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Der Engelmacher Roman

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Taschenbuch, Broschur ISBN: 978-3-442-74838-9

Erschienen: 10.11.2014
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Gott gibt und Gott nimmt, Victor. Aber nicht immer. Manchmal müssen wir es selbst tun.

Wolfheim, in der Nähe von Aachen: Nach zwanzig Jahren Abwesenheit kehrt Dr. Victor Hoppe in seinen Geburtsort zurück. Die Dorfbewohner misstrauen ihm. Und sie wundern sich über die drei Babys, die er dabei hat: Drillinge, alle mit einer Hasenscharte gezeichnet. Doch als der Doktor einem Jungen aus dem Dorf das Leben rettet, fasst man Zutrauen zu ihm. Bis eines Tages die Kinderfrau der Drillinge eines plötzlichen Todes stirbt …

Stefan Brijs (Autor)

Stefan Brijs, Jahrgang 1969, gelang mit seinem Roman "Der Engelmacher" in Belgien und den Niederlanden ein Sensationserfolg. Er wurde dafür u. a. mit der "Goldenen Eule" für das beste Buch des Jahres ausgezeichnet sowie mit dem Preis der Königlichen Akademie für Literatur der Niederlande. Die Auslandsrechte wurden in zahlreiche Länder, darunter auch England und die USA, verkauft. Bei btb ist außerdem sein von der Kritik hochgelobter Roman "Post für Mrs. Bromley" erschienen, die Geschichte eines jungen Mannes, der in Kriegszeigen versucht, menschlich zu handeln.

www.stefanbrijs.be

Aus dem Niederländischen von Ilja Braun
Originaltitel: De engelenmaker
Originalverlag: Amstel

Taschenbuch, Broschur, 448 Seiten, 11,8 x 18,7 cm

ISBN: 978-3-442-74838-9

€ 9,99 [D] | € 10,30 [A] | CHF 13,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: btb

Erschienen: 10.11.2014

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Düster und bedrohlich, wortgewaltig, wagemutig und grandios

Von: Livia Datum: 07.08.2015

samtpfotenmitkrallen.blogspot.com

Meine Meinung:
"Der Engelmacher" ist mein bisheriges Jahreshighlight. Die Handlung dieses Buches, das sowohl Krimielemente, als auch eine Gesellschaftsstudie und ganz viele interessante Biologiestunden beinhaltet, ist düster, abgründig, beklemmend und berührend. Aufgrund des Covers und der Beschreibung habe ich mir dieses fantastische Rezensionsexemplar zukommen lassen. Auch der Klappentext konnte mich schnell überzeugen.
Dass aber die Handlung sich in eine von mir so unterwartete Richtung entwickelte, hat mich einfach umgehauen. Selten können mich Bücher so positiv überraschen und ich möchte ehrlich gesagt gar nicht wirklich viel zum Inhalt verraten, weil dann die Geschichte noch eindringlicher und überraschender wird. Bitte lest keine anderen Rezensionen und keine Inhaltsangaben, die mehr verraten, als der Klappentext. Natürlich kann man aufgrund des Titels und der Dramaturgie darauf schliessen, in welche Richtung das Buch gehen wird, aber trotzdem ist es überraschend, auf eine seltsame und abstosstende Art faszinierend und zugleich entsetzlich, wie weit Victor Hoppe gehen kann und will und aus welchen Gründen er dies tut.


Handlung und Schreibstil:
Ein von einer Hasenscharte entstelltes Kind hatte es noch vor wenigen Jahren nicht leicht. Von der katholischen Kirche als "vom Teufel gezeichnet" verschrien und von seiner Mutter verstossen muss auch der kleine Victor sein Elternhaus verlassen und von da an in einer katholischen Anstalt leben. Was dem hochintelligenten und leicht autistischen Jungen dort widerfährt, lässt ihn sein Leben lang mit der Religion an sich, den Vertretern dieser Religion und vor allem Gott persönlich hadern. Da er aufgrund seines Aspergersyndroms nicht in der Lage ist, Aussagen seiner Mitmenschen differenziert einzuschätzen, nimmt er immer alles persönlich und gerät so tatsächlich in Teufels Küche.
Seinem wissenschaftlichen Ehrgeiz werden aufgrund seiner Sonderbegabung keine Grezen gesetzt und schon bald stürzt er sich in ein Projekt, von dessen Existenz seine Berufskollegen nicht einmal zu träumen wagen.
Stefan Brijs schildert eindrücklich das Innenleben des Protagonisten und schafft es so, uns Lesers das Unglaubliche verständlich zu machen. Dank seinem aussergewöhnlich präzise beobachtenden und beschreibenden Schreisbtil und der flüssigen, aber anspruchsvollen Sprache fiel es mir leicht, Victor, seine Gedanken, sein Projekt und seine Überzeugung nachzuvollziehen. Ich denke, dass dies anderen Lesern auch so ergehen kann. Ich entwickelte mit der Zeit sogar Mitgefühl mit Victor und was Brijs uns hier auf dem wissenschaftlichen Silbertablett serviert ist nicht nur ein literarisches Meisterwerk, es ist auch eine Gesellschaftsstudie. Nur weil ein verstocktes, engstirniges, katholisches Volk die Gebote der Nächstenliebe nur oberflächlich anwendet und dort, wo es wirklich wichtig wäre ein Auge darauf zu werfen, lieber weg schaut und nur weil nicht einmal die Wissenschaft an sich selber zu glauben wagt, kommt es überhaupt so weit, wie es kommen muss. Und bis auch der Letze geschnallt hat, was bei Victor Hoppe nicht einmal im Geheimen, sondern vor den Augen aller geschieht, hat dieser sein Werk bereits an einen Punkt gebracht, an dem es kein Zurück gibt.

Meine Empfehlung:
Ich könnte noch unendlich viele lobende Worte für dieses beeindrückende Stück Literatur finden, lasse euch aber nun selber eure Meinung bilden. Dieses Buch hat mich fasziniert, beängstigt, beeindruckt und überzeugt und ich hoffe, dass es einigen von euch auch noch so ergehen wird.

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