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Der Herr der Tränen Roman

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Taschenbuch, Broschur ISBN: 978-3-442-26943-3

Erschienen: 18.11.2013
Dieser Titel ist lieferbar.

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Ein alter Krieger darf nicht auf Frieden hoffen

Rostigan ist des Kämpfens müde. Den Ruhm, den er in zahlreichen Schlachten erworben hat, hat er nie gewollt. Dennoch weicht die Bardin Tarzi, die ein Lied über seine nächste Heldentat verfassen möchte, nicht von seiner Seite. Da erreichen sie das einst so prächtige Silberstein, doch die große Stadt mit den weißen Türmen wurde vollständig vernichtet. Rostigan erkennt, dass Tarzis Wunsch erfüllt werden wird. Er wird sich einer neuen Gefahr stellen müssen, der größten überhaupt vorstellbaren. Die Wächter sind zurückgekehrt!

Sam Bowring (Autor)

Sam Bowring ist ein australischer Stand-Up Comedian. Er lebt in Sydney. Er hat bereits einige Bücher und Theaterstücke geschrieben sowie Drehbücher fürs Fernsehen.

DEUTSCHE ERSTAUSGABE

Aus dem Australischen von Michaela Link
Originaltitel: The Legacy of Lord Regret
Originalverlag: Orbit, Sydney 2012

Taschenbuch, Broschur, 448 Seiten, 11,8 x 18,7 cm

ISBN: 978-3-442-26943-3

€ 9,99 [D] | € 10,30 [A] | CHF 13,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Blanvalet

Erschienen: 18.11.2013

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High Fantasy abseits von den üblichen Gestalten

Von: Schattenkämpferin Datum: 05.09.2015

www.schattenwege.net

“Einst“, sagte sie, “lebte ein mächtiger Fadenwirker, den man Regret, den Herrn der Tränen nannte. Er herrschte über das Tal des Friedens. Zu jener Zeit war es noch ein einladender Ort mit guten Menschen, wie ihr es seid.“
(Seite 25)

Als der alternde Krieger Rostigan und die zauberhafte Bardin Tarzi quasi Zeuge davon werden, wie die Stadt Silberstein einfach vom Erdboden verschwindet und sich währenddessen der Himmel kurzzeitig verdunkelt, befällt sie eine dunkle Vorahnung. Denn es gab in der ganzen Geschichte des Landes nur eine Person, die zu solchen Dingen fähig war: Die Diebin, eine Wächterin. Gemeinsam mit einer ausgewählten Gruppe weiterer Wächter wurde sie seinerzeit dazu ausgewählt, dem gefährlichen Herrn der Tränen das Handwerk zu legen und ihn zu vernichten. Dies ist gelungen, doch seine, zum Teil leider auch negativen, Kräfte sind danach auf die Gefährten übergesprungen, ohne dass sie es wollten. Für Rostigan, der eigentlich keine Lust mehr aufs Kämpfen und große Schlachten hat, steht völlig außer Frage, seine ehemalige Gefährtin ein weiteres Mal zu vernichten, um einer neuerlichen Katastrophe aus dem Weg zu gehen. Schnell stellt sich heraus, dass nicht nur die Diebin nach ihrem Tod vor dreihundert Jahren zurückgekehrt ist, sondern auch die anderen Wächter wieder zum Leben erwacht sind. Und so kommt Rostigan gar nicht drum herum, seine früheren Freunde erneut suchen und sich ihnen in den Weg stellen zu müssen. Denn die Gefahr, die von ihnen ausgeht, ist zu groß, um sich einfach gewähren und ihnen die Welt Aorns, in der sich trotz der grausigen Überbleibsel des Herrn der Tränen endlich ein wenig Frieden entwickelt hat, kampflos zu überlassen.

Kaum ein anderes Genre bietet eine derart große Bandbreite an Themen wie die Fantasy. Leider sind die meisten Romane aus diesem Genre in den letzten Jahren immer mehr einem Einheitsbrei verfallen, in dem es immer wieder um die gleichen Gestalten und Geschichten geht, sodass das Lesen nur noch wenig Spaß macht. Sam Bowring geht diesem Ganzen aus dem weg und schafft in seinem Debüt eine ganz andere fantastische Welt, in welcher der Leser eintauchen und sich nach einigen Startschwierigkeiten schnell wohlfühlen kann. Zwar bietet die erste Hälfte noch nicht sehr viel Spannung, sondern plätschert eher vor sich hin, doch schon hier merkt man recht früh, dass der Autor etwas von seinem Handwerk versteht. Obwohl die Handlung noch etwas mager bleibt, fällt es dem Leser nur schwer, sich von den Seiten loszureißen – "Der Herr der Tränen" hat eine ganz eigene Magie inne, die fasziniert und fesselt. Spätestens mit dem Auftauchen weiterer Wächter verdichtet sich die Geschichte und wird zu einem echten Lesegenuss. Dass man hierbei manchmal über seltsame und verwirrende Satzkonstruktionen stolpert, tut dem Vergnügen keinen Abbruch, es dauert nur seine Zeit, bis man sich ganz in den Schreibstil fallen lassen kann und auch die Hintergründe sich ein wenig klären. Der Schreibstil Bowrings ist genauso speziell wie die von ihm erzählte Geschichte, und beides wird zusammen mit den Charakteren und der gezeichneten Welt zu einer überaus gelungenen Mischung.

