Chita

Roman

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Taschenbuch
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Ihren richtigen Namen kennt niemand, nicht einmal Conchita selbst weiß, wer sie ist und woher sie kommt. Chita ruft sie der spanische Fischer Feliu, der sie eines Tages, nachdem ein Hurricane vor der Küste von New Orleans gewütet hat, aus den Armen ihrer toten Mutter vor dem Ertrinken rettet. Er und seine kinderlose Frau Carmen geben ihr ein neues Zuhause. Doch das Glück, das sie teilen, während der Sturm ganze Inseldörfer ausgelöscht, Leben zerstört und Familien zerrissen hat – wovon hängt es ab? Dass Chitas Vater, der Mann, der ihren richtigen Namen kennt, tot ist. Oder dass er im Glauben lebt, seine Tochter wäre tot, und ihr nie wieder begegnet …

»Die Entdeckung des diesjährigen Bücherfrühlings.«

BR2, Diwan

Aus dem Englischen von Alexander Pechmann
Originaltitel: Chita
Originalverlag: Jung & Jung
Taschenbuch, Broschur, 144 Seiten, 11,8 x 18,7 cm, 1 s/w Abbildung
ISBN: 978-3-442-71624-1
Erschienen am  14. Mai 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Ein sprachlicher Wirbelsturm

Von: Frau Lehmann

30.06.2018

Ich hatte eine vage Erinnerung an den Autor Lafcadio Hearn, als ich diesen Roman in den Vorschauen entdeckte. Eine meiner Jugendlieben studierte Japanologie und damals habe ich alles über Japan gelesen, was ich finden konnte. Erst, um den jungen Mann zu beeindrucken, später dann, weil mich das Thema tatsächlich interessierte. Dabei stolpert man zwangsläufig irgendwann über Hearn, der sich mit Land und Leuten sehr beschäftigt hat und auch eine Japanerin heiratete. Überhaupt scheint dieser Autor ein ziemlich spannendes, wenn auch sicherlich nicht einfaches Leben geführt zu haben, ein reisereiches Leben. Und so hat er auch eine Zeit lang in New Orleans gelebt, wo er diesen Roman verfasste, der 1889 erschien. Er beruht wohl in Teilen auf wahren Begebenheiten und erzählt die Geschichte eines Mädchens, dass während eines gewaltigen Sturmes von einem Fischer gerettet wird und bei ihm und seiner Frau aufwächst. Mehr nicht? Nein, tatsächlich nicht wesentlich mehr. Das Büchlein ist schmal, der Roman nicht allzu umfangreich. Aber wie die diese Geschichte erzählt wird, das ist groß, sprachgewaltig, wortmächtig. Hearn malt mit Worten, zeichnet die Natur nach, die Gewalt eines Wirbelsturms, die Farben des Meeres, beschreibt Stimmungen äußerst genau, läßt das Bayou, die Flussmündung des Mississippi und die vorgelagerten Inseln vor den Augen des Lesers entstehen, erschafft mit wenigen Strichen eigenständige Charaktere und führt dabei noch in die Eigenarten dieses Landstrichs ein. Und das alles auf 117 Seiten. Gedrängt, getrieben, übersprudelnd und doch nie den roten Faden verlierend. Ein wirklich beeindruckendes Buch, das einen die Frage stellen läßt, warum Hearn eigentlich nicht bekannter ist? Dem btb Verlag sei Dank gesagt für diese sorgsame und bedachte Ausgabe. Hearn setzt die Dialekte und sprachlichen Besonderheiten der Gegend ein, um sein Bild lebendiger zu machen und daher war ich recht froh über die Anmerkungen, die ebendiese übersetzt und erklärt haben. Auch das informative Nachwort Alexander Pechmanns hilft recht gut, den Autor und sein Werk einzusortieren. Und nun hoffe ich natürlich, dass weitere Romane aus der Feder dieses Autors in der nächsten Zeit, ähnlich liebevoll bearbeitet, erscheinen. Und diesem Buch wünsche ich viele Leser, die sich wie ich an der besonderen Sprache erfreuen können.

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Vita

Lafcadio Hearn

Lafcadio Hearn (1850-1904) wurde auf der griechischen Insel Santa Maura geboren, wuchs in Frankreich und England auf und lebte später in den USA. 1890 wurde er von der Zeitschrift "Harper's New Monthly" als Berichterstatter nach Japan entsandt. Er heiratete eine Japanerin und arbeitete als Professor für englische Literatur an der Universität von Tokio.

Zur AUTORENSEITE

Zitate

»Das Beste, was die Literaturgeschichte an altkontinentaler Erzählkunst und neuweltlicher Naturbeschreibung bereithält.«

Katharina Teutsch, FAZ

»Hearns Novelle ist nicht nur wegen der aufbrausenden Naturbeschreibungen eine faszinierende Lektüre: Es ist zudem ein Buch, das viele Stimmen besitzt, mit kreolischen Wendungen spielt, mit historischen, geografischen, literarischen Verweisen arbeitet – alles sorgsam von Alexander Pechmann in einem Anmerkungsapparat erläutert.«

Ulrich Rüdenauer, SWR2

»Das ist "Chita": Ein Hymnus über Gewalt und Schönheit der Natur – gemacht aus gewaltig schönen Worten, bei denen man spürt, dass Hearn überall wo er hinblickte, die sinnlich-erotische Note des Bildes, das sich ihm bot, erkannte.«

BR2, Diwan

»Die kulturellen und sprachlichen Vermischungen dieser Gegend spiegeln sich in seinem Roman, dessen virtuose Naturschilderungen denen Adalbert Stifters locker das Wasser reichen.«

Leopold Federmair, Falter