Das Haus der roten Töchter

Roman

(2)
TaschenbuchNEU
10,99 [D] inkl. MwSt.
11,30 [A] | CHF 16,90 * (* empf. VK-Preis)

Bestellen Sie mit einem Klick:

Oder kaufen Sie direkt vor Ort bei Ihrem Buchhändler

Eine japanische Familiensaga, die sich über drei Generationen erstreckt

Japan 1953: Manyo, das Mädchen aus den Bergen, hat eine besondere Gabe: Sie kann die Zukunft voraussehen. Doch sie verrät nicht, was ihre Visionen beinhalten. Als ihr eigener Stamm sie aus diesem Grund verstößt, muss sie unten im Tal leben. Mit ihrem langen schwarzen Haar und ihren großen Augen fällt sie in der kleinen Dorfgemeinschaft auf. Jahre später nimmt der Sohn der angesehensten und reichsten Familie sie zur Frau. Doch warum erwählt er ausgerechnet die arme Manyo? Dieses Geheimnis wird Manyos Enkelin Toko erst Jahrzehnte später lüften. Und auch, warum ihre Großmutter auf dem Sterbebett sagte: „Ich bin eine Mörderin.“


DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Japanischen von Marie Rahn
Originaltitel: Red Girls
Originalverlag: Tokyo Sogensha Co., Ltd
Taschenbuch, Klappenbroschur, 496 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-453-42297-1
Erschienen am  14. Januar 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Langweilig, weil ich zu den Figuren keine Beziehung aufbauen konnte.

