Die Farbe von Milch

Roman

Taschenbuch
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Mein Name ist Mary. Mein Haar hat die Farbe von Milch. Und dies ist meine Geschichte.

Mary ist harte Arbeit gewöhnt. Sie kennt es nicht anders, denn ihr Leben auf dem Bauernhof der Eltern verläuft karg und entbehrungsreich. Doch dann ändert sich alles. Als sie fünfzehn wird, zieht Mary in den Haushalt des örtlichen Dorfpfarrers, um dessen Ehefrau zu pflegen und ihr Gesellschaft zu leisten – einer zarten, mitfühlenden Kranken. Bei ihr erfährt sie erstmals Wohlwollen und Anteilnahme. Mary eröffnet sich eine neue Welt. In ihrer einfachen, unverblümten Sprache erzählt sie, wie ihr Schicksal eine dramatische Wendung nimmt, als die Pfarrersfrau stirbt und sie plötzlich mit dem Hausherrn alleine zurückbleibt.

»Nell Leyshons unbeugsame Heldin, die sich den Regeln der Zeit widersetzt, fasziniert von der ersten Zeile an. Ein kämpferisches Buch, ganz leise und poetisch erzählt.«

Für Sie

ERSTMALS IM TASCHENBUCH
Aus dem Englischen von Wibke Kuhn
Originaltitel: The Colour of Milk
Originalverlag: Eisele/Penguin Books London
Taschenbuch, Klappenbroschur, 208 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-453-42254-4
Erschienen am  11. März 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Ich hätte mir gerne eine Trigger Warnung gewünscht...

Von: Tinkerswelt

17.09.2019

Rezensionsexemplar – Die Farbe von Milch von Nell Leyshon Manchmal ist es wirklich ratsam eine Nacht über ein Buch zu schlafen, dass einen emotional mitnimmt. Mir ging es jedenfalls mit dem Buch von Nell Leyshon so. Ich war darauf gefasst, das der Schreibstil des Buches nichts für jedermann ist. Ja, ich wurde sogar darauf hingewiesen. Worauf ich nicht hingewiesen wurde, ist die Trigger Warnung, die es NICHT gibt. Also warne ich euch: Ja es sollte für dieses Buch eine Trigger Warnung geben, denn ich selbst war nicht darauf vorbereitet, was mich am Ende des Buches erwartet. Ich bin ehrlich, ich habe gehofft, dass das Buch vielleicht doch eine andere Wendung nehmen wird. Vielleicht keine positive, denn das hätte nicht zu dem Buch gepasst, aber ich habe eben mit einem ganz anderem Ende gerechnet. Natürlich deutet auch der Klappentext auf eine dramatische Wendung hin und wie gesagt: Ich habe mit vielem, aber nicht mit allem gerechnet. ** ** ** ** Mein Name ist Mary. Mein Haar hat die Farbe von Milch. Und dies ist meine Geschichte. Mary ist harte Arbeit gewöhnt. Sie kennt es nicht anders, denn ihr Leben auf dem Bauernhof der Eltern verläuft karg und entbehrungsreich. Doch dann ändert sich alles. Als sie fünfzehn wird, zieht Mary in den Haushalt des örtlichen Dorfpfarrers, um dessen Ehefrau zu pflegen und ihr Gesellschaft zu leisten – einer zarten, mitfühlenden Kranken. Bei ihr erfährt sie erstmals Wohlwollen und Anteilnahme. Mary eröffnet sich eine neue Welt. In ihrer einfachen, unverblümten Sprache erzählt sie, wie ihr Schicksal eine dramatische Wendung nimmt, als die Pfarrersfrau stirbt und sie plötzlich mit dem Hausherrn allein zurückbleibt. ** ** ** ** Das Leben von Mary ist kein Zuckerschlecken. Das ist das erste was ich in dem Buch gelesen habe. Mary ist harte Arbeit gewohnt. Sie selbst scheut sich auch nicht davor, immer nach Arbeit zu suchen. Dies tut sie natürlich aus Selbstschutz, denn ihr Vater ist kein netter Mann. Was wahrscheinlich daran liegt, dass Mary eben die jüngste Tochter der Familie ist. Warum das in der Geschichte ein Problem darstellt, wird sehr schnell klar und deutlich. Kurz vor ihrem 15ten Geburtstag wird Mary zum örtlichen Dorfpfarrer gebracht, um diesen bei der Pflege seiner Frau zu helfen, da diese schwer erkrankt ist. Für Mary keine schöne Situation, denn sie war noch nicht weg von ihrer Familie und auch wenn nicht alles so schön ist auf dem Hof, so möchte sie dennoch nicht von ihrer Familie weg und doch zwang man sie dazu, dort zu Arbeiten. Schnell wird klar, dass Mary es dort sehr viel besser hat, denn die Familie ist nett zu ihr und doch wehrt sie sich auf ihre Art und Weise dagegen, dort für längere Zeit zu bleiben. Und doch könnt ihr anhand des Klappentextes lesen, dass Mary auch nach dem Tod der Pfarrersfrau dortbleiben muss. ** ** ** ** Zu diesem Zeitpunkt hätte ich mir einen kleinen Hinweis auf die Handlung gewünscht, die mich in den letzten Seiten erwarten würde. Natürlich wusste ich, dass es kein positives Ende haben wird, jedoch habe ich mit einem anderem Verlauf gerechnet. Vielleicht denken jetzt die Leute, die das Buch gelesen haben: Wow bist du Naiv. Vielleicht mag das so sein und vielleicht habt ihr auch recht, aber ich muss auch nicht immer vom schlimmsten ausgehen, sondern kann mir auch ein etwas anderes Ende wünschen. Dennoch kann ich das Buch empfehlen. Es mag zwar nur so vor Satzzeichen fehlen und die Grammatik ist grauenvoll, aber darüber sollte man wirklich hinwegsehen, wenn man genau weiß, dass das Buch im Jahr 1830 spielt und von einem 15-Jährigen Mädchen geschrieben wird. Hier hat die Autorin ein wirklich ausgezeichnetes Werk zustande gebracht und ja, ich wünschte es hätte eine Trigger Warnung gegeben.

