Das Mädchen aus Glas

Roman

TaschenbuchNEU
10,99 [D] inkl. MwSt.
11,30 [A] | CHF 16,90 * (* empf. VK-Preis)

Bestellen Sie mit einem Klick:

Oder kaufen Sie direkt vor Ort bei Ihrem Buchhändler

Berlin, 1913. Elisa leidet unter der seltenen und wenig erforschten Glasknochenkrankheit, weshalb sie ihr wohlbehütetes Zuhause kaum verlässt. Louis ist ein Draufgänger und liebt das Risiko. Die von den Eltern vereinbarte Eheschließung erscheint ihnen zunächst wie eine Bestrafung – zumal Elisa in ihren Arzt Wilhelm verliebt ist. Doch während der Erste Weltkrieg heraufzieht, kommen Elisa und Louis sich näher. Als die beiden Männer an die Front müssen, zeigt sich, wie stark Elisa wirklich ist – und sie erfährt, was es bedeutet, wahrhaftig zu lieben.

  • Ein berührender Roman über eine junge Frau mit Glasknochenkrankheit, die Liebe auf den zweiten Blick und die Bedrohung des Ersten Weltkriegs

  • Eine außergewöhnliche Protagonistin: fragil und zart, kämpferisch und stark

  • Julie Hilgenberg ist eine vielversprechende, kreative und gut vernetzte junge deutsche Autorin

  • »Eines der schönsten und feinfühligsten Bücher, das ich seit Langem gelesen habe. Absolute Empfehlung!«

»Eines der schönsten und feinfühligsten Bücher, das ich seit Langem gelesen habe. Absolute Empfehlung!«

Hanni Münzer (11. Februar 2020)

Taschenbuch, Klappenbroschur, 512 Seiten, 12,5 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-453-36057-0
Erschienen am  11. Mai 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.
Julie Hilgenberg: »Das Mädchen aus Glas«

Buchtipps für deine Ferien
pin
Nimm dieses Buch mit in den Urlaub!
Dieses Buch spielt in: Berlin, Deutschland

Leserstimmen

Feinfühlig erzählte Geschichte über eine zarte und gleichzeitig starke Frau, die lange isoliert wird und erst spät das Leben und die Liebe kennenlernt

Von: schnäppchenjägerin

01.06.2020

Elisa von Treue, Tochter eines Süßwarenfabrikanten in Berlin, leidet an einem seltenen Gendefekt, der Glasknochenkrankheit. Sie wächst überbehütet bei ihren Eltern auf und hat seit ihrer Kindheit ihr Elternhaus nicht mehr verlassen. Als die Firma ihres Vaters in finanzielle Not gerät, wird Elisa mit dem reichen Bankierssohn Louis Lindquist zwangsverheiratet, obwohl Elisa für ihren fürsorglichen Arzt Wilhelm schwärmt. Louis dagegen genießt einen zweifelhaften Ruf und ist das schwarze Schaf der Familie. Elisa und Louis wehren sich vergebens gegen die Ehe und verspüren eine starke Abneigung gegen den Ehepartner. Elisa leidet unter der Untreue Louis, während Louis es als ungerecht empfinden, mit einem "Pflegefall" verheiratet zu sein. Beide, sowohl die zarte, elfengleiche Elisa, als auch der leidenschaftliche, draufgängerische Louis wollten einen Partner heiraten, den sie lieben. Mit der Zeit lernen sie jedoch die Vorzüge des anderen kennen. Elisa genießt es, im Haushalt der Lindquists, der Villa am Wannsee, freier sein zu können, als in ihrem Elternhaus, wo sie zu ihrem eigenen Schutz mit Medikamenten ruhig gestellt worden war. Louis erfährt durch Elisa endlich mehr Wertschätzung des Vaters und bekommt seine Chance, Verantwortung zu übernehmen. Als die beiden ihre Abwehrhaltung abgelegt haben und Zuneigung für den anderen empfinden, drohen die Fehler der Vergangenheit die junge Liebe zu zerstören. Zudem zieht der Erste Weltkrieg auf und Louis erhält im Mai 2015 seinen Einberufungsbefehl. Sowohl Elisa als auch Louis sind spannende Charaktere, die vielschichtig und liebevoll gezeichnet sind, so dass man sich in beide und ihre schwierige Situation sehr gut hineinversetzen kann. Auf den ersten Blick sind sie ganz unterschiedlich, sehnen sich jedoch beide nach Freiheit und Liebe. Elisa lebte bisher in einem goldenen Käfig und entdeckt erst nach der Hochzeit die Welt für sich, Sie wird mutiger, setzt sich damit aufgrund ihrer Krankheit aber auch Gefahren aus. Louis stand schon immer im Schatten seines älteren Bruders Franz, hielt nichts von Pflichten und Disziplin, weshalb er jegliches Vertrauen bei seinem Vater verspielt hatte. Er stürzte sch deshalb in eine leidenschaftliche Affäre, um Wertschätzung und Anerkennung zu spüren. Gemeinsam entdecken sie die wahre Liebe und retten sich damit gegenseitig. "Das Mädchen aus Glas" ist eine feinfühlig erzählte Geschichte über eine zarte und gleichzeitig starke Frau, die im Alter von 24 Jahren zum ersten Mal das wirkliche Leben kennen und schätzen lernt. Es ist aber auch eine romantische Geschichte über eine Liebe, die sich ganz langsam und zaghaft entwickelt. Sie handelt im Vorfeld und vor dem Hintergrund des Ersten Weltkriegs, wobei der historische Kontext keine entscheidende Rolle spielt. Viel wichtiger ist die Entwicklung der Figuren. Es ist ein gefühlvoller Roman über Selbstzweifel, Mut und den Kampf um ein freies, selbstbestimmtes Leben, der packend erzählt ist und durch die nicht ganz überraschende Liebesgeschichte das Herz berührt.

