorin nicht einmal falsche Spuren. Die ergeben sich von selbst. Vermutungen erweisen sich als null und nichtig. Und was die Schlusspointe betrifft sowieso. Ane Riel muss in ihrer Geschichte weit ausholen. Zum allgemeinen Verständnis, zumindest wenn sich die erste Verwirrung gelegt hat, kann und muss man ihr in ihren umfangreichen Rückblenden folgen. Und falls dies nicht gelingt, kann man sich, völlig unabhängig davon, zunächst an ihrer herzerfrischend-geistreichen Metaphorik erfreuen. Vielleicht ist dies auch der einzig richtige Weg, denn von Anfang an ahnen Leserinnen und Leser nichts Gutes. Deshalb kann es nur froh und heiter stimmen, erst einmal Land und Leute und überhaupt die ganze, mit Worten gemalte, Stimmung in Liseleje und Umgebung kennenzulernen, bevor sich Abgründe auftun, die man so auf keinen Fall erwartet hat!

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Sehr dänisch - sehr gut!

Von: Caro Kruse

14.08.2016

Ein toller, sehr dänischer Krimi, der "dänischer Krimi des Jahres" absolut verdient hat.

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Vita

Ane Riel, Studium der Kunstgeschichte, wurde 1971 in Aarhus geboren. Ihr Debütroman "Blutwurst und Zimtschnecken" wurde als bester dänischer Krimiroman des Jahres ausgezeichnet. Für "Harz" hat sie gleich alle vier wichtigen skandinavischen Krimipreise bekommen: den dänischen, norwegischen, schwedischen Krimipreis sowie den Preis für den besten Kriminalroman Skandinaviens insgesamt.

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