Das Haus der Verlassenen

Roman

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Sussex, 1956. Als die junge Ivy Jenkins schwanger wird, muss sie ins St. Margaret's Heim für ledige Mütter. Sie wird den düsteren Klosterbau nie mehr verlassen ... Sechzig Jahre später findet die Journalistin Sam einen flehentlichen Brief Ivys. Sie beginnt die schreckliche Geschichte von St. Margaret's zu recherchieren. Dabei stößt sie auf finstere Geheimnisse, die eine blutige Spur bis in die Gegenwart ziehen. Und die tief verstrickt sind mit ihrer eigenen Familiengeschichte.


ERSTMALS IM TASCHENBUCH
Aus dem Englischen von Carola Fischer
Originaltitel: The Girl in the Letter
Originalverlag: Heyne
Taschenbuch, Klappenbroschur, ca. 400 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-453-42319-0
Erscheint am 11. Mai 2020

Leserstimmen

Bewegendes Schicksal mit vielen Geheimnissen

Von: bücherwurm10

29.10.2019

Das Buchcover ist passend gewählt zum Inhalt des Buches, es zeigt ein herrschaftliches Haus umringt von einem hohen Zaun. Emily Gunnis erzählt die Geschichte in zwei Zeitebenen. Der Roman beginnt in England, Mitte der 50er Jahre. Eine junge Frau, Ivy Jenkins ist verliebt und schwanger. Doch ihr Freund lässt sie sitzen und ihre Familie verstößt sie, da die Schwangerschaft eine Schande für die Familie ist. Sie wird in einem katholischen Heim für ledige Mütter untergebracht. Hier verbringt Ivy die schlimmste Zeit ihres Lebens. Die jungen Frauen erleben dort physische und psychische Gewalt. Im zweiten Erzählstrang, er spielt im Jahr 2017, fallen der alleinerziehenden Journalistin Samantha zufällig Briefe von Ivy an den Kindsvater die Hände. Sie wird neugierig und recherchiert die Hintergründe. Mehr und mehr erfährt sie über das Schicksal der jungen Schwangeren in den 50er Jahren, die in kirchlicher Obhut waren. Die fiktive Geschichte hat einen realen Hintergrund, das macht den Roman fast zu einem Krimi. Die Autorin schreibt in einem flüssigen und lockeren Schreibstil. Die Charaktere sind feinsinnig beschrieben. Man leidet mit Ivy und geht auf die Suche mit Samantha. Ein sehr bewegendes Buch! Daher kommt von mir eine eindeutige Kauf- und Leseempfehlung!

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Was für ein aufwühlender Roman!

Von: sir.gerry.liest

12.10.2019

Was für ein aufwühlender Roman! Bereits im Prolog wird erkennbar, wohin die Reise gehen wird. In den 1950er Jahren wird in Großbritannien die junge ledige fiktive Ivy schwanger. Doch statt von einem zukünftigen Familienglück zu träumen, verlässt ihr Freund sie und der Stiefvater schickt sie in das St. Margret’s Heim. Ihre schwache Mutter kann ihr nicht beistehen. Das Heim wird von den Barmherzigen Schwestern und der Mutter Oberin Carlin auf grausame Art und Weise geführt. Kein Wort der Zuneigung, keine Nächstenliebe, keine Unterstützung. Verzweifelt und vergebens schreibt Ivy Hilfebriefe an ihren Freund. In dieser für alle Frauen und Kinder ausweglosen Situation versucht sie wenigstens der 8jährgen Elvira zu helfen. 2017 liest die Journalistin Sam einen Brief bei ihrer Großmutter, die diesen in dem Nachlass des verstorbenen Ehemannes entdeckt hatte. Er handelt von einer gewissen Ivy, die einen Hilferuf an ihren Freund richtet. Sam recherchiert und deckt eine unglaubliche Geschichte auf, die nicht nur Ivy‘s Geschichte ist, sondern auch ihre eigene Familie betrifft. Und diese Story beginnt an einem Samstag und endet am darauf folgenden Montag, denn sie hat nicht viel Zeit, denn das St. Margret’s soll in zwei Tagen abgerissen werden…… Emily Gunnis erzählt diese Geschichte auf zwei Zweitebenen und die relativ kurzen Kapitel führen dazu, dass man unweigerlich und schnell zum spannenden und sehr gekonnten Ende dieses Romans kommt. Am meisten haben mich die Abschnitte über Ivy beeindruckt. Diese werden sehr oft mit den weiteren Briefen von Ivy eingeleitet, in denen sie weiterhin verzweifelt um Hilfe von ihrem Freund bittet und die Umstände schildert, denen sie und die anderen ausgesetzt sind. Man erlebt die unsagbaren, nicht nachvollziehbaren Zustände in diesem Mutter-Kind-Heim. Die jungen Frauen und Kinder habe dort nichts zu lachen, dürfen nicht reden, müssen schwer arbeiten bis zum Tag der Geburt und müssen kurz danach wieder in die Wäschekammer. Neugeborene sind in den Augen der Schwestern nur eine Teufelsbrut und werden kurz nach der Geburt in kalten Räumen versorgt und möglichst schnell gewinnbringend und gegen den Willen der Frauen zur Adoption freigegeben. Nebenbei finden auch noch unsägliche Medikamentenversuch statt. All das deckt Sam im Laufe des Buches nach und nach auf und stößt dabei auf unerklärliche Todesfälle und auf Kitty Cannon, die etwas mit dem Kinderheim zu tun hat. Auch Sam muss kämpfen, mit ihrem Chef, mit ihrem getrennt lebenden Ehemann und auch noch zuletzt mit ihrer Großmutter. Aber sie ist wie Ivy eine starke Persönlichkeit und hat ein Ziel vor Augen, für das es zu kämpfen lohnt. Die Todesfälle werden nach und nach aufgeklärt und man ist dabei als es dann passiert. Es gibt also auch hierzu Rückblenden. Emily Gunnis schreibt sehr flüssig, fesselnd, realitätsnah und sehr detailreich. Das Buch macht mich fassungslos und lässt mich ratlos, aber beeindruckt zurück. Ich kann nicht glauben, dass es in vielen solcher Mutter-Kind-Heime so oder so ähnlich zugegangen sein soll und dass die die Gesellschaft dies nicht beachtet hat. Dieses Buch ist mein absolutes Jahreshighlight und ich kann es jedem uneingeschränkt empfehlen. Es ist auch ein Krimi/Thriller, den ich so nicht erwartet hatte. Ich werde es ganz bestimmt in nächster Zeit ein zweites Mal lesen. Von mir bekommt es volle 5 Sterne. Ich danke an dieser Stelle dem Bloggerportal von Randomhouse für dieses wunderbare Rezensionsexemplar.

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Vita

Emily Gunnis arbeitete lange beim Fernsehen, unter anderem als erfolgreiche Drehbuchautorin. »Das Haus der Verlassenen« ist ihr Debutroman. Die Tochter der internationalen Bestsellerautorin Penny Vincenzi lebt mit ihrer Familie im südenglischen Sussex.

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