Teilweise bleiben die Charaktere zwar ein wenig eindimensional, doch durch die Bank weg haben sie alle etwas Besonderes an sich, sodass der Leser sich jedes Mal darauf freut, wenn einer von ihnen wieder auf der Bildfläche erscheint. Allen voran sind da Rostigan, der sich als zurückgezogener Krieger ziemlich wohlfühlt, und die quirlige, aber auch sehr liebenswerte Bardin Tarzi, die nicht aufhören kann, immer wieder Lobeshymnen über ihren Begleiter zu singen und jedem von seinen Abenteuern zu berichten, der davon hören möchte. Doch auch die anderen Wächter, die nach und nach eingebunden werden, sind in ihrer Einzigartigkeit mehr oder weniger sympathische Wegbegleiter. Es bleibt nun abzuwarten, was Sam Bowring im zweiten Band noch aus seinen Protagonisten und ihrer Geschichte holen kann, denn einige Fragen bleiben in diesem ersten Teil noch unbeantwortet und lassen den Leser ein wenig ratlos und unbefriedigt zurück. Eins ist jedoch gewiss: Fantasy erhält mit "Der Herr der Tränen" ein neues Gesicht und man freut sich schon jetzt aufs Weiterlesen und hofft auch noch viele weitere Romane aus der Feder dieses Autors. Wenn man über kleine Schwächen hinwegsehen kann, darf man hier mit guter Unterhaltung rechnen, die sich fernab vom Einheitsbrei bewegt. Nicht nur für Genre-Liebhaber ist dieses Debüt daher eine echte Leseempfehlung.

Fazit:

High Fantasy abseits von den üblichen Gestalten – "Der Herr der Tränen" kommt gänzlich ohne Trolle, Zwerge, Drachen, Elfen und ähnlichen Wesen aus und schafft es genau aus diesem Grund, dem Leser endlich mal wieder saubere, lesbare und fesselnde Fantasy zu liefern. Sam Bowring bringt in seinem Debüt eine andere Art der Magie zu Tage, die nicht weniger faszinierend ist, und zeigt somit, dass Fantasy nicht nur mit alten Mustern sehr erfolgreich sein kann. Ein gelungener Einstieg und eine tolle Grundlage für weitere Romane!

Wertung: 4,5 von 5 Schwertpaaren

Handlung: 4 / 5
Charaktere: 5 / 5
Lesespaß: 4 / 5
Preis/Leistung: 5 / 5

Der Herr der Tränen - richtig gute Fantasy

Von: nef Datum: 20.08.2015

www.buchjunkies-blog.de

Inhalt:
Rostigan hat schon einige harte Schlachten hinter sich und sehnt sich nach einer ruhigen Erkundungsreise in der er die Welt beobachten kann und sich seiner Kräuter widmen kann.
Die Rechnung hat er aber ohne die junge Bardin Tarzi gemacht. Diese ist von dem Helden ganz angetan und hat sich in den Kopf gesetzt ihn zu begleiten um neue Heldenlieder über ihn zu dichten.

In den letzten Wochen haben sie allerdings wenig spannendes entdeckt - was Rostigan nicht unangenehm ist. Inzwischen hat er sich an ihre Anwesenheit gewöhnt und würde sogar so weit gehen zu behaupte, dass er sie ganz gerne hat.
In einer Höhle entdeckt er eine ungewöhnliche Pflanze - Lockenzahn. Dieses kleinblättrige Gewächs hat einen unschätzbaren wert und ist eigentlich längst nicht mehr zu finden. Doch Rostigan hat Glück. Mit diesem Fund kann er sich ein ruhiges Leben machen und muss sich um seine Zukunft nicht mehr sorgen.

Als er Tarzi von seinem Fund berichtet ist diese völlig aus dem Häuschen. Lockenzahn ist kein gewöhnliches Kraut. Eine kleine Prise eines zerstoßenen Blattes hebt den Geschmack eines jeden Gerichtes hervor. Um ihr eine Freude zu bereiten würzt er den Kanincheneintopf und Tarzi kann kaum an sich halten.
Rostigan ist amüsiert. Sie beschließen sich auf den Weg nach Silberstein zu machen um das Kraut zu verkaufen.
Doch Silberstein gibt es nicht mehr. Es ist beinahe so als hätte es diese Stadt nie gegeben.

Ein Wispern liegt in der Luft und eine verhüllte Gestalt verschwindet im Wald.
Das kann unmöglich sein! Es gibt nur eine Person, die solch eine Tat vollbringen könnte und auf die diese Beschreibung passt - die Diebin. Aber sie wurde vor 300 Jahren getötet. Und wenn sie wieder auf der Aorn wandelt - sind dann auch die anderen zurück gekehrt?

Meinung:
Im ersten Band der beiden Teile um Rostigan und Tarzi lernen wir die Geschichte von Aorn kennen und auch die Aufgabe der Wächter. Wir erfahren wer sie waren, wie sie zu den gefürchteten Wächtern wurden und was das Land jetzt heimsucht.

Sam Bowring hat einen flüssigen Schreibstil und ein gutes Gespür für Spannung. Wenn man gerade eine Sache verdaut hat, kommt er mit der nächsten Überraschung um die Ecke.
Das hat mich natürlich am Lesen gehalten und immer wieder saß ich da - du musst ins Bett, aber ich will noch das Kapitel beenden.
Dumm nur, dass die Kapitel sehr lang sind.

Im vorderen Teil des Buches befindet sich eine Karte, was sehr hilfreich ist. Hätte es jetzt auch noch ein Personenregister gehabt, wäre ich noch viel begeisterter gewesen.
In der Geschichte wird immer wieder gesprungen. Einmal erleben wir die Zeit in der Gegenwart mit Rostigan und Tarzi und einmal die Vergangenheit 300 Jahre zuvor. Es ist nicht immer ganz einfach zu trennen, so dass ich ab und an doch verwirrt war.
Am Ende gab es dann diesen Moment, in dem jeder Fantasyleser da hockt und sich fragt - warum bitte ist das kein Einzelband?

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