Die Erfindung der Flügel

Roman – Geschenkausgabe

Taschenbuch
10,00 [D] inkl. MwSt.
10,30 [A] | CHF 14,50 * (* empf. VK-Preis)

In der Buchhandlung oder hier bestellen

Die Geschenkausgabe mit der abgerundeten Ecke: anspruchsvolle Haptik, hochwertiges Papier, mit Lesebändchen, kleines Format.

Die elfjährige Sarah, wohlbehütete Tochter reicher Gutsbesitzer, erhält in Charleston ein ungewöhnliches Geburtstagsgeschenk, versehen mit einer violettfarbenen Schleife – die zehnjährige Hetty »Handful«, die ihr als Dienstmädchen zur Seite stehen soll. Dass Sarah dem schwarzen Mädchen allerdings das Lesen beibringt, hatten ihre Eltern nicht erwartet. Und dass sowohl Sarah als auch Hetty sich befreien wollen aus den Zwängen ihrer Zeit, natürlich auch nicht. Doch Sarah ahnt: Auf sie wartet eine besondere Aufgabe im Leben. Obwohl sie eine Frau ist. Handful ihrerseits sehnt sich nach einem Stück Freiheit. Denn sie weiß aus den märchenhaften Geschichten ihrer Mutter: Einst haben alle Menschen Flügel gehabt …


Aus dem Amerikanischen von Astrid Mania
Originaltitel: The Invention of Wings
Originalverlag: btb HC
Taschenbuch, Flexibler Einband, 704 Seiten, 9,0 x 14,3 cm
Mit Lesebändchen und eingelegter Grußkarte
ISBN: 978-3-442-71707-1
Erschienen am  10. April 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Manchmal wünschte ich, ich könnte wie ein Vogel am Himmel fliegen

Von: Reenchenz

25.02.2020

"Es war einmal eine Zeit, da konnten die Menschen in Afrika fliegen." Es ist dies, die erste Zeile von Sue Monk Kidds Roman „Die Erfindung der Flügel“, die fortan, für die Dauer meiner Lektüre, den Soundtrack zur vorliegenden Geschichte bestimmt. Wenn ich die Augen schließe, sehen ich sie vor mir: Hetty, genannt Handful, eine der Protagonistinnen des Buches. Sie sitzt auf dem Dachboden einer stattlichen Villa in Charlston, South Carolina und blickt auf den Hafen der Stadt. In der Hand hält sie die Näharbeiten für ein herrschaftliches Gewand. Dann höre ich sie summen: Sometimes I feel like a motherless child a long way from home. Sometimes I wish I could fly like a bird in the sky little closer to home. (Manchmal fühle ich mich wie ein mutterloses Kind, weit fort von zu Haus. Manchmal wünschte ich mir, ich könnte fliegen wie ein Vogel im Himmel etwas näher nach Hause.) Dieses Negro Spiritual führt direkt in die Lebenswelt von Handful. Die Geschichte, die Sue Monk Kidd in ihrem 2014 erschienen Roman erzählt, beginnt im Jahre 1803. Die Metropole Charleston hat es durch den Handel mit Sklaven zu Glanz und Größe gebracht und Handful ist eine von ihnen, eine Sklavin. Mit 10 Jahren wird sie Eigentum von Sarah Grimké, eine junge Frau von hohem Stand, die sie als Geburtstagsgeschenk von Ihrer dominanten und mitunter grausamen Mutter erhält. Sarah ist da selbst erst 11 Jahre alt und hat keine Freude an dieser Zuwendung. Schon als junges Mädchen, zwar mit einem immer wiederkehrenden Stottern geschlagen, aber einem scharfen Verstand gesegnet, erkennt sie deutlich das Übel, das in der Sklaverei liegt. In kindlicher Naivität verfasst sie ein Schreiben, in dem sie Handful die Freiheit schenkt und lässt es auf dem Lesetisch ihres von Ihr geschätzten Vaters zurück. Am nächsten Morgen findet sie dieses in zwei Hälften zerrissen vor Ihrer Tür. Durch ihre Stellung als rechtlose Frau und Ihren Sprachfehler gehemmt, besitzt sie nicht das Selbstbewusstsein sich gegen Irgendwen zu behaupten. So wird auch sie zur Gefangenen. Eine Gefangene ihrer eigenen Träume und Wünsche. Denn was steht einer Frau in der Gesellschaft des beginnenden 19. Jahrhunderts schon zu? "Mein Körper mag ein Sklave sein, aber nicht mein Geist. Bei dir ist es umgekehrt." Die Lebenswege der beiden Mädchen, die im Laufe der Geschichte zu Frauen heranwachsen, trennen sich und doch finden sie immer wieder zueinander. Beide suchen und finden sie ihre eigenen Wege zur Rebellion gegen die sie einengenden gesellschaftlichen Grenzen. Jede von ihnen so gut sie kann. Dieser Roman gibt nicht nur einen Einblick in die Anfänge der Anti-Sklaverei-Bewegung und den Beginn der Frauenrechtsbewegung in Amerika, sondern malt ein emotionales und intimes Bild von den gesellschaftlichen und religiösen Sitten und Gepflogenheiten der Zeit. Dabei ist kein Wort zu viel geschrieben und es kommt zu keinem Zeitpunkt des Lesens das Gefühl auf, dass hier eine Situation zu langatmig beschrieben wird. In den sehr interessanten Anmerkungen zum Roman schildert die Autorin zudem, welche Teile der von ihr erdachten Geschichten auf wahren Personen und Ereignissen beruhen. Die Ich-Perspektive, aus der die Ereignisse abwechselnd aus Handfuls und Sarahs Sicht geschildert werden, ermöglich dem Lesenden darüber hinaus einen intimen Einblick in das Seelenleben der beiden so verschiedenen Protagonistinnen. So ist der Lesende in der exklusiven Lage, zu erfahren, wie die gegenseitige Sicht der beiden Frauen aufeinander ist. Das erweckt gelegentlich das Gefühl, man wüsste mehr über die jeweils Handelnde, als sie es selbst tut. Sometimes I feel like a motherless child Während ich diese Zeilen schreibe, summe auch ich dieses Negro Spiritual vor mich hin. In diesen wenigen Zeilen liegt so viel Verzweiflung, dass ich sie kaum fassen kann. Mir rollt eine Träne die Wangen herunter. Wie unbegreiflich muss das Leben für ein Mädchen, eine Frau wie Handful gewesen sein. Auch dieses Buch kann nur eine Ahnung davon beim Lesenden erwecken. Die Realität werde ich wohl niemals begreifen können. Gleichsam klingt aus den Zeilen des Gospels auch die Hoffnung hindurch. Sometimes, manchmal. Also auch, manchmal nicht.

