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Das geniale Gedächtnis

Wie das Gehirn aus der Vergangenheit unsere Zukunft macht

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Taschenbuch
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Unser Gedächtnis ist ein Speicher für Erinnerungen – dachten wir bisher. Doch die neueste Forschung zeigt: Das Gehirn kann weit mehr, als Vergangenes nur aufzubewahren. Anschaulich und anhand überraschender Beispiele erklären Hannah Monyer und Martin Gessmann das Gedächtnis auf radikal neue Weise: als höchst kreatives Zukunftsorgan, das bestimmt, was wir uns merken, wie wir lernen und wer wir sind. Und das so aus unserer Vergangenheit unsere Zukunft macht.


ERSTMALS IM TASCHENBUCH
Originaltitel: Das geniale Gedächtnis
Originalverlag: Knaus, München 2015
Taschenbuch, Broschur, 256 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-328-10124-6
Erschienen am  09. Mai 2017
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

-super neue Erkenntnisse-

Von: ifinishit

18.08.2017

Sehr interessantes Buch was einige Aufmerksamkeit beim Lesen verlangt. "Das Gedächtnis folgt einer Logik die grundsätzlich nach vorn blickt..." Dieses Buch beschreibt die ganze Sichtweise auf das Gedächtnis auf seinen Charakter und seine Eigenschaften. Lange wurde davon ausgegangen das das es nur für die Speicherung zuständig ist. ( Daten & Inhalt) Man geht aber davon aus das es auch für die Zukunftsplanung verantwortlich ist. Es schafft durch seine Zuarbeit Grundlagen für Entscheidungen. Das Buch ist in 8 Kapitel mit Unterkategorien gegliedert. Im ersten Kapitel geht es um die Erinnerungen, wie Zellen zusammen arbeiten und das autobiographische Gedächtnis . Ab Kapitel 2 fand ich es erst richtig interessant. Es werden Tiefschlafphasen erklärt. Was hinter unseren Träumen steckt. Wie das erlebte vom Tag im Traum verarbeitet wird und warum uns Träume dazu führen Grundsatzfragen zu stellen. Im 3 Kapitel geht es um Klarträume = luizide Träume. Kann man seine Träume bewusst beeinflussen? In den weiteren Kapiteln geht es darum wie fälschliche Erinnerungen zustande kommen und ob einen das Gedächtnis so täuschen kann das man glaubt es sei wirklich passiert. Was Gerüche und Empfindungen mit dem Gedächtnis und der Erinnerung zu tun haben. Und ob es normal ist das mit ca. 30 Jahren die Vergesslichkeit zunimmt und was wir dagegen tun können. Ich fand dieses Buch sehr informativ und konnte vieles Neues über das Gedächtnis erfahren. Ohne gewisse Vorkenntnisse kann es manchmal ein wenig anstrengend sein aber es lohnt sich.  Diese Mischung aus Philosophie und Wissenschaft hinterlässt ab und zu eigene Denkpausen und man ist erstaunt was einem da so im Kopf herum schwirrt. Es ist ein sehr ausführlich und fachlich geschriebenes Buch und ein Tipp für alle die mehr über das Gedächtnis erfahren möchten.

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Rezension zu ‘Das geniale Gedächtnis’

