Das Leuchten des Mondes

Roman

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Als Maxon Sunny zum ersten Mal traf, war er sieben Jahre, vier Monate und achtzehn Tage oder - in seinen Worten - 2693 Erdumdrehungen alt. Maxon war anders. Zusammen waren sie anders. Und auch heute noch, zwanzig Jahre später, führen die beiden keine gewöhnliche Ehe. Maxon ist Astronaut geworden. Während er zwischen Himmel und Erde schwebt, versucht Sunny in der idyllischen Kleinstadt in Virginia die Fäden der kleinen Familie zusammenzuhalten. Alles geht gut, bis zu dem Tag, als sie einen Autounfall hat. Obwohl harmlos, löst er eine Lawine in Sunnys Leben aus. Da ist ihr kleiner autistischer Sohn, um den sie sich sorgt. Da ist ihre schwerkranke Mutter, um die sie sich kümmert. Da sind ihre eigenen Wünsche, die sie bislang immer unterdrückt hat. Und wie immer ist Maxon nicht zur Stelle, um sie zu unterstützen. Schlimmer noch: Auf dem Weg ins All, passiert etwas Unvorhergesehenes …


DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Amerikanischen von Astrid Finke
Originaltitel: SHINE, SHINE, SHINE
Originalverlag: DeFiore / St. Martin's Press
Taschenbuch, Broschur, 384 Seiten, 11,8 x 18,7 cm, 2 s/w Abbildungen
ISBN: 978-3-442-71483-4
Erschienen am  11. März 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Was für eine Überraschung

Von: gackelchensbooks

01.04.2019

"Lieben, bereuen, verzeihen. Das waren die drei hässlichen Flecken auf dem schneeweißen Tischtuch seiner Forschung. Die drei Posten auf seiner Liste, um die er sich noch kümmern musste: lieben, bereuen, verzeihen." Worum es geht: Sunny und Maxon führen die bilderbuch Ehe, mit den richtigen Möbel, dem richtigen Gärtner, den immer perfekten Haaren und den 1.5 Kindern. Mit dem zweiten Kind schwanger steht Sunny nun vor folgender Situation: Die Mutter liegt im Sterben, Maxon wird als Astronaut ins All geschossen um den Mond mit Robotern zu besiedeln, ihr Sohn Bubbers hat Autismus. Als sie dann auch noch einen Autounfall hat, scheint alles zu zerbrechen. Vorerst ihre perfekte Erscheinung. Sunny hat nämlich von Geburt an eine Glatze, und erst als die Perücke verschwindet, lichtet sich auch der Nebel, der über ihrem Leben lag. Und dann trifft ein Meteorit Maxons Raumschiff... Meine Meinung: Das Liebesprojekt von Lydia Netzer erschien 2016 und beschäftigte sich mit Glauben an den Seelenpartner und Kosmologie. Musste ich folglich sofort haben. Bei der deutschen Neuerscheinung " Das Leuchten des Mondes" handelt es sich um Netzer's 2013 erschienenes Debüt "Shine Shine Shine" und hier hat das Marketing für mich alles richtig gemacht. Mit dem wunderschönen Cover und dem Mond im Vordergrund musste ich das Buch ebenfalls sofort haben. Ja, ich bin meinem Beuteschema treu. Zugegebenermaßen war ich nicht auf das vorbereitet, was mich schlussendlich erwartete. Die meisten Kapitel erzählen Sunnys Schwierigkeiten als alleinerziehende Mutter auf der Erde, vor übergroßen Entscheidungen. Ab und an wird aber auch Maxon zu Wort gelassen, im All treibend, Sunny liebend. In Rückblenden kriegt der Leser nach und nach die Geschichte der beiden erzählt. Sunnys Kindheit in Birma mit einem Missionär als Vater, das gemeinsame Aufwachsen und Maxons leiden unter seinem gewalttätigen Zuhause, die Liebe, die wächst zwischen den Beiden. Aber auch Bubbers und sein Autismus wird thematisiert. Die drei, die in sich eine perfekte Welt geschaffen haben, leiden nun unter dem Einfluss von aussen. Denn Sunny will dazugehöre, will alles perfekt haben, zergeht unter dem Druck, den sie sich selbst auferlegt. Nach dem Autounfall kommt die Wende, und Sunnys ausbrechen aus ihrem selbst abgeschlossenen Gefängnis. Weg mit den Perücken, den Lügen, und den Medikamenten von Bubber. Das eigene Kind ohne Drogeneinfluss kennen lernen, ist das zuviel verlangt? Mit einer herrlichen Prise Humor, aber nie geschmacklos, geht Netzer das Familiendrama an. Dazu kommen sehr ernste Situationen und moralische Fragen. Habe ich die Mutter umgebracht weil ich dem Arzt die Erlaubnis gab, die Maschinen abzustellen? Bin ich eine schlechte Mutter, weil ich meinem Kind verschriebene Drogen verabreiche? Maxon und Sunny haben eine eigene Art miteinander zu kommunizieren. Während der Leser sich anfangs vielleicht noch fragt, was die beiden verbindet, wird schnell klar: Niemand versteht sie so, wie sie es einander tun. Mathematik wird eingefügt in den alltäglichen Sprachgebrauch. Eine kleine eigene Welt um die ich die beiden beneidet habe. Im Endeffekt doch eine Liebesgeschichte, aber auch soviel mehr. "Maxon schwebte ins All hinaus, vollkommen frei von jeglichen Verbindungen. Ohne eine Schnur, die ihn festband, und ohne einen Gedanken, der ihn in seiner Entschlossenheit hemmte, flog er weg. Die Männer in der Rakete sahen seine Silhouette vor dem Mond, den unendlichen Weltraum hinter sich. Er wirkte nicht länger menschlich, sie mussten sich bewusst daran erinnern, dass sich in dem leuchtend weißen Anzug sein Körper und seine Seele befand."

