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Dass man durch Belgien muss auf dem Weg zum Glück Roman

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Taschenbuch, Broschur ISBN: 978-3-442-71555-8

NEU
Erschienen:  13.11.2017
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Manchmal verlangt das Leben, ungestüm gelebt zu werden.

Silvester verbringt der achtzehnjährige Leonhard allein im Haus seiner Eltern. Am Neujahrsmorgen kommt das Leben dann einfach zu ihm: Eine fremde Frau schläft auf dem Boden in der Diele. In der nächsten Nacht schläft Leonhard mit ihr im Gästezimmer. Emilie und Maria hingegen, beide über siebzig, sind unternehmungslustig, wenn auch den Ereignissen auf ihrer Reise in ein tschechisches Kurhotel nicht mehr ganz gewachsen. War es wirklich ein Klavierlehrer, der sie dorthin fuhr, und hat er tatsächlich betrunken die Nacht im Bett zwischen den alten Damen verbracht? In einem Reigen aus elf Episoden erleben Judith Kuckarts Figuren Unerhörtes. Es gibt ihrem Leben eine unerwartete Wendung und dem Leser eine Ahnung, dass alles zusammengehört: Lust und Schrecken, Liebe und Tod, Schuld und Glück.

Judith Kuckart (Autorin)

Judith Kuckart, geboren 1959 in Schwelm/Westfalen, absolvierte eine Tanzausbildung an der Folkwang-Schule in Essen und studierte Literatur- und Theaterwissenschaften in Köln und Berlin. 1986 gründete sie das Tanztheater Skoronel in Berlin, mit dem sie bis 1998 an verschiedenen deutschen und internationalen Bühnen Stücke aufführte, an denen sie als Autorin, Tänzerin, Choreografin und Regisseurin mitwirkte. Für ihr Werk wurde Judith Kuckart vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis 2012, dem Margarete-Schrader-Preis für Literatur der Universität Paderborn 2006 und dem Deutscher Kritikerpreis 2004. Ihr Roman "Wünsche" stand 2013 auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis.

Taschenbuch, Broschur, 224 Seiten, 11,8 x 18,7 cm, 1 s/w Abbildung

ISBN: 978-3-442-71555-8

€ 10,00 [D] | € 10,30 [A] | CHF 13,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: btb

NEU
Erschienen:  13.11.2017

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Filmreife Lebensgeschichten

Von: YukBook Datum: 07.01.2018

www.yukbook.me

Zufällig habe ich dieses Buch genau an Silvester gelesen, an dem auch die erste Erzählung beginnt. Der 18-jährige Leonhard verbringt diesen Tag ganz unspektakulär. Seine Eltern sind in den Urlaub gefahren, und er macht sich einen Topf Nudeln und hängt seinen Gedanken nach. Als Leser hat man jedoch schon eine Vorahnung, dass gleich etwas Ungewöhnliches passieren wird. Und so kommt es auch: Am nächsten Morgen liegt eine wildfremde Frau in der Diele.

Das ist ganz typisch für die elf Erzählungen von Judith Kuckart. Es liegt etwas in der Luft und man ist nur einen Hauch davon entfernt, eine positive oder negative Überraschung zu erleben. „Was für ein Vorrat an Leben liegt in der Luft“, heißt es einmal und bringt die Hoffnungen und Sehnsüchte der Figuren zum Ausdruck. An Fantasie mangelt es ihnen dabei wahrlich nicht. Als Leonhard für seinen unerwarteten Gast einen Koffer aus dem Schließfach holt, kommt er sich vor wie in einem Krimi. Auch die pensionierten Lehrerinnen Maria und Emilie, die jedes Jahr zu einer Kur nach Tschechien fahren, lassen sich gern zu Träumereien verleiten. Schon eine Kleinigkeit wie ihren Taxifahrer in Stuttgart, der „so schön ist, dass man ihn vertonen müsste“, Ali Baba zu nennen, verleiht ihrem Leben ein wenig Nervenkitzel.

Judith Kuckart erwähnt immer wieder das Kino und zitiert Filme, so als ob sie die Grenzen zwischen fiktiven und realen Geschichten aufweichen wollte. Tatsächlich sorgen aufregende Begegnungen und Wendungen in Dresden, Stuttgart, Costa Brava oder Shanghai für Szenen, die durchaus filmreif sind. Auch der Polizist Sven kann den Verheißungen, die die Schuhverkäuferin Marilyn verkörpert, nicht widerstehen. Und Karl erlebt nach einer Affäre in Shanghai eine unerwartete Wende in seiner Ehe. Kuckart hat ein interessantes Konstrukt aus verschiedenen Episoden geschaffen, in denen sich die Wege der Figuren kreuzen. Nicht alle Geschichten haben mir gleich gut gefallen, doch ihr ganz eigener Sprachstil und die Art und Weise, wie sie die Glückssuche der Figuren schildert, faszinieren.