Von: Walter Weiss

16.02.2016

(1) Ich vermisse eine an den Anfang zu stellende gründliche Definition dessen, was sich die Verfasser unter ‘Denken’ und ‘Verstand’ vorstellen. Das ist ja schließlich das Handwerkszeug, dessen sie sich im ganzen Buch bedienen. Man hätte also, um überhaupt einen so nahe am Verständnis angesiedelten Text zu verstehen, eine Vorab-Beschäftigung mit diesen Begriffen erwarten können. Zumal eine solche Vorab-Beschäftigung wahrscheinlich eine Fülle von dem Material, das die Verfasser ausbreiten, weniger mit dem Gebiet des Gedächtnisses zu tun gehabt hätte als mit Denken und Verstehen, also den Tätigkeiten, die VOR der Bildung von Gedächtnisinhalten stehen. Dabei ist natürlich zu berücksichtigen: Eine umfassende Theorie, wie es um das Denken und den Verstand steht, existiert bisher nicht. Hirnforscher tun sich insofern mit Recht schwer, weil sie - trotz vieler Wörter - bisher immer nur allerwinzigste Bereiche des Gehirns meinen verstehen zu können. Und Philosophen versagen bisher offenbar auch: wenn sie überhaupt der Mühe wert halten, eine entsprechende Theorie zu entwickeln, nehmen sie häufig als logische Basis undiskutierbare Annahmen wie Religion, Sprache oder gar angebliche Essentialien jeder Art. Es fehlt also eine - natürlich allein naturwissenschaftliche - Theorie über das, was man mit dem Inhalt und den Ursprüngen von Denken und Verstand meinen könnte. In solchen Fällen wird in den Naturwissenschaften eine Arbeitshypothese aufzustellen sein, die anschließend nach Möglichkeit mit Inhalt versehen werden muß, um ihre Brauchbarkeit - oder Unhaltbarkeit - darzulegen oder sogar zu beweisen. In Ermangelung einer solchen erkennbaren Arbeitshypothese habe ich vor Jahren eine konkrete Hypothese dieser Art aufgestellt und in meinem Text ‘Exzerpt’ definiert. Ich halte sie nach wie vor für zweckmäßig und brauchbar. Sie würde auch zum Buch ‘Das geniale Gedächtnis’ passen - allerdings eine ganze Reihe von dort gewonnenen Erkenntnissen relativieren. (2) Zu einigen Einzelheiten möchte ich bemerken: (2.1) Wenn die Verfasser meinen, die Konstruktion dessen, was sie unter ‘Gedächtnis’ verstehen, nicht mit irgendwelchen anderen Gebilden vergleichen zu können: Wie wäre es mit der einfachen Überlegung, dass es ein wirklich treffendes Vergleichsbild gar nicht gibt, gar nicht geben kann, eben weil keins existiert und wegen der übergroßen Kompliziertheit auch gar nicht existieren kann? (2.2) Das Konstrukt (um nicht zu sagen Schlagwort) eines ‘kollektiven Gedächtnisses’ geht meiner Meinung nach fehl. Ich habe den Eindruck, die Verfasser vermieden allzu offensichtlich die Erwähnung der WIKIPEDIA. (2.3) Alzheimer und Demenz erklären die Verfasser allzu einseitig mit dem Verlust des Gedächtnises (wie ja überhaupt die Tendenz zu beobachten ist, alles und jedes mit Gedächtnis in Verbindung zu bringen) - dabei sind die Ursachen dieser Krankheiten doch erkennbar logisch früher anzusetzen, nämlich mit Defekten an der Fähigkeit, zu denken, also der Zerstörung der Hirnareale, die den Verstand darstellen. (2.4) Obwohl an einigen Stellen - einigermaßen am Rande - die Evolution vorkommt, vermisse ich eine umfassende Beschäftigung der Verfasser mit den Fragen, wann überhaupt die Fähigkeit, Erinnerung zu bilden, in der Vergangenheit entstanden ist und ob seit diesem Zeitpunkt evolutionstechnisch überhaupt die für eine wirkliche Evolution von der Wissenschaft geforderten Komponenten einer genetischen Festlegung erfüllt worden sind. Denn ich gehe davon aus, dass die Verfasser die für sie ganz entscheidende Rolle des Gedächtnisses als genetisch angelegt betrachten. Sollte ich den Text missverstanden haben, sollten die Verfasser also der Meinung sein, diese entscheidende Rolle des Gedächtnisses sei NICHT genetisch angelegt, müßten sie allerdings doch sehr genau darlegen, auf welche Weise denn dann jeder Mensch diese Rolle des Gedächtnisses erst während seines Lebens gelernt haben soll.

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Vita

Hannah Monyer

Hannah Monyer, 1957 in Rumänien geboren, studierte in Heidelberg Medizin. Heute leitet die mit dem Leibniz-Preis ausgezeichnete Hirnforscherin die Abteilung der Klinischen Neurobiologie am Universitätsklinikum Heidelberg.

Martin Gessmann, geboren 1962, beschäftigt sich als Philosoph mit der Gegenwartskultur. Seit 2011 ist er Professor für Kultur- und Techniktheorie an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach am Main.

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Martin Gessmann

Martin Gessmann, geboren 1962, beschäftigt sich als Philosoph mit unserer Gegenwartskultur. Er studierte in Tübingen, Nantes und Washington D.C. Es folgte eine Karriere als Kulturjournalist. 2010 wurde er in Heidelberg zum Professor für Philosophie berufen, seit 2011 ist er Professor für Kultur- und Techniktheorie und Ästhetik an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach am Main.

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