Lesen Sie weiter

Ein kleines Buch im handlichen Format mit einer berührenden Geschichte

Von: Regi Lang

27.09.2018

Nachdem ich bereits „Die Bienenhüterin“ von Sue Monk Kidd gelesen hatte, war ich wieder sehr berührt von der Schreibweise der Autorin. Es ist ein Roman mit wahrem Hintergrund. Der Roman basiert auf der Geschichte der Grimké- Schwestern und ihrem Engagement gegen die Sklaverei im 19. Jahrhundert. Ein Roman, in dem Überliefertes und Fiktion sehr gelungen miteinander verwoben sind. Die Autorin hat sehr viel Recherche betrieben und die Ergebnisse dieser Recherche in die Geschichte einfließen lassen. Hervorragend schildert sie das Leben der Sklaven, vergisst aber nicht die Schilderung der Zwänge, denen auch Mädchen aus „guten Hause“ unterlagen. Es war nicht üblich, Mädchen zu gestatten, egal ob sie klug waren oder nicht, einen Beruf zu erlernen, geschweige denn ein Studium aufzunehmen. Auch diese Mädchen waren wie die Sklaven nicht frei, mussten sich unterordnen. Die tragende Darstellung und geschilderte Freundschaft zwischen Sarah und der Sklavin Hetty ist Fiktion, aber passend für den Charakter der Sarah Grimké . Für mich als Quilterin war es ebenfalls berührend, wenn von Charlottes Story-Quilt erzählt wurde. Diese Quilts mit ihren genähten oder gestickten Bildern waren so etwas wie ein Tagebuch der Sklaven. Nadel und Faden waren ihr Papier und ihre Feder, das Sticken war der Ersatz für das Schreiben. Noch heute sind solche ausdrucksstarken Quilts in amerikanischen Museen zu besichtigen. Mich hat dieses Buch sehr und nachhaltig berührt. Es ist ein Buch welches flüssig zu lesen ist, aber keine leichte Lektüre darstellt. Sehr angenehm war für mich das kleine Format, passend in jede Handtasche, zum Lesen unterwegs. Wirklich sehr empfehlenswert.

Lesen Sie weiter
Alle anzeigen

Vita

SUE MONK KIDDS Debütroman »Die Bienenhüterin« avancierte vom Geheimtipp zum Bestseller. Der Roman wurde allein in den USA über sechs Millionen Mal verkauft, er wurde in sechsunddreißig Sprachen übersetzt. Millionen LeserInnen haben ihre berührenden Geschichten wie »Die Meerfrau« oder »Die Erfindung der Flügel« verschlungen. »Das Buch Ana« ist Sue Monk Kidds vierter Roman, der in den USA sofort auf der Bestsellerliste stand und von der Presse begeistert aufgenommen wurde. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in South Carolina.

Zur Autor*innenseite