Lesen Sie weiter

Rezension - Das Mädchen aus Glas

Von: Words_like_roses

30.05.2020

Meine Meinung: „Das Mädchen aus Glas“ ist ein wunderschönes, trauriges und gleichzeitig herzerwärmendes Buch, dem es gelingt, durch Elisas Glasknochenkrankheit und den Ersten Weltkrieg eine gewisse Ernsthaftigkeit einzufangen. Gerade diese Ernsthaftigkeit ist es, die dem Buch das Besondere verleiht. Wenn man die Glasknochenkrankheit erst einmal aus dem Spiel lässt, ist der Plot bestenfalls durchschnittlich. (Das klingt jetzt etwas hart, deswegen bitte mein großes ABER beachten!) Wir haben eine junge Frau, die sich in typischer Love-Triangle-Manier nicht zwischen dem freundlichen, unscheinbaren Typen (nämlich Wilhelm) und dem Draufgänger (aka Louis) entscheiden kann. Und dann ist da noch die Zwangshochzeit: Die Protagonistin wird von ihren Eltern mit irgendeinem Kerl, den sie überhaupt nicht ausstehen kann, verheiratet; sie versucht zwar, sich zu wehren, aber das bleibt erfolglos. Mit der Zeit stellt sie zu ihrem Glück fest, dass ihr Ehemann doch nicht so übel ist und sie alle werden glücklich. Ihr seht schon, Klischees, wie man sie aus Film und Fernsehen bestens kennt. Jetzt zu meinem großen ABER: Schenkt man der Glasknochenkrankheit jetzt wieder Beachtung, erscheinen eben diese Klischees nämlich in einem neuen Licht. Louis ist nicht länger nur der Draufgänger, sondern gleichzeitig Elisas Schlüssel in die Freiheit. Und eben diese Beziehung, die aus dem Verflechten des Klischees mit Elisas neugewonnener Freiheit entsteht, haucht dem Buch sein Leben ein und macht es so einzigartig. Auch gut finde ich, dass das Buch, auch wenn es sich mit diesen beiden ernsten Themen auseinander setzt, flockig-leicht zu lesen ist. Das liegt auf der einen Seite am Schreibstil, der aus recht kurzen, gleichzeitig aber flüssigen Sätzen besteht. Obwohl die Sätze passend zu ihrer Kürze leicht zu verstehen sind, ist der Wortschatz nicht auf das nötigste beschränkt. Auch die Länge der Kapitel ist dem angepasst: In der Regel sind sie gerade einmal vier bis fünf Seiten lang, was aber wirklich gut in das Buch passt und den Lesefluss nicht unterbricht – es ist mir oft genug passiert, dass ich gar nicht gemerkt habe, dass das Kapitel gewechselt hat. Auf der anderen Seite ist es Elisa, die dem Buch seine Leichtigkeit verleiht. Nachdem sie den Großteil ihres Lebens im Haus ihrer Eltern eingesperrt war, sieht sie die Welt wie durch die Augen eines Kindes, eben wie jemand, der sie zum ersten Mal sieht. Elisa sieht die Schönheit im Alltag, die den meisten Menschen entgeht. Diese kindliche Verzückung und das Aufmerksam-machen auf solche Kleinigkeiten sorgen einfach für gute Laune. Der einzige Stressfaktor ist das langsame, aber beständige Näherrücken des Krieges. Am Anfang des Buches waren die Zeitsprünge in der Handlung mir noch egal. Man findet sich problemlos darin ein und sie verleihen der Handlung nocheinmal einen ganzen Happen Realismus. Wenn man aber in 1914 ankommt und es auf einmal Juli ist, fängt man doch an, sich ziemliche Sorgen um Louis und Wilhelm zu machen. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass die Autorin nicht vor dem Krieg zurückschreckt. In einer handvoll Szenen beschreibt sie Louis und Wilhelms Erlebnisse an der Front. Zwar kann ich die Authentizität dieser Szenen nicht beurteilen (und möchte es auch nicht können), allerdings kann ich sagen, dass sie auf mich schrecklich genug gewirkt haben, auch, weil die Leichtigkeit und Fröhlichkeit des Buches schlagartig von Gewalt und Schrecken abgelöst werden (aber wirklich nur ganz kurz.) Fazit: „Das Mädchen aus Glas“ ist eine leichte Lektüre, die unter die Haut geht und anbietet, darüber nachzudenken, es dem Leser aber nicht aufzwingt. Ich gebe dem Buch ganz klar 5 von 5 Sternen.

Lesen Sie weiter
Alle anzeigen

Vita

Julie Hilgenberg, Jahrgang 1991, studierte Journalistik und arbeitet als Schauspielerin sowie freie Journalistin für die Süddeutsche Zeitung. Der Gedanke, dass man oft gar nicht anders kann, als jemanden zu mögen, wenn man ihn erst richtig kennenlernt, inspirierte sie zu »Das Mädchen aus Glas«. Neben dem Schreiben gilt ihre Leidenschaft dem Reisen quer durch Europa und in exotische Länder. Sie lebt in der Nähe von München, wo sie sich als Leiterin eines Jugend-Literaturkreises engagiert.

Zur AUTORENSEITE