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Das Wunder von Marseille

Spiel um dein Leben, Fahim!

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Taschenbuch
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Für seinen Traum geht er bis ans Ende der Welt

Kinostart in Deutschland: 7.11.2019

Schach-Weltmeister Fahim Mohammad erzählt seine unglaubliche Lebensgeschichte: Er ist acht, als er Hals über Kopf mit seinem Vater aus Bangladesch fliehen muss. Sie stranden in Paris – ohne Wohnung, ohne Papiere und immer in Gefahr, abgeschoben zu werden. Doch bald schon wird seine außergewöhnliche Begabung für Schach bemerkt. Und dann kommt seinem Trainer eine Idee, die Fahims Leben die entscheidende Wendung geben könnte . . .

Mitreißend und bewegend – Die wahre Geschichte hinter dem berührenden Kinodrama mit Ahmed Assad und Gérard Depardieu in den Hauptrollen

Regie: Pierre-François Martin-Laval, Besetzung: Gérard Depardieu, Isabelle Nanty, Ahmed Assad, Mizanur Rahaman

Das Buch erschien erstmals 2015 unter dem Titel »Spiel um dein Leben, Fahim!«.


Aus dem Französischen von Andrea Kunstmann
Originaltitel: Un roi clandestin
Originalverlag: Les Arènes
Taschenbuch, Broschur, 224 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-453-60548-0
Erschienen am  14. Oktober 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Ein Talent und doch einfach nur ein Junge

Von: monerl

25.08.2015

Meine Meinung: Ein Buch, thematisch aktuell, auch wenn der hier vorgestellte Junge, kein Flüchtling aus dem Kriegsgebiet Syrien ist, sondern aus Bangladesch. Er ist nicht auf der Flucht vor Krieg und Hunger sondern vor Repressalien aus seinem Land, weil er so ein großes und besonderes Talent hat; er ist ein begnadeter Schachspieler, und das seit er 5 Jahre alt ist! Um das Leben seines Sohnes zu retten, entscheidet sich der Vater mit Fahim zu fliehen. Sie haben große Aufmerksamkeit erhalten und nun müssen sie dafür bezahlen. Aber der Preis ist nicht die Anerkennung und die Freude eines Landes über ein Jugendtalent ihres Landes, nein, weit gefehlt, der Preis ist nun die Angst um das eigene Leben, die Trennung eines kleinen Jungen von seiner geliebten Mutter und den Geschwistern, eine ungewisse Zukunft, ob sie sich jemals wiedersehen werden, wie es ihnen in der Fremde gehen wird und wie sie das alles schaffen sollen! Und so begleitet der Leser Fahim und seinen Vater bis nach Frankreich, wo sie über jede Hürde der Bürokratie stolpern werden. Vom Flüchtling zum Asylsuchenden zum Obdachlosen zum Illegalen. Das Geld geht aus, das Dach über dem Kopf wird ihnen weggenommen, sie werden alleine gelassen und sich selbst übergeben, ständig in der Angst ausgewiesen zu werden! Der Vater darf nicht arbeiten, der Sohn muss in die Schule, die Sprache lernen und sich auch um den Vater kümmern, da dieser mit der französischen Sprache einfach nicht zurechtkommt. Ein kleiner Junge wird zur Bezugspersonen für seinen erwachsenen Vormund. Verkehrte Welt! In all diesem ganzen Unglück gibt es ja noch das besondere Talent Fahims, das Schachspielen! Dies ist der Schlüssel zu den Herzen der Menschen. Fahim wird in einen Schachklub aufgenommen und schließt Freundschaft mit dem Schachtrainer Xavier. Ein guter Mann, der sogleich erkennt, was in dem gebeutelten Jungen steckt. Er versucht es aus ihm herauszulocken, doch das erweist sich als das Schwierigste überhaupt! Wie soll ein talentierter Junge, der sich illegal in Frankreich aufhält, getrennt von seiner Familie, im täglichen Überlebenskampf verstrickt, den Kopf soweit frei bekommen und französischer Schach-Jugendmeister werden? Wo er doch einfach nur ein Junge sein möchte, der mit anderen Jungs auf der Straße herumtollen und Fußball spielen möchte... Auf diesem Wege begleiten ihn viele herzliche Menschen, die ihm und seinem Vater helfen, wo sie nur können, sie mit Sachspenden unterstützen, zu Behörden begleiten unvm., sodass am Ende mehrere Träume in Erfüllung gehen können. Während des Lesens wechselten sich verschiedene Gefühle in mir ab. Ich war traurig, betrübt, hilflos, entsetzt, gespannt, glücklich und dann doch noch zufrieden. Aber es bleibt ein Wermutstropfen. Warum? Die Frage zwingt sich mir schließlich doch noch auf, ob die Menschen ihm und seinem Vater so viel Aufmerksamkeit geschenkt hätten, wenn er einfach "nur" ein kleiner Junge mit seinem Vater gewesen wäre, wie viele Millionen auch; ohne Talent, das so außergewöhnlich ist, um beachtet zu werden?! Eins ist gewiss; die französischen Politiker hätten sich nicht nach ihm umgesehen und ihn am Ende für sich benutzen können! So war es eine tolle Sache, einen potentiellen Schachweltmeister zum französischen Schachweltmeister zu machen und ihm ein Bleiberecht zu geben, da es doch Vorteile für die eigene Nation hat; denn, wer will sich nicht mit einem Weltmeister rühmen? Ich wünsche mir, dass dieses und viele andere solcher Bücher die Menschen für die Schicksale anderer Menschen, die sich in Not befinden, ob talentiert oder nicht, sensibilisieren und ihnen die Augen fürs Menschsein öffnen.