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Die Farbe von Milch | von Nell Leyshon

Von: stella_reads

08.09.2019

Mit ihrem zweiten Werk „Die Farbe von Milch“, der für mich mein erster Roman der Autorin war, hat Nell Leyshon mich ab dem ersten Satz abgeholt, schockiert, aber auch überzeugt und sich einen Platz in meinen Top 10 der Lieblingsschriftsteller mehr als verdient. Leyshon erzählt hier die Geschichte der vierzehnjährigen Mary, die als jüngste von vier Schwestern im Jahre 1830/1831 ein einfaches, aber auch hartes, Leben auf dem Land führt. Als Leser erkennt man die familiären Verhältnisse recht schnell: Liebe, Zuneigung, Dankbarkeit oder Lob gibt es nicht. Die Arbeiten auf dem Hof und den dazugehörigen Feldern stehen besonders für den Vater, aber auch für die Mutter, an erster Stelle. Die vier Geschwister haben es also von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang mit einem rauen und harschen Umgangston zu tun, doch damit scheinen sie recht gut umgehen zu können. Sie sind es ja schließlich nicht anders gewohnt. Ich möchte an dieser Stelle sogar behaupten, dass dieses „Leben“ stellvertretend für die meisten der damals im 19. Jahrhundert lebenden Mädchen und Frauen steht: Man wird als weniger wert angesehen, hat sich dem männlichen Geschlecht unterzuordnen und erst recht keine Widerworte zu geben. Als Mary schließlich von ihrem cholerischen Vater zu dem Anwesen des örtlichen Pfarrers geschickt wird, um dessen kranke Frau zu pflegen, scheinen sich ihr neue Möglichkeiten aufzutun. Sie lernt lesen und schreiben, doch als die Pfarrersfrau ihrer Krankheit erliegt und Mary mit dem Hausherrn alleine zurück bleibt, wendet sich das Blatt. Für ihre Bildung muss die heranwachsende Frau einen hohen Preis bezahlen. Und mehr muss man zum Inhalt nicht sagen! Denn jeder, der den Klappentext liest und diesen auf sich wirken lässt, kann schon erahnen, welche Richtung diese Geschichte einschlagen wird. Dennoch habe ich nicht mit eben diesem Ende gerechnet, wie es letztendlich passiert ist. Leyshons Roman lässt dich sprachlos zurück, bringt dich zum nachdenken und ist ein Beispiel dafür, dass nicht jeder Mensch, der eine sehr gute bis gute Bildung genossen hat, auch über Intelligenz verfügt und ungleichmäßig bestehende Machtverhältnisse von privilegierten Menschen ausgenutzt werden. Mary ist mir als Protagonistin bereits ab dem ersten Satz unglaublich ans Herz gewachsen. Trotz ihres diffizilen Lebens hat sie ihre scharfzüngige, aufmüpfige und direkte Art nie verloren und bewahrt sich zudem ihre Eigensinnigkeit, ihren Mut und ihren starken Willen bis zum Ende des Buches. Sie trägt sprichwörtlich ihr Herz auf der Zunge! Der Autorin ist es mehr als gelungen mit Mary einen