Von: sommerlese

07.02.2019

In ihrem Roman "Das Haus der roten Töchter" erzählt Kazuki Sakuraba ein Familienepos aus Japan. Der Roman erscheint 2019 im Heyne Verlag. Japan 1953: Manyo, das Mädchen aus den Bergen kann die Zukunft voraussehen. Ihre Visionen machen ihrem eigenen Stamm Angst und sie verstossen sie. Von nun an lebt sie bei einer Adoptivfamilie im Tal und fällt durch ihr äußeres Erscheinungsbild mit ihrem langen schwarzen Haar auf. Der Sohn der angesehenen Familie Akakuchiba nimmt sie später zur Frau. Wieso erwählt er ausgerechnet die arme Manyo? Ist ihre Schönheit der Grund? Erst nach Manyos Tod lüftet ihre Enkelin Toko dieses Geheimnis und auch die Aussage ihrer Großmutter auf dem Sterbebett, als sie behauptet, eine Mörderin zu sein. "Yoji erwämte sich für die Sache und erklärte Manyo die Entstehung des Universums, die Form der Galaxie und die Beschaffenheit der Erde...dieses Wissen floss in Manyos schneeweißen, vollkommen leeren Schädel." Zitat Seite 111 "Das Haus der roten Töchter" beschreibt in seinen drei Teilen das Leben von drei Frauen. Es beginnt mit der hellseherischen Manyo. Sie ist eine Tochter von "Bergmenschen", die wegen ihrer rätselhaften Visionen von ihrem Stamm verstossen wurde und von einer herzensguten Adoptivfamilie im Tal aufgenommen wurde. Dort kümmert sie sich um die jüngeren Geschwister und bleibt Analphabetin. Trotzdem heiratet sie später Yoji, den Sohn der reichen Familie Akakuchiba, die ein Stahlunternehmen in Benimidorid besitzt. In dieser Familie steigt Manyo zur Familienmatriarchin auf. Im zweiten Teil geht es um Manyos rebellische Tochter Kemari, die Anführerin einer Motorradbande und später erfolgreiche Manga-Künstlerin ist. Kemaris Tochter Toko erzählt im letzen Teil die Geschichte ihrer Familie und versucht das Rätsel von Mordfall ihrer Großmutter zu lüften. Dieser Roman wird ruhig erzählt, die Figuren sind mit ihren Visionen teilweise unergründlich, die Pesonenvielfalt ist noch überschaubar, doch mir kommen sie alle nicht nahe. Das liegt daran, dass man ihre Wünsche, Gefühle und Hoffnungen gar nicht näher erfährt. Sie bleiben plakative Charaktere, die man handeln oder besser gesagt alles erdulden sieht. Manyos Ehe ist keine Liebesheirat, trotzdem bekommt sie mehrere Kinder mit Yoji, der nebenbei noch eine Konkubine hat. Die Visionen von Todesfällen begleiten Manyo weiterhin. Dies hat mich sehr gestört, denn es gibt keine realistische Handlung wieder. Ich wünsche in Romanen Klarheit über Vorgänge und keine Gespinste und mysteriösen Firlefanz. Auch Kemaris Leben entwickelt sich nicht sehr unterhaltsam. Am Erzählstil ist nichts auszusetzen, die Wortwahl ist teilweise richtig gut, doch auch das bringt trotz einiger schöner Stimmungsbilder keinen Lichtblick ins Geschehen. Hier geht es eigentlich nicht mehr als um eine Wiedergabe von Geschehnissen. Eine echte Handlung ist kaum auszumachen. Man liest und fühlt sich wie ein fremder Außenseiter, der zu den Personen und Vorgängen keine Beziehung aufbauen kann. Der ganze Roman liest sich teilweise sehr fremdartig und verworren. Viele Belanglosigkeiten und Personenschilderungen wechseln sich ab und werden scheinbar ohne tieferen Sinn aneinander gereiht. Es gibt einige einzelne Sequenzen, die mir gut gefallen. Dazu ghört auch die realistisch klingende und interessante Beschreibung der Hochzeit. Leider konnte das die negative Wirkung des kompletten Buches nicht aufwiegen. Diese Familie konnte mich mit ihren Schicksalen nicht erreichen. Manyo ist eine naive, duldsame Person, die ihre jeweilige Rolle ohne eigene Interessen einzunehmen und zu ertragen scheint. Kemari ist um einiges kämpferischer, bleibt aber als Erwachsene ebenfalls ziemlich konturlos. Und Toko versucht zwar, die Familiengeschichte aufzuklären, sie bleibt aber relativ blass und austauschbar. Die Spannung um die Auflösung von Manyos Geheimnis blieb auf einen niedrigen Level und hat mich am Ende auch nochenttäuscht. Fragwürdig ist auch die Intention der Autorin. Sie zeigt hier den Wandel der Zeiten, jedoch wird Japans Zeitgeschichte hier durch die vorliegenden Informationen nicht genügend aufgeklärt. Ohne Vorwissen über die Nachkriegszeit und die Entwicklung der Wirtschaft mitsamt Bubble-Economy fehlen mir hier weitere Einblicke. Es wird die japanische Mentalität der Anpassung deutlich, Manyo fügt sich in ihre Rollen. Das war aber zu der Zeit auch im deutschen Frauenbild nicht anders. Ein ziemliche fragwürdiger Roman über eine Familie mit einigen mystischen Vorgängen und Beschreihttps://blogger.randomhouse.de/bloggerportal/site/reviews.htmlbungen, die man nicht näher ergründen kann. Der Roman konnte mich leider nicht überzeugen.

Lesen Sie weiter

Etwas langatmige Geschichte ohne roten Faden, bei der mir zudem ein atmosphärisches Setting fehlte

