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Carl Tohrberg Drei Stories

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Taschenbuch, Klappenbroschur ISBN: 978-3-442-71574-9

Erschienen:  11.09.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

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Ein Berliner Bäcker macht die beste Torte seines Lebens. Carl Tohrberg feiert Weihnachten. Der pensionierte Richter Seybold lernt die andere Seite des Gesetzes kennen. Drei meisterhaft erzählte Geschichten, in denen Ferdinand von Schirach von den Abgründen schreibt, die sich hinter scheinbar ganz alltäglichen Dingen auftun.

Erneut stellt von Schirach in diesen Stories sein Ausnahmetalent als Erzähler unter Beweis, über das »Die Welt« schrieb: »Beim Lesen dieser Geschichten hat man Glückserlebnisse wie sonst nur bei der Lektüre von Fitzgerald oder Capote, da sitzt jedes Wort, da ist alles an seinem Platz, Poesie durch Klarheit.«

Ferdinand von Schirach (Autor)

Der Spiegel nannte Ferdinand von Schirach einen »großartigen Erzähler«, die New York Times einen »außergewöhnlichen Stilisten«, der Independent verglich ihn mit Kafka und Kleist, der Daily Telegraph schrieb, er sei »eine der markantesten Stimmen der europäischen Literatur«. Die Erzählungsbände »Verbrechen« und »Schuld« und die Romane »Der Fall Collini« und »Tabu« wurden zu millionenfach verkauften internationalen Bestsellern. Sie erschienen bisher in vierzig Ländern. »Terror«, sein jüngstes Werk, zählt zu den erfolgreichsten Theaterstücken unserer Zeit. Ferdinand von Schirach wurde vielfach mit Literaturpreisen ausgezeichnet. Er lebt in Berlin.

06.09.2018 | 20:00 Uhr | Frankfurt am Main

Lesung

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Jüdische Gemeinde Frankfurt am Main
Westendstr. 43
60325 Frankfurt am Main

Taschenbuch, Klappenbroschur, 64 Seiten, 12,5 x 18,7 cm, 1 s/w Abbildung

ISBN: 978-3-442-71574-9

€ 8,00 [D] | € 8,30 [A] | CHF 11,50* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: btb

Erschienen:  11.09.2017

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Carl Tohrberg - F. von Schirach

Von: Melanie Datum: 29.04.2018

https://aboutbookscoffeeandcats.wordpress.com

In einem kleinen rund 60-seitigen Büchlein erschienen bereits 2012 die drei Kurzgeschichten Der Bäcker, Seybold und Carl Tohrberg und spätestens jetzt, nachdem im März der Erzählband Strafe erschienen ist, ist der Name des Autors, der eigentlich von Beruf Strafverteidiger ist, beinahe jedem ein Begriff und zumindest von ihm gehört oder gelesen hat man. Gelesen hatte ich bisher noch kein Werk von Ferdinand von Schirach – und jetzt, so im Nachhinein, denke ich mir, ich hätte es wohl schon viel eher tun sollen. (-Denn bereits als ich mit der letzten Seite durch war, hatte ich mir sofort Verbrechen (2009) und Schuld (2010), die ersten beiden Teile seiner Gerichts-Triologie, bestellt.) FullSizeRender

Relativ distanziert und trocken wirkt es, wie der Autor in seinen „Drei Stories“ die Schicksale dreier Menschen beschreibt und wie das Leben, die aufgebaute Existenz scheinbar in einem Moment, in einem kurzen Augenblick, unaufhaltsam beginnt, in sich zusammenzufallen:

Der Bäcker, einst ein begnadeter Konditor, wurde vor Jahren von seiner Frau betrogen, verliebt sich nun erneut und bäckt die bestmögliche Torte für die Frau seines Herzens. Und dann, ganz plötzlich, in einem Satz, wird deutlich, dass der Autor zuvor ein wesentliches Detail ausgespart hatte, das er erst auf der letzten Seite der Erzählung offenlegt und der gesamten Geschichte einen ganz anderen Unterton verleiht.
Oder Herr Seybold: ein Richter, der ein monoton geordnetes Leben führt und der auch mit 65 Jahren nicht aufhören kann, trotz altersbedingter Pensionierung das Gerichtsgebäude aufzusuchen und Akten durchzusehen. Denn so hatte er bisher sein gesamtes Leben verbracht, jeden einzelnen Tag. Und wieder ist es eine kleine Begebenheit, die das Leben des Richters um 180 Grad drehen sollte, wieder kommt erst gegen Ende eine Wahrheit ans Licht, die den Richter in ein vollkommen anderes Licht rücken sollte.
Und schließlich Carl Tohrberg, ein Jugendfreund des Erzählers, der früher, als die beiden noch jünger waren, Maler werden wollte. Er war begabt, durchaus, doch seine Mutter hatte für dieses „Glump“ nichts übrig und so schlug er eine Karriere bei einer Versicherungsanstalt ein, heiratet und adoptiert ein Kind.
Es sind auch hier die kleinen Details, die bereits auf das Ende hinweisen, die jedoch erst am Ende der Geschichte als ebensolche wahrgenommen werden, denn wieder betrachtet man erst durch den Ausgang der Geschichte das Gelesene unter einem völlig anderem Blickwinkel.

