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Der Freund von früher Roman

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Taschenbuch, Broschur ISBN: 978-3-442-71585-5

NEU
Erschienen:  11.12.2017
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Weitere Ausgaben: Gebundenes Buch, eBook (epub)

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Ein irrsinniges, ein exaltiertes, ein ausuferndes Leben hat er geführt, der Schauspieler Albert Lasser. Beliebt und begehrt war er, die Nächte waren lang, die Partys wild und rauschend. Nun gut, zuletzt ist seine Karriere ins Stocken geraten, aber jetzt, jetzt steht er vor der größten Herausforderung seines Lebens. So erzählt er es seinem Freund Oscar, den er nach langen Jahren zufällig wieder trifft. Doch als der ihn einige Tage später in seiner Wohnung in Berlin-Mitte besuchen will, findet er Albert tot – und die Ereignisse überstürzen sich. Wie und warum ist Albert gestorben? Hat Oscar etwa selbst die Hand im Spiel?

Wolfgang Mueller (Autor)

Wolfgang Mueller, geb. 1967 in Bensberg, ist ein deutscher Filmproduzent und Schriftsteller. Er produziert mit der Firma Barry Films, ansässig in Los Angeles und Berlin, international erfolgreiche und preisgekrönte Filme (u.a. LIFE, THE WHISTLEBLOWER, DAS SCHWEIN VON GAZA). Zuvor praktizierte er als Rechtsanwalt für Musiker und Künstler. Nach einem Jurastudium in Gießen, Madrid, Mexico D.F, Hamburg und Bonn promovierte er 2000 mit einer Arbeit über Rechte von Minderheiten. Unter dem Namen Oscar Heym veröffentlichte er diverse Romane (u.a. KURKONZERT) und Erzählungen. Er lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Berlin.

Taschenbuch, Broschur, 240 Seiten, 11,8 x 18,7 cm, 1 s/w Abbildung

ISBN: 978-3-442-71585-5

€ 10,00 [D] | € 10,30 [A] | CHF 13,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: btb

NEU
Erschienen:  11.12.2017

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Spannende Milieustudie

Von: YukBook Datum: 22.01.2018

www.yukbook.me

Albert Hieronymus Lasser hätte wohl nie gedacht, dass er durch einen Werbespot für Fertiggerichte sein großes Comeback als Schauspieler feiern würde. Zu schade, dass er dies nicht mehr miterlebt. Als ihn sein früherer Freund Oscar besucht, liegt Albert tot auf dem Boden. Ein paar Tage zuvor war er noch quicklebendig gewesen. Oscar hatte ihn ganz zufällig in einem Café wiedergetroffen und hätte gern mehr über seinen Freund erfahren, den er fünf Jahre nicht gesehen hat.

Um seinen Nachlass zu regeln, zieht Oscar für einige Wochen in die einst gemeinsame Wohnung, und damit fangen die Probleme für ihn erst richtig an. Der Romantitel ist treffend gewählt, denn es geht um die Erinnerungen des Ich-Erzählers an eine enge Freundschaft, an ein vergangenes Lebensgefühl und das fehlende Stück in der Chronik, das Oscar nach dem mysteriösen Todesfall nun zu rekonstruieren versucht.

Auf Alberts PC entdeckt er einen Briefwechsel zwischen dem Verstorbenen und einer geheimnisvollen Emma. So lernen wir gemeinsam mit Oscar nach und nach nicht nur die verborgenen Seiten des einst gefeierten und vergnügungssüchtigen Schauspielers kennen, sondern auch die vielen Gesichter Berlins samt den Kreativen, Glamourösen und geldgierigen Immobilienspekulanten. Oscar hatte bewusst die Szene und das wilde Leben hinter sich gelassen und sich mit seiner Freundin in Spandau niedergelassen, aber auch dort ist er nicht wirklich zufrieden mit seinem Leben.