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Zwiespältig

Von: Nomadenseele

12.08.2015

Das Buch schildert die Flucht des jungen Fahim und seines Vaters Nura aus Bangladesch über Ungarn nach Frankreich. Und es ist auch sehr interessant zu erfahren, welchen Widrigkeiten sie ausgesetzt sind, wie sie mangels Sprachkenntnissen immer wieder Probleme mit dem Asylamt und den Gerichten haben. Es ist auch interessant, Geschichten aus der Schachwelt zu erfahren, vor allem, da ich sie nicht erleben durfte: Zwar hatte mich der Verein, in dem ich damals war, gefragt, ob ich mit auf Turniere gehen wolle, was damals jedoch nicht ging, da ich am Wochenende immer arbeitete. Wobei ich ohnehin hoffnungslos untergegangen wäre, sie brauchten nur Füllmaterial für ihre Mannschaft. Trotzdem macht das Buch wütend. Nicht deswegen, weil die beiden immer mehr abrutschen, bis sie obdachlos sind. Sondern weil sich andere für die beiden einsetzen, weil Fahim so gut Schach spielt. Ich konnte bei der Lektüre nicht anders als daran zu denken, dass sie niemanden interessiert hätten, wenn er dies nicht gekonnt hätte. So wie es tausenden anderen Asylbewerbern geht. Ich finde das irgendwie widerlich und heuchlerisch, vor allem, da sich Parmentier als der große Retter darstellt. Zum Schreibstil: Man merkt deutlich, dass zwei Laien am Werk waren. Emotionen wurden bei mir nicht geweckt, auch nicht, als die beiden kein Essen mehr hatten. Gut fand ich die abwechselnde Erzählweise, da Parmentier Fahims Erzählung aus der Sicht eines Erwachsenen einordnet. Fazit So sehr es mich freut, dass Fahim und sein Vater eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis bekommen haben, so sehr hat es mich verärgert, dass er sie nicht aus der Not an sich, sondern wegen seiner Fähigkeiten bekommen hat. Ich empfinde das als ungerecht. Die Geschichte ist nicht sehr emotional beschrieben und ließ mich unberührt.

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Vita

Fahim Mohammad

Fahim Mohammad wurde im Jahr 2000 in Bangladesch geboren und lebt heute in Frankreich.

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Xavier Parmentier

Xavier Parmentier trainiert seit über 20 Jahren die französische Jugendschachmannschaft. Immer wieder setzt er sich für junge Talente aus den Pariser Vororten ein.

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Sophie Le Callennec

Die Anthropologin und Schriftstellerin Sophie Le Callennec unterrichtete Fahims Vater in Französisch. Sie gab Fahim mit Ihrer Schreibfeder eine Stimme.

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Andrea Kunstmann

Andrea Kunstmann, Jahrgang 1970, studierte Germanistik, Romanistik und Buchwissenschaft und arbeitete danach als Verlagslektorin. Seit 2013 übersetzt sie aus dem Englischen, Französischen und Italienischen.

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