Es sind der ungewöhnlich unkonventionelle Stil des Autors, diese nüchtern wirkende kühle Sprache und jener geschickt durchdachte Aufbau, die diese Kurzgeschichten so besonders machen. Obgleich ich mich zu Beginn fragte, was denn nun auch so besonders sein sollte an jenem Bäcker, dessen Leben oberflächlich und aus emotionsloser Distanz umrissen wird, war ich am Ende der Erzählung regelrecht überrumpelt von der außergewöhnlichen Wendung, die ebendiese schließlich noch nahm – im positiven Sinne, versteht sich.

Fazit: Schade, dass ich diesen so grandiosen Autor nicht schon früher für mich entdeckt hatte – umso mehr freue ich mich nun jedoch, bald noch mehr von ihm zu lesen!

Urteilen wir zu schnell?

Von: Kyra Datum: 21.01.2018

www.stage-reptiles.com

Ferdinand von Schirach hat mit Terror polarisiert wie kaum ein anderer. Mit viel Fingerspitzengefühl schafft er es, das Wesentliche zu beschreiben und zwei Seiten einer Medaille aufzuzeigen, ohne dabei zu emotional zu werden oder eine Meinung zu vertreten. So auch in dem kleinen Büchlein Carl Tohrberg. Drei Geschichten über Menschen, deren Lebensweg so vorgezeichnet scheint, und die dann doch überraschen. Da ist der Bäcker, der alles hatte, erfolgreich war, hart gearbeitet hat und aus Schmerz über den angeblichen Betrug den scheinbaren Nebenbuhler erschlug. Das Leben nach dem Gefängnis ist leer, trist, nicht mehr so erfolgreich wie zuvor. Bis eine neue Frau in sein Leben tritt. Die Perspektivlosigkeit ist nahezu erdrückend für den Leser. Man sieht den Bäcker vor sich und von Schirach schafft es, dass man zwar die Tat verurteilt, aber dann doch verstehen kann, wie es dazu kam. Das macht es nicht legitim, nur verständlicher.

Mit Seybold ist ein korrekter Richter beschrieben, dem der Sinn nach der Pensionierung einfach abhanden gekommen ist. Stets ein korrektes Leben, stets an Regeln orientiert, ohne auszubrechen und etwas zu wagen. Seybold ist das Abbild des Stinos, dessen Leben plötzlich keinen Zweck mehr zu erfüllen scheint. Diese Leere, in die er stürzt, wird gut beschrieben und man fragt sich, was hierbei der markante Wandel sein wird. Ist man überrascht? Denkt man an manche anderen Personen, von denen man ähnliches gelesen hat? Vielleicht.

Die Titelgeschichte behandelt ein ganzes Leben und könnte verstörender und trauriger nicht sein. Sie handelt von Dekadenz, Moral und Liebesentzug. Was hier schwelt, brodelt bis es ausbricht und wird dabei an wenigen, dafür sehr markanten Punkten und Ereignissen festgemacht. Am Ende bekommt man doch feuchte Augen ob der Kaltherzigkeit. Doch auch hier wird keine Partei ergriffen.

Wie so oft, richtet von Schirach nicht, sondern stellt drei Leben dar und lässt den Leser am Ende alleine zurück. Du kennst die Fakten, entscheide selbst, scheint er zu sagen. Da hinterfragt man seine eigene Moral, richtet über Schuld und Unschuld, vielleicht wird einem manchmal auch deutlich vor Augen geführt, wie schwer Rechtsprechung sein kann.

Im Klappentext steht, dass der Spiegel den Autor als "großartigen Erzähler" betitelt hat und dem kann ich mich nur anschließen. Mit direkten Worten, emotionslos und doch berührend erzählt von Schirach Geschichten aus dem Leben, von nebenan.

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