Charakter zu erschaffen, der dem Leser noch lange nach dem Beenden des Buches im Gedächtnis bleibt. Was mich, neben Marys Schicksal, bei diesem Buch besonders mitgenommen hat ist das Verhalten des Vaters gegenüber seiner Familie. Als ob sein cholerisches Verhalten nicht schon schlimm genug wäre, scheut er sich nicht, die Hand gegen seine Frau, seinen Vater und seine vier Mädchen zu erheben. Die gesamte Atmosphäre in diesem „Zuhause“ ist einfach nur erdrückend und unerträglich. Eben diese Atmosphäre und die damit einhergehende Emotionslosigkeit und Nüchternheit Marys erklärt den ausgewählten Schreibstil von Nell Leyshon, der in manchen Rezensionen eher kritisiert wurde. Für viele Leser ist dieser befremdlich oder sogar störend, da Kommata und Satzzeichen für wörtliche Reden fehlen. Da das Buch aber aus der Ich-Perspektive geschrieben ist, sollte man sich immer die entsprechenden Umstände vor Augen führen: Mary hat gerade erst Lesen und Schreiben gelernt in einer Zeit, in der Bildung dem weiblichen Geschlecht verwehrt wurde. Für mich bringt der recht einfache Schreibstil seine ganz eigene Poesie mit sich und genau das macht dieses Buch so besonders und vor allem glaubwürdig. Fazit: Man hat das Gefühl, dass dies nicht die Geschichte eines fiktionalen Charakter sondern eines Menschen ist, den es so wirklich gegeben hat. Mary hat noch so viel mehr Leser verdient und jeder von uns sollte „ein-bisschen-Mary“ in sich tragen! Absolut berührend, ergreifend und definitiv eines meiner Jahreshighlights 2019! #teammary

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Vita

Nell Leyshon

Nell Leyshons erster Roman Black Dirt stand auf der Longlist des Orange Prize und auf der Shortlist des Commonwealth Prize. Ihre Theaterstücke und Hörspiele erhielten ebenfalls zahlreiche Auszeichnungen. Für ihren zweiten Roman Die Farbe von Milch wurde sie neben James Salter und Zeruya Shalev für den Prix Femina nominiert. Nell Leyshon wurde in Glastonbury geboren und lebt in Dorset.

Zur AUTORENSEITE

Wibke Kuhn

Wibke Kuhn, Jahrgang 1972, arbeitete nach dem Studium der Skandinavistik und Italianistik zunächst im Verlag. 2004 machte sie sich als Übersetzerin selbstständig. Sie überträgt skandinavische, englischsprachige und niederländische Romane und Sachbücher ins Deutsche (u. a. Stieg Larsson, Hendrik Groen und Nell Leyshon) und lebt in München.

zum Übersetzer

Pressestimmen

»Ein kompromissloses Werk von seltsamer, sprachlicher Schönheit.«

Brigitte

»Ein kleiner großer Roman.«

Frankfurter Rundschau

»Es ist keine Sommer-leichte Geschichte, aber eine intensive, die man nie mehr vergessen wird, wenn man sie einmal gelesen hat.«

APPLAUSE (23. Mai 2019)

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