Der zweite Reiter

Ein Fall für August Emmerich
Kriminalroman

Taschenbuch
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Er ist dem Grauen der Schlachtfelder entkommen, doch in den dunklen Gassen Wiens holt ihn das Böse ein ...

Wien, kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs: Der Glanz der ehemaligen Weltmetropole ist Vergangenheit, die Stadt versinkt in Hunger und Elend. Polizeiagent August Emmerich, den ein Granatsplitter zum Invaliden gemacht hat, entdeckt die Leiche eines angeblichen Selbstmörders. Als erfahrener Ermittler traut er der Sache nicht über den Weg. Da er keine Beweise vorlegen kann und sein Vorgesetzter nicht an einen Mord glaubt, stellen er und sein junger Assistent selbst Nachforschungen an. Eine packende Jagd durch ein düsteres, von Nachkriegswehen geplagtes Wien beginnt, und bald schwebt Emmerich selbst in tödlicher Gefahr...

Mord auf Wienerischem Pflaster – August Emmerich ermittelt:

Band 1: Der zweite Reiter
Band 2: Die rote Frau
Band 3: Der dunkle Bote
Band 4: Das schwarze Band

Alle Bände sind eigenständige Fälle und können unabhängig voneinander gelesen werden.

»Es kommt alles vor, was in einen guten Kriminalroman gehört […]. Eine spannende Erzählung, die Details stimmen, ein Lesevergnügen …«

Manfried Rauchensteiner / derStandard Online (07. Juli 2018)

ERSTMALS IM TASCHENBUCH
Originaltitel: Der zweite Reiter. Ein Fall für August Emmerich
Originalverlag: Limes Verlag, München 2017
Taschenbuch, Broschur, 416 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-7341-0599-9
Erschienen am  21. Mai 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Dieses Buch spielt in: Wien, Österreich