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Mondleuchten, Glatzköpfe und skurrile Ereignisse – kein klassisch, klischeehafter Liebesroman!

Von: Thursdaynext

23.03.2019

Wenn ein Buch mit einem ansprechenden Cover lockt und der Inhalt verheißungsvoll verspricht, eine andersartige Geschichte zu erzählen ,werde ich aufmerksam, allerdings entgehen mir dann die kleinen aber feinen Details. Als ich den Roman dann in Händen hielt und er auf dem Cover als Liebesroman ausgeschildert war – ein NoGo für mich – war das Entsetzen groß. Eine Chance habe ich ihm dennoch gegeben und das war gut. Tatsächlich ist „Das Leuchten des Mondes“ eine Geschichte über Liebe. Liebe zu Eltern, Menschen, Kindern und die Geschichte einer Suche nach einem nie gekannten Vater. Es ist aberauch ein Bericht über eine, nein zwei starke Mütter, einem Leben als komplett haarlose Frau, Autismus, Hochbegabung, der NASA, einer Mondkolonisierungsmission und vom Leben in einer Gesellschaft mit ungeschrieben Verhaltenskodizes und damit ist der Inhalt noch längst nicht auserzählt. Klingt wirr und konstruiert? Ist es nicht. Ich möchte nicht zuviel vorweg nehmen, Sunny und Maxon kennen sich seit ihrer Kindheit, sind verheiratet, haben sich gestritten. Das ist die Rahmenhandlung innerhalb derer sich eine ganze Welt auftut mit Verletzungen, Verletzlichkeiten, Anforderungen der Gesellschaft und dem unbedingten Willen zum Glück, das sich im Alltag so leicht verliert. Wie der Verlag auf die Idee kam „Shine Shine Shine“ so Netzers Debüt-Originaltitel von „Das Leuchten des Mondes„, der es 2012 immerhin auf die New York Times Liste der 100 Notable Books brachte und dort nicht als Liebesroman sondern als „This thought-provoking debut novel presents a geeky astronaut and his pregnant wife.“ angepriesen wurde, ist mir schleierhaft. Mit dieser kleinen Buchperle wurde zwar sicherlich das Niveau für die klischeeerfüllende Liebesromanleserin angehoben, zugleich aber auch die Hürde für Menschen, die dieses Genre mit Bedacht meiden, so hoch gelegt, dass diesem Buch eine weiter und breiter gefächerte Leserschaft, die man ihm wünschen würde, entschwindet. „Das Leuchten des Mondes“ liest sich fluffig weg, man weiß nie genau wohin die Reise geht, obwohl etliches erzählerisch schon vorweggenommen ist hält sich der Flow. Die Zeitrückblenden halten die Spannung hoch Überraschungen bleiben nicht aus. Ich habe mich nach und nach verliebt in diese kleine sachte Geschichte über außergwöhnliche Menschen und ihre Versuche sich anzupassen, was wie Sunny Mann glaubt, nötig ist um Sohn Bubber ein glückliches Leben zu ermöglichen. Ihr Ehemann und Astronaut Maxon Mann hingegen bezeichnet ihr Dasein mit den Worten: „Wir sind Mohnblumen im Weizenfeld.“ Lydia Netzer hat eine berührende, außergewöhnlich verträumte, zum Sinnieren einladende Geschichte erfunden, die sich der Kategorisierung in nur eine Genreschublade gekonnt entzieht. Tatsächlich ist sie sogar ein klein wenig kitschig, das aber nur, wenn man verlernt hat guten Geschichten zu lauschen, denn dies ist eine. Sie macht die Welt mit all ihren Schrunden, Kanten und weniger schönen Facetten ein klein wenig besser, runder und schöner. Genauso wünsche ich mir gute Geschichten.

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Vita

Lydia Netzer

Lydia Netzer wurde in Detroit geboren und wuchs unter dem endlos weiten Sternenhimmel des Mittleren Westen auf. Unzählige Nächte verbrachte sie wach, den Blick auf die Sterne gerichtet, und dachte sich Geschichten aus. Heute lebt sie mit ihrem Mann, ihren beiden Kindern, zwei Boston Terriern und einem Pferd auf einer Farm in Virginia.

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