Von: schnäppchenjägerin

04.02.2019

Manyo wird 1943 als Tochter der "Bergmenschen" geboren und wird aufgrund ihrer tödlichen Visionen von ihrem Stamm verstoßen. Sie wächst sodann bei liebevollen Adoptiveltern im Tal auf und kümmert sich um ihre jüngeren Geschwister. Lesen und Schreiben lernt sie nie, jedoch wird der Sohn der reichen Familie Akakuchiba in einer Teestube auf sie aufmerksam und wird sie wenige Jahre später heiraten. Zeit ihres Lebens fragt sich Manyo, warum sie als Braut ausgewählt wurde. Sie hat weiterhin Visionen, in denen sie den Tod naher Angehöriger vorhersieht. Manyo bringt trotz einer distanzierten Ehe mit Yoji fünf Kinder zur Welt, die sich alle unterschiedlich und sehr eigenwillig entwickeln. Yoji hat über Jahre eine Konkubine, mit der er eine Tochter zeugt, die später bei den Akakuchibas aufwächst. Der älteste Sohn stirbt früh und kann das Stahlunternehmen der Familie in Benimidori nicht übernehmen, weshalb Yoji noch vor seinem eigenen Tod einen geeigneten Nachfolger sucht, den seine älteste Tochter Kemari heiraten soll. Sie ist zu diesem Zeitpunkt bereits erfolgreiche Shojo-Manga-Künstlerin und kann so die Familie fast allein finanziell über Wasser halten, als es zum Einbruch der Wirtschaft kommt. Sie wird Toko zur Welt bringen, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird. "Das Haus der roten Töchter" ist eine Geschichte über eine japanische Familie, die sich über drei Generationen, von den 1950er-Jahren beginnend, erstreckt. Es ist, gerade im zweiten Teil des Buches, nicht immer einfach den Überblick über die vielen handelnden Personen zu behalten, was vermutlich auch an den für Europäer fremd klingenden Vornamen liegt. Ein Familienstammbaum im Anhang hätte ich deshalb hilfreich gefunden. Aufgrund der im Klappentext erwähnten mystischen Elemente und der furchtbaren Tat, die Manyo begangen haben soll, war ich sehr neugierig auf diesen Roman, der aber nicht so geheimnisvoll-magisch und spannend ist, wie erhofft. Die drei Frauen, die diese Familiensaga ausmachen, konnten mich nicht fesseln und auch der Schreibstil der Autorin war mir nicht mitreißend und anschaulich genug, um mich in die Nachkriegszeit, die Zeit des Wirtschaftsaufschwungs und späteren -niedergangs, der Bubble-Economy, und auch das Land Japan versetzen zu können. Insbesondere Manyo passte für mich aufgrund ihrer Charakterisierung als ungebildetes, einfältiges Bergmädchen, das passiv alles erduldet und sich kaum weiterentwickelt nicht als Heldin eines Romans. Kemari hatte als "wildes Mädchen" der japanischen Subkultur und Anführerin eines Motorradclubs zwar deutlich mehr Persönlichkeit, verlor ihren Freigeist jedoch als Erwachsene. Ihre Tochter Toko, die die Familiengeschichte vom Hörensagen erzählt und sich zum Ziel gesetzt hat, aufzuklären, wen und warum ihre Großmutter ermordet hat, bleibt gegenüber ihren Vorfahren blass. Der dritte Teil des Buches war durch die Detektivarbeit Tokos völlig anders erzählte und wirkte im Vergleich zu den ersten beiden Teilen viel weniger lebendig. Weil man als Leser schon frühzeitig weiß, warum Manyo in die Familie Akakuchiba einheiraten musste bzw. welche Hoffnung damit verbunden war, blieb am Ende nur noch die Frage offen, weshalb sich Manyo auf ihrem Sterbebett als "Mörderin" bezeichnet, um das Interesse des Lesers für die Lösung des Geheimnisses aufrecht zu erhalten, die dann jedoch recht enttäuschend und wenig verwunderlich war. Mir fehlte der rote Faden in der Familiengeschichte und auch das wenig atmosphärische Setting konnte mich nicht überzeugen.

Lesen Sie weiter
Alle anzeigen

Vita

Kazuki Sakuraba

Kazuki Sakuraba ist eine erfolgreiche Autorin in Japan. Sie hat zahlreiche Romane veröffentlicht und erhielt unter anderem 2008 den renommierten Naoki Preis. Das Haus der roten Töchter ist ihr erster Roman bei Heyne.

Zur AUTORENSEITE