Die Kriminalinspektor-Emmerich-Reihe

Leserstimmen

Zwischen Tragik und Komödie

Von: Der Bouquinist

01.10.2020

Der zweite Reiter von Alex Beer erschien 2017 im Limes-Verlag. Mittlerweile hat die Reihe vier Titel aufzuweisen, die in die Kerbe von Kriminalgeschichten zwischen den beiden Weltkriegen schlagen. Zunächst dachte ich mir, dass es sich bei der August Emmerich-Reihe um einen Abklatsch der sehr erfolgreichen Gereon Rath-Geschichten von Volker Kutscher handeln könnte, denn wo einer etwas vorgibt, folgen bald weitere nach. Aber wo Kutscher die Weimarer Republik und die beginnende Gefahr des Nationalsozialismus als Kulisse dient, nimmt sich Alex Beer das Wien nach dem ersten Weltkrieg vor, was im Grunde kein Wunder ist, schließlich lebt die Autorin Daniela Larcher (die hier ein Pseudonym verwendet) in der österreichischen Hauptstadt. Romane in dieser Zeit anzusiedeln ist äußerst Recherche-intensiv. Das trifft zwar auf historische Romane immer zu, aber hier ist es besonders heikel, den richtigen Ton zu treffen, das Kriegselend und die unfassbaren Zustände so anzulegen, dass sie nicht nur glaubwürdig sind, sondern darin auch die Möglichkeit besteht, eine interessante Geschichte zu erzählen. Man findet also schnell heraus, dass Alex Beer ganz eigene Wege geht und sich nicht hat beeinflussen lassen (nun, vielleicht hat sie das dennoch, aber man merkt es eben nicht). Die Sprache ist wie in vielen Krimis ziemlich einfach gehalten, was reißbrettartig, und dennoch überrascht “Der zweite Reiter”, weil der Roman an manchen Stellen in seiner Tragik der geschilderten Epoche sogar burlesk wirkt, zum Beispiel wenn Emmerich, der Rayonsinspektor (ein alter österreichischer Dienstgrad, im Grunde kaum mehr als ein Wachmann mit polizeilichen Befugnissen für einen bestimmten Bezirk) besoffen in der Gosse liegend und nur in Unterhosen aufgegriffen und ins Spital gebracht wird, wo er sich davonschleicht und gerade so einen unpassenden Arztkittel findet und stielt und dazu unpassende Kriegsstiefel mit Holzsohle, die auf dem Boden knallende Geräusche verursachen, wie er dann, obwohl er nur aus dem Krankenhaus entfliehen will, bevor seine Identität geklärt werden kann, was zu seinem peinlichen Rauswurf als Inspektor führen kann, in ein Seminar für angehende Doktoren gerät, sich irgendwie noch Herointabletten gegen seine Schmerzen als Kriegsversehrter besorgt und in diesem Aufzug in seiner Dienststelle erscheint, weil er verdammt noch mal keine anderen Klamotten hat. Wie er immer wieder trickreich versucht, sein armseliges Leben zu bewältigen, an der Seite einen jungen Assistenten, der den nötigen Kontrast zu ihm darstellt, so das sich auch hier stets spaßige Situationen ergeben, während um die beiden Ermittler herum alles im Argen liegt. Die Figurenzeichnung verlässt einen bestimmten Rahmen, der an Karikaturen erinnert, kaum, eine gewisse Tiefe ist hier nicht intendiert, und dennoch scheint der Lokalkolorit durch die ganze Geschichte (vor allem hörbar im gesprochenen Dialekt, den die Autorin dem Leser zuliebe nur den Nebeprotagonisten in den Mund legt). Der Humor funktioniert und macht das erste Abenteuer des Wiener Ermittlers so anziehend, weil es kein aufgesetzter Humor ist, weil er aus dem Leben, das man zu meistern hat, selbst resultiert. Tragödie und Komödie sind Zwillinge und wechseln sich hier ab. In der zweiten Hälfte des Buches fällt zwar nicht all das Erreichte in sich zusammen, aber die Kurve geht doch deutlich nach unten und nimmt das Niveau eines Fernsehkrimis an. Die zur Schau gestellte Naivität fällt deshalb besonders ins Gewicht, weil die Autorin ihre Geschichte – auch wenn sie wie ein Scherenschnitt wirkt – in ein gut recherchiertes Ambiente einbindet. Obwohl Larcher schon einige Bücher unter ihrem eigentlichen Namen veröffentlicht hat, scheint es ihr an Erfahrung zu mangeln und sie zaubert deshalb ein paar Stereotypen aus dem Hut, die nur dann funktionieren, wenn man sich zwischen Burleske und ernst gemeintem Porträt entscheiden kann. Unterm Strich bleibt ein etwas unausgegorener historischer Krimi, der zwar keinesfalls nach unten ausschlägt, aber eben auch nicht nach oben. Für den österreichischen Leo-Perutz-Preis für Wiener Kriminalliteratur im Jahre 2017 hat es gereicht, und das ist trotz der Mäkelei, völlig in Ordnung.

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„Recht und Gerechtigkeit sind zwei Paar Schuhe.“