Derweil wird der Werbespot mit dem toten Star auf allen Kanälen gesendet und gefeiert. Wegen des großen Erfolgs soll sogar eine Fortsetzung gedreht werden – mit Oscar als Double. Dies ist eine gelungene Pointe, denn im Laufe der Handlung wächst Oscar tatsächlich ohne viel Zutun immer mehr in die Rolle seines Freundes hinein. Die Beschreibung der Dreharbeiten mit Seitenhieben auf den Starkult und die Medienszene sind ein himmlisches Lesevergnügen!

Ich habe den Roman an einem Tag verschlungen, denn er bietet alles, was für mich eine gute Geschichte ausmacht: Spannung, Tempo, eine sympathische Hauptfigur, Humor, viel Lokalkolorit und eine Portion Gesellschaftskritik. Selten hat ein Toter eine so starke Präsenz gehabt wie in diesem Buch. Unbedingt lesen!

Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

Der Freund von früher

Von: Fräulein Julia Datum: 21.07.2016

www.fraeuleinjulia.de

Als Oscar seinen ehemaligen Schauspielerfreund Alfred nach Jahren wieder trifft, wirkt dieser enthusiastisch – doch wenige Tage später findet Oscar ihn tot in seiner Wohnung. “Der Freund von früher” von Wolfgang Mueller ist ein kompakter Berlin-Roman mit viel Lokalkolorit.

Einst war Albert Lasser ein bekannter Schauspieler gewesen, teilte sich eine knarzende Dachwohnung im unsanierten Berlin-Mitte der Nachwendezeit, welches damals noch einem riesigen Spielplatz für Erwachsene glich. Doch nach und nach blieben die Aufträge aus und sein Abstieg begann:

“Er ging auf jeden Event, er umgarnte die, von denen er dachte, sie wären wichtig, trank, nahm Drogen, bis irgendwann die Depression so groß wurde, dass er an nichts mehr glaubte, jede Hoffnung sich als Trug erwies, bis er so weit unten war, dass selbst eine Rolle für ein Fertiggericht ihm wie der Durchbruch zu einer zweiten Karriere vorkam.”

Als Oscar seinen früheren Mitbewohner überraschend wiedersieht, wirkt dieser erstaunlich motiviert – “Hab ich dir erzählt, dass ich vor der größten Herausforderung meines Lebens stehe?” – etwa nur aufgrund seiner Rolle in einer Werbung für Mikrowellenessen? Zu einer Erklärung kommt es nicht, denn Oscar findet Albert stattdessen mausetot in seiner Wohnung vor. Was ist hier passiert?

Um den Nachlass seines Freundes, mit dem er so lange nicht mehr in Kontakt gestanden hatte, zu Regeln, zieht Albert für ein paar Tage (eigentlich hat er sich mit seiner Freundin Clara und einem Reihenhaus in Spandau längst von den Exzessen von Berlin-Mitte losgesagt) in die alte Wohnung ein.

muellerUnd dann überschlagen sich die Ereignisse: Nicht nur steht der Hausverwalter plötzlich mit dem neuen Hausbesitzer vor der Tür, der das bröckelnde Mietshaus gerne umbauen und in schicke Lofts verwandeln möchte, auch diverse Personen aus der gemeinsamen Vergangenheit von Oscar und Albert geben sich plötzlich die Klinke in die Hand. Und wer ist eigentlich diese geheimnisvolle Emma, mit der Albert in den letzten Monaten so zärtliche Emails ausgetauscht hatte?

Der Klappentext des Buches klang zunächst nach einem handelsüblichen Krimi mit Berlin-Bezug – doch “Der Freund von früher” ist viel mehr. Wolfgang Mueller wirft hier – und zwar gekonnt – verschiedene Themen wie Gentrifizierung, Einstürzende Altbauten, Heuschrecken-Vermieter, (N)ostalgie, unverheilte Liebesgeschichten und das typische “Berlin-Gefühl” in einen Eimer, fügt eine Prise Authentizität und Lokalkolorit dazu, rührt einmal kräftig durch und fertig ist die Geschichte.

Eine Geschichte, in die man mit dem ersten Wort einsteigt und die man erst wieder – zwischendurch ein bisschen nach Luft schnappend – mit dem letzten Satzzeichen verlässt…

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