Ein wunderbares Kleinod über das Leben, die Liebe, den Tod und alles was dazwischen liegt.

Von: Wolfgang Brunner - Buchwelten Datum: 14.12.2017

https://buchwelten.wordpress.com/

Unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Geschichten aus ihrem Leben verbinden sich am Ende miteinander und erzählen, was das Leben wirklich bedeutet: Liebe und Tod, Glück und Unglück, Sehnsucht und Hoffnung. Und letztendlich gehört alles Zusammen und bildet eine Einheit, die sich Leben nennt.

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Man muss ich auf den Schreibstil und die Aussagen von Judith Kuckart einlassen, sonst entfaltet die Geschichtensammlung am Ende seine Wirkung nicht. Philosophisch und elegisch, aber auch hart und brutal schildert die Autorin verschiedene Schicksale und Lebensabschnitte von Personen, die auf den ersten Blick scheinbar nichts miteinander zu tun haben. Es verstecken sich unendlich viele wahre Worte und Lebensweisheiten in den Sätzen, die unaufmerksame (und/oder ungeduldige) Leser schon einmal überfordern könnten. Die Geschichten fordern einen geradezu auf, während des Lesens auch einmal inne zu halten und sich Gedanken über das eigene Leben zu machen. Oft bekam ich einen Stich, wenn ich mich in einem der Sätze selbst wiederfand und zugeben musste, dass ich oft selbst so denke. Kuckart erwischt den Leser zum Beispiel eiskalt, wenn sie von wahrer Liebe spricht und einen dann an den Gedankengängen der Figur teilhaben lässt, um zu bemerken, dass die Liebe, die man nach außen hin zeigt, nicht immer die gleiche Liebe ist, die man in sich drin fühlt.

Die Geschichten sind oft traurig und melancholisch, aber genauso oft erotisch oder brutal. Sie zeigen eben da Leben, wie es ist: unberechen- und wunderbar. „Dass man durch Belgien muss auf dem Weg zum Glück“ ist eine Herausforderung an den Leser, denn die Storys sind nicht chronologisch, so dass man immer wieder Menschen begegnet, die man aus einer anderen Geschichte bereits kennt oder eben noch kennenlernen wird. Und obwohl die Autorin ihre Personen nur skizziert und niemals bei der Charakterbeschreibung richtig in die Tiefe geht, fühlt man mit den Protagonisten, sympathisiert mit ihnen und geht eine Beziehung mit ihnen ein. Oft sind es nur flüchtige Gedanken, die Kuckart zu Papier bringt und die einen von einer Sekunde auf die andere ans eigene Leben denken lassen. Man findet sich in vielen Dingen wieder und begreift, dass man, wie die Protagonisten, in manchen Dingen sein Ziel erreicht hat und in anderen Dingen eben noch nicht. Das Leben ist ein ewiger Weg, der nicht unbedingt über Belgien führen muss, um glücklich zu werden. �� Judith Kuckart schreibt gegen den Mainstream, bewegt sich auf anderen Ebenen, die nicht der Unterhaltung sondern der Lebenserfahrung dienen.

Es ist ein sehr guter Text, den Kuckart hier abgeliefert hat. Während man das Buch liest, verbindet man aufgrund diverser Hinweise in Gedanken die einzelnen Geschichten. Es ist wie ein Puzzle, in dem man immer wieder plötzlich ein fehlendes Teil findet und an die richtige Stelle setzen kann. Und am Ende erscheint ein Gesamtbild im Kopf des Lesers, das für den einen mit Sicherheit ein A-ha-Effekt, für manch anderen eine Enttäuschung sein wird. „Dass man durch Blegien muss auf dem Weg zum Glück“ ist kein Allerweltsbuch für ein Allerweltspublikum. Man muss diesem Buch „gewachsen“ sein, um es verstehen zu können. Man muss sich auf die Wunder und Grausamkeiten des Lebens, die dort beschrieben werden, einlassen. Muss sich dem Sog der ruhigen, schlichten Worten hingeben und seine eigenen Überlegungen und Bilder dabei mitspielen lassen. Wer das kann, darf sich an einem ganz besonderes Buch freuen, das viele Überraschungen bereithält. „Dass man durch Belgien muss auf dem Weg zum Glück“ ist das erste Buch von Judith Kuckart für mich. Und ich muss sagen, die Autorin hat mich mit ihrem Schreibstil und ihrer Gedankenwelt vollkommen überzeugt. Ich bin sicher, dass ich noch weitere Bücher von ihr lesen werde.

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Fazit: Ein wunderbares Kleinod über das Leben, die Liebe, den Tod und alles was dazwischen liegt.

© 2017 Wolfgang Brunner für Buchwelten

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