Von: Bellis-Perennis aus Wien

12.10.2019

Alex Beer nimmt uns Leser in eine Zeit des Umbruchs mit, in der nichts mehr so ist, wie es war: nämlich nach 1919. Die Habsburger-Monarchie ist Geschichte. Die Menschen hungern und frieren. Viele der Unterernährten sind an der Spanischen Grippe gestorben. Hoffnungslosigkeit herrscht, wohin man schaut. Nutznießer dieses Elends sind skrupellose Verbrecher, die auf dem Schwarzmarkt alles feilbieten, das benötigt wird, aber kaum einer bezahlen kann. In genau diesem Umfeld muss der Wiener Polizist August Emmerich nun ermitteln. An seiner Seite Ferdinand Winter, ein gutbürgerlicher Jüngling, der im anfangs eher eine Bürde als Hilfe ist. Eigentlich sollten die beiden einen Schwarzhändlerring dingfest machen, als sie unversehens über eine Leiche stolpern. Mord oder doch Selbstmord? Eine Selbsttötung ist angesichts der tristen Lage keine Seltenheit. Selbst der Pathologe ist sich nicht ganz sicher. Doch Emmerich gibt nicht auf. Der Tote war ein sogenannter „Kriegszitterer“, eines jener bedauernswerten Opfer der Kriegsgräuel, denen Giftgas die körperliche Unversehrtheit und auch den Verstand raubte . Wie sollte ein solcher Versehrter eine Waffe halten können und abdrücken, wenn er nicht einmal den Löffel zum Mund führen konnte? Trotz anders lautender Befehle ermittelt Emmerich weiter und kommt dem Mörder ziemlich nahe und der nächste Tote wartet schon. Selbst als Emmerich persönlich in Verdacht und Lebensgefahr gerät, lässt er nicht locker. Denn Emmerichs Credo lautet: „Recht und Gerechtigkeit sind zwei Paar Schuhe.“. Schreibstil/Spannung/Charaktere: Alex Beers Schreibstil ist eindringlich, elegant und geht unter die Haut. Stellenweise flicht die Autorin Wiener Schmäh und Dialekt in die Handlung ein. Schön ist die politische Lage wiedergegeben. Das Elend und der tägliche Kampf der Menschen ums Überleben sind ganz starke Elemente dieses Krimis, die allein schon für Dramatik sorgen. Die Spannung ist zeitweise kaum auszuhalten. Der Täter ist Emmerich und Winter immer einen kleinen Schritt voraus. Die Charaktere Emmerich und Winter haben Ecken und Kanten. Emmerich, der im Waisenhaus aufgewachsen ist, verschweigt einen Granatsplitter in seinem Bein, um seiner geliebten Tätigkeit als Ermittler weiter nachgehen zu können. Sein großer Traum ist, dem Dezernat „Leib und Leben“ anzugehören. Auch in seinem Privatleben ist nicht alles eitel Wonne. Seit Jahren wohnt er mit einer Kriegerwitwe und deren drei Kindern zusammen, als der Totgeglaubte unvermutet und schwer versehrt wieder auftaucht. Emmerich flüchtet sich in die Arbeit. Doch auch Ferdinand Winter, das bürgerliche Söhnchen hat sein Schicksal zutragen. Er lebt allein mit seiner Großmutter, die im Gestern lebt und überall Verschwörer wittert, in einer riesigen Villa im sogenannten Cottage-Viertel von Wien. Interessante Nebenfiguren wie die lungenkranke Minna, die Schwarzhändler und auch die doch-nicht Witwe bilden eine perfekt Umrahmung für die beiden, die beinahe Vater und Sohn sein könnten. Meine Meinung: Alex Beer ist es vortrefflich gelungen, den großen politischen und gesellschaftlichen Umbruch nach dem verlorenen Krieg spannend zu erzählen. Viele historische Details sind penibel recherchiert und präzise in die Geschichte eingeflochten. Als Wienerin kann ich natürlich den beiden Polizisten auf ihren Wegen durch die Stadt mühelos folgen, auch wenn die eine oder andere Straße heute anders benannt ist. Fazit: Ein gelungener Serienauftakt, sprachlich und dramaturgisch perfekt ausgearbeitet. Gerne vergebe ich 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung.

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Vita

Alex Beer, geboren in Bregenz, hat Archäologie studiert und lebt in Wien. Nach »Der zweite Reiter«, ausgezeichnet mit dem Leo-Perutz-Preis für Kriminalliteratur, »Die rote Frau«, nominiert für den Friedrich Glauser Preis 2019 und »Der dunkle Bote« erscheint im Mai 2020 der vierte, von den Fans lang erwartete Roman um August Emmerich. Neben dem Wiener Kriminalinspektor hat Alex Beer mit Isaak Rubinstein eine weitere faszinierende Figur erschaffen, die während des Zweiten Weltkriegs in Nürnberg ermittelt. Um es mit den Worten der Jury des Leo-Perutz-Preises zu sagen: »Was Alex Beer erzählt, betrifft auch die heutige Zeit, aber wie sie erzählt, lässt die ferne Vergangenheit lebendig werden.«

www.alex-beer.com

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Events

05. Nov. 2020

Lesung mit Alex Beer

20:00 Uhr | Wien | Lesungen
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07. Nov. 2020

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Das schwarze Band

11. Nov. 2020

#readntalk-Livestream: Alex Beer im Gespräch

19:00 Uhr | Events
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Unter Wölfen - Der verborgene Feind

13. Nov. 2020

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19:30 Uhr | Mistelbach | Lesungen
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Das schwarze Band

20. Nov. 2020

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15:00 - 17:00 Uhr | Wien | Events
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Unter Wölfen - Der verborgene Feind

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29. Okt. 2021

Ladies Crime Night im Rahmen des Festivals Mord am Hellweg

19:30 Uhr | Erwitte | Lesungen
Alex Beer
Das schwarze Band

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