Der Buchliebhaber

Roman

Taschenbuch
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Arthur Prescott ist glücklich mit seinem Leben im beschaulichen Barchester. Er unterrichtet an der Universität und verbringt seine Freizeit am liebsten in der Bibliothek der Kathedrale, deren Geschichte er recherchiert. Doch ausgerechnet seine wichtigste Quelle, das ›Buch der Ewolda‹, gilt als verschollen. Seit Jahren sucht Arthur vergebens nach dieser mittelalterlichen Handschrift, als nun auch noch ein Eindringling seine Arbeit stört: Die junge Amerikanerin Bethany ist nach Barchester gekommen, um die Bestände der Bibliothek zu digitalisieren. Ein Sakrileg in den Augen des bibliophilen Arthur. Doch Bethany erobert schließlich nicht nur Arthurs Herz, sie hilft ihm auch, das Rätsel des verschwundenen Manuskripts zu lösen ...

»Ein Roman für Buchliebhaber.«

Erika Swyler

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Amerikanischen von Heike Reissig, Andreas Helweg
Originaltitel: The Lost Book of the Grail Or, A Visitor's Guide to Barchester Cathedral
Originalverlag: Viking
Taschenbuch, Broschur, 512 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-442-48711-0
Erschienen am  20. November 2017
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Spannende Kirchengeschichte mit leider flachen Charakteren

Von: Julia L. Jordan

25.05.2019

Der Titel und das Cover dieses Buches können den interessierten Käufer leider sehr leicht in die Irre führen. Denn wenn man erwartet, hier eine süße Liebesgeschichte vor dem Hintergrund einer Suche nach alten Dokumenten zu bekommen, wird vermutlich recht schnell enttäuscht. Natürlich gibt es die Romanze, und natürlich lesen wir von spannenden Ermittlungen - doch es ist viel mehr als bloß die Geschichte zweier Menschen, die in der Suche nach verschütteten Geheimnissen vereint sind. Der englische Originaltitel verrät auch noch etwas, was der Klappentext uns vorenthält: The Lost Book of the Grail Or, A Visitor's Guide to Barchester Cathedral (Das verschwundene Buch des Grals oder Ein Besucherführer für die Barchester-Kathedrale). Denn wie ich zu meinem großen Vergnügen festgestellt habe, ist die Hauptperson, Arthus Prescott, vor allem auf der Suche nach dem Heiligen Gral, welchen er in seiner Heimatgemeinde Barchester vermutet. Gleichzeitig hat er den Auftrag, einen Kirchenführer über die Geschichte der Kathedrale zu schreiben. Diese ist mit der Geschichte der Eiligen Ewolda verbunden, über die jedoch praktisch nichts bekannt ist. Erst, als die Amerikanerin Bethaney Dawis auftaucht und ihn darauf aufmerksam macht, dass ein mittelalterliches Manuskript in der Bibliothek fehlt, findet er eine neue Spur und gemeinsam begeben sie sich auf die Suche nach jenem Manuskript, von dem sie sich erhoffen, dass es die Lebensgeschichte von Ewolda enthält. Eher flache Charaktere Im Hintergrund des Romans spielen weitere Figuren eine Rolle, wie Arthurs Freunde Oscar und David, oder die Dekanin der Kathedrale, Gwyneth. Eine wirkliche Charakterisierung erhalten sie jedoch nicht, sondern funktionieren eher als Plot-Instrument, um die Geschichte an den richtigen Stellen vorwärts zu bringen. Vor allem aber sind sie es, die von Anfang an Arthur damit aufziehen, dass er wohl etwas mehr für die Amerikanerin empfindet, welche er nach außen hin aufgrund ihres Digitalisierungsvorhabens verabscheut. Bevor sie die beiden je zusammen gesehen haben, sind alle seine Bekannten bereits überzeugt, dass er in sie verliebt ist. Das ist der eine große Punkt in diesem Roman, der mich gestört hat: Die Liebesgeschichte wirkt von außen aufgezwungen und entwickelt sich wenig natürlich zwischen Arthur und