Die Frauen der Familie Marquardt

Roman

(7)
Taschenbuch
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Köln 1908: Caspar Marquardt herrscht in seinem Kaufhaus wie ein König über die Welt des Luxuskonsums. Da er keine Söhne hat, soll ein entfernter Verwandter sein Erbe werden – eine Provokation für seine älteste Tochter Louisa, die das Geschäft gerne selbst führen möchte. Doch nicht nur ihr Schicksal ist mit dem Kaufhaus verbunden. Während sich die kapriziöse Sophie in einen Konkurrenten ihres Vaters verliebt, sucht die unehelich geborene Mathilda ihren Platz in der Gesellschaft. Folgenschwere Konflikte machen die Schwestern gleichermaßen zu Verbündeten und Rivalinnen ...


ORIGINALAUSGABE
Taschenbuch, Klappenbroschur, 480 Seiten, 12,5 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-442-48653-3
Erschienen am  16. Juli 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Ein Stück Geschichte - drei Frauenschicksale um die Jahrhundertwende

Von: Chili07 (Lovelybooks), Nadine (Amazon)

10.12.2018

Dieses Buch bescherte mir interessante und faszinierende Einblicke in ein Stück deutscher Geschichte und deren Gesellschaftsstruktur Anfang des 20. Jhdts. Das Buch hat mich von Anfang an fesseln können – und das ohne Abenteuer, Geheimnisse oder ähnliches. 5 Sterne kriegen Bücher von mir eigentlich nur, wenn ich sie (u.a.) nicht mehr aus der Hand legen konnte/wollte. Das Glück hatte ich mit diesem Roman mal wieder. Der verwitwete Caspar Marquardt hat neben seinem Kaufhaus noch 3 Töchter. Louisa und Mathilde arbeiten im Kaufhaus, Sophie gibt dort lieber ihr Geld aus. Eigentlich läuft alles seinen Gang, bis Caspar eines Tages verkündet, dass ein entfernter Verwandter ihn zukünftig beerben soll – denn eine Frau in einer Führungsrolle ist damals nahezu undenkbar. Für die älteste Tochter Louisa ist das ein echter Schlag in die Magengrube – dieser Schachzug war zwar irgendwann zu befürchten, aber sie hatte dennoch gehofft das Erbe antreten zu können. So sehen wir Louisa, die das Kaufhaus wie ihre Westentasche kennt, schon bald mit Max konfrontiert. Zu allem Überfluß plant ein Handelsmogul aus den Niederlanden direkt gegenüber ein weiteres Kaufhaus zu öffnen. Hinzu kommt, dass die Töchter befürchten ihr Vater werde eine neue Bindung eingehen. Es war wirklich toll die drei so unterschiedlichen jungen Frauen zu beobachten, wie sie teilweise versuchen gegen die ihnen schon in die Wiege gelegte Zukunft anzukämpfen und ihr Schicksal selbst zu bestimmen. Allerdings haben wir es hier nicht mit feministischen Bewegungen (Suffragetten in England und den USA) zu tun, das hätte mir auch nicht so gut gefallen. Die Rolle der Frau und ihre Rechte wird in diesem Buch auf eine unheimlich interessante Art beleuchtet. Mir war vieles gar nicht bewußt. Das Ende hat mir zum Glück (ich hatte ein wenig Sorge) auch hervorragend gefallen, es ist stimmig zum Rest und ließ mich das Buch mit einem guten Gefühl beenden. Ohne zu spoilern – eine extremere Variante (in welche Richtung auch immer) wäre aus meiner Sicht unglaubwürdig gewesen. Last but not least – sprachlich gibt es eigentlich nichts zu sagen – es liest sich einfach angenehm. Die bildhaften Beschreibungen haben mich häufig mit ins Kaufhaus genommen. Das war toll, zumal ich als kleines Kind noch ein „echtes“ Warenhaus kennen lernen durfte. Natürlich war es schon anders, aber so einige Überschneidungen konnte ich schon feststellen. Ein kleines „aber“ habe ich, häufig hat man – ohne formale Kennzeichnung – einen Szenenwechsel. Da ist dazwischen nicht mehr als eine Leerzeile. Meistens weiß man direkt Bescheid, einige Male musste ich jedoch kurz zurück. Das tut dem Buch aber absolut keinen Abbruch, ich hätte nur einen kleinen optischen Hinweis ganz geschickt gefunden. Immer wieder angenehm aufgefallen ist mir die damals übliche Schreibweise „Bureau“ anstatt „Büro“, eine Kleinigkeit – machte aber einfach ein rundes Bild. Dieser Roman ist rundum gelungen und nimmt den Leser mit auf eine interessante Reise in die Vergangenheit.

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Die Frauen der Familie Marquardt

Von: MarySophie

30.11.2018

Handlung: Köln 1908 Louisa Marquardt ist empört. Jahrelang arbeitet sie tagtäglich mit im Kaufhaus ihres Vaters. Ist sich sicher, dass sie eines Tages das Geschäft führen wird. Doch ihr Vater setzt einen entfernten Verwandten als seinen Erben ein, da Caspar Marquardt selbst keine Söhne, sondern nur drei Töchter hat. Auch um seine anderen beiden Töchter macht sich Caspar so seine Gedanken. Während Sophie sich ausgerechnet in den Konkurrenten verliebt hat, der das Kaufhaus gegenüber erworben hat, ist Mathilda unzufrieden über ihren Stand in der Gesellschaft. Sie hat große berufliche Pläne, die Caspar in einige Konflikte führt