Bethany. Obwohl wir immer wieder mitbekommen, wie fasziniert Arthur von Bethany ist, fehlen doch jegliche Hinweise darauf, was sie an ihm finden könnte. Zusätzlich steuert dieser Subplot nichts zum eigentlichen Thema bei und wirkt damit noch merkwürdiger. Das Nachfühlen der Emotionen wird auch dadurch erschwert, dass die Geschichte einerseits über weite Strecken ausschließlich aus Dialogen besteht, ohne dass es Einschübe über Gefühle, Gedanken, Mimik oder Gestik der sprechenden Charaktere gibt. Als Leser muss man all das aus dem gesprochenen Wort ablesen - doch was gesagt wird, erscheint oft eher wie ein wissenschaftlicher Aufsatz, frei von jeglichen Emotionen. Wenn Charaktere gerade nicht sprechen, bekommen wir entweder ausführlich Arthurs Gedanken präsentiert, oder beschreibende Ausführungen über vergangene Geschehnisse. Auch hier werden Charaktere nicht komplexer gestaltet und treten hinter der Information, die vermittelt werden soll, zurück. Somit bleiben alle Figuren bis auf Arthur, dessen Gedanken wir lesen, eher flach. Arthur ist ein spannender Charakter, der gefangen ist in seinem Elfenbeinturm der Wissenschaft. Seine Liebe zu gebundenen Büchern und die Angst, dass Digitalisierung den Untergang der kulturellen Errungenschaften der Vergangenheit bedeuten wird, macht ihn streckenweise arrogant und schwer erträglich, doch man kann ihm leicht verzeihen, gerade wenn man seine Liebe teilt. Im Verlauf des Buches lernt er die Vorzüge von Internet und digitalen Medien zu schätzen und wächst an daran. Eine spannende Suche nach verschollenen Schätzen Doch in diesem Roman geht es nicht um die Figuren. Es geht um Kirchengeschichte und eine Schnitzeljagd auf der Suche nach einem verschwundenen Manuskript, das vielleicht auch den Schlüssel zum Heiligen Gral enthalten könnte. Jedes Kapitel wird eingeleitet mit einer Szene, die viele Jahrhunderte früher stattgefunden hat: Von Generation zu Generation wird das Geheimnis der Ewolda und ihrem Schatz von einem Hüter zum nächsten weitergegeben und wir als Leser sind Zeuge davon. Wir wissen damit etwas mehr als die Suchenden, doch bis zum Schluss bleiben wir über wesentliche Punkte im Dunkeln. Hier liegt auch die große Stärke des Romans: Eine erfundene Geschichte über eine nichtexistente Heilige wird so spannend und informativ aufbereitet, dass man das Gefühl bekommt, dies hätte sich in der realen Welt zutragen können. Sorgfältig werden echte Geschehnisse wie die Verfolgung aufgrund von Glauben und Religion unter Cromwell verstrickt mit der ausgedachten Geschichte über die Hüter von Ewoldas Schatz. Oft liest sich dies eher wie ein wissenschaftlicher Aufsatz, der mit den Stilmitteln eines Romans geschrieben wurde, doch mich persönlich hat das nie gestört. Ich fand es mehr als spannend und authentisch dargestellt. Auf 500 Seiten wurde ich mitgenommen und konnte eintauchen in die Welt von Religion und Kirchengeschichte. Fazit Der Roman "Der Buchliebhaber" von Charlie Lovett verbindet eine oberflächliche Liebesgeschichte mit einer gut recherchierten Suche nach verschollenen kirchengeschichtlichen Manuskripten. Gut recherchiert, spannend erzählt und zu einem konsequenten Ende geführt, verfolgen wir eine Schnitzeljagd erwachsener Personen, die an den Heiligen Gral glauben, aber bis zum Schluss nicht wissen, welcher unglaublichen Entdeckung sie wirklich auf der Spur sind. Die Charaktere dieser Geschichte sind nebensächlich und so bleiben sie leider sehr flach. Wer sich für die Sage um König Artus, den Heiligen Gral und Religionsgeschichte in England interessiert, kommt hier definitiv auf seine Kosten. Die Liebesgeschichte hingegen bleibt stets im Hintergrund.

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Ein Wohlfühlbuch, der dem Leser die Welt der Bücher und Manuskripte näher bringt

Von: Sarah R.

31.05.2018

Schon als ich das Buch zum ersten Mal gesehen habe, war ich sofort in das Buchcover verliebt und auf den Inhalt der Geschichte gespannt. Für mich strahlt das Cover Ruhe aus und die Farben harmonieren sehr gut miteinander. Auch die Schriftart passt perfekt zu diesem Cover. Was mir auch sehr gefällt, ist, dass der Titel angehoben ist. Ich fand relativ schnell in die Geschichte hinein und bemerkte, dass jedes neue Kapitel mit einem kurzen Rückblick in vergangene Zeiten beginnt. Diese historischen Rückblicke sind wichtig, um die Geschichte zu verstehen und sie erzählen die Geschichte bereits aus einem sehr frühen Jahrhundert. Mit jedem neuen Kapitel gibt es einen größeren Sprung an vergangenen Jahren der Rückblicke, wodurch die Geschichte zum Ende hin nur noch 230 Jahre zurückliegt. Jedes Kapitel beginnt mit einer kurzen Erzählung zu einem Gebäudeteil der Kathedrale. Die Hauptgeschichte spielt jedoch im Mai 2016, zu erkennen an dem Datum eines jeden neuen Kapitels. Diese Rückblicke, die es dem Leser ermöglichen, die Geschichte besser zu verstehen und den Verlauf nachvollziehen zu können, bringen jedoch auch den Nachteil mit, längere Textpassagen mit reinen Erzählungen vorzufinden. Besonders in der ersten Hälfte des Buches empfand ich die Textpassagen, in denen nur erzählt und beschrieben wurde, etwas anstrengend, wodurch mir das Lesen des Buches erschwert wurde. Der Schreibstil des Autors ist jedoch sehr angenehm zu lesen, wenn auch manchmal etwas längere Sätze vorzufinden sind. Der Hauptprotagonist Arthur Prescott war mir im großen und ganzen sehr sympathisch. Er ist manchmal etwas eigensinnig, doch weiß er ganz genau, was er will. Er mag nicht nur Bücher, wie man anhand des Buchtitels meinen könnte, er liebt sie. Er liebt die Kathedrale mit ihrer Bibliothek und den darin enthaltenen Manuskripten. Denn er liest und liebt nicht die Bücher aus der heutigen Belletristik, sondern die alten Bücher, Manuskripte. Er liebt es, an den Manuskripten zu riechen, in ihnen hineinzulesen, das Pergament in Händen zu halten und der Anblick der vielen Manuskripte in der Kathedralsbibliothek. Dort fühlt er sich wohl und er kann sich stundenlang dort aufhalten. Wenn man die Manuskripte, auf die heutigen Bücher der Belletristik und das Pergament auf die Buchseiten aus Papier und meine Bücherregale überträgt, dann sind Arthur Prescott und ich ziemlich gleich, was ihn mir sympathisch macht. Als Kind hat Arthur Prescott bereits von seinem Großvater Geschichten über König Artus und dem heiligen Gral erzählt und vorgelesen bekommen und die Aufgabe erhalten, nach einem verschollenen Manuskript zu suchen. Dieser Aufgabe widmet er sich auch in seinem späteren Leben, woraus auch der Grund besteht, dass er sich so lange in der Kathedralsbibliothek aufhält. Denn dort scheint es Hinweise auf das verschwundene Manuskript zu geben, doch diese muss Arthur Prescott erst einmal finden. Dies gelingt ihm einfacher mithilfe von Bethany. Bethany kommt nach Barchester, um die Manuskripte der Kathedralsbibliothek zu digitalisieren, wovon Arthur nicht sehr begeistert ist. Bethany mochte ich als Protagonistin auch sehr. Sie brachte frischen Wind in die Geschichte und hatte oftmals ein Auge für Hinweise. Auch Arthur's Freunde, Oscar und David waren mir sympathisch. Doch die Frau mit dem Herzen war Gwyn, eine Freundin von Arthur, welche auch Dekanin ist. Es war interessant und spannend, den Protagonisten bei der Suche nach dem verschollenen Manuskript "zuzusehen". Leider gab es oft Passagen, in denen viel erzählt wurde und in der eigentlichen Geschichte nichts geschah. Dadurch wurde der Lesefluss ein bisschen gestockt, denn diese Passagen wurden nach einiger Zeit anstrengend zu lesen. Auch bei der Suche und dem Lösen des Rätsels kam ich nicht immer hinterher und verstand nicht immer genau, wie die Protagonisten auf die jeweiligen Ergebnisse und Hinweise gekommen sind. Durch die Rückblicke erhält man auch viele historische Informationen, die teilweise echt interessant, aber teilweise auch nicht so interessant waren. Auch spielt die Religion und der Glaube eine große Rolle in dieser Geschichte. Mich hat das im großen und ganzen nicht gestört, doch ich könnte mir durchaus vorstellen, dass dies anderen Lesern anders ergehen könnte. Die Geschichte strahlt eine ruhige und angenehme Atmosphäre aus und gibt den Lesern einen gewissen anderen Blick auf Bücher. An Buchliebhaber kann ich das Buch weiterempfehlen, vielleicht auch an jene, die gerne historische Romane lesen.

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Vita

Charlie Lovett

Charlie Lovett hat früher als Antiquar gearbeitet, ist ein begeisterter Büchersammler und gehört dem »Grolier Club« an, Amerikas bedeutendstem Club für Bücherliebhaber. Er lebt mit seiner Frau abwechselnd in Winston Salem, North Carolina, und Kingham im englischen Oxfordshire. Zu seinen Werken zählen die Romane »Das Buch der Fälscher« – ein New-York-Times-Bestseller – und »Jane Austens Geheimnis«.

Mehr zum Autor und seinen Büchern unter charlielovett.com

Zur AUTORENSEITE

Pressestimmen

»Eine Liebesgeschichte und eine spannende Bücherjagd voll wunderbarer historischer Details.«

Kate Alcott

»Purer Lesegenuss mit einem liebenswerten Helden. Der charmante Ton passt perfekt zur Handlung.«

Publishers Weekly (starred review) (02. Januar 2017)

»Eine vergnügliche Schatzsuche kombiniert mit der Liebesgeschichte zweier bezaubernd gegensätzlicher Charaktere. Feinste Unterhaltung mit nostalgischem Flair – für jeden Bücherfreund.«

Kirkus Reviews (15. Dezember 2016)

»Geheimnisse, Historie und jede Menge Leservergnügen – ein wahrer Schatz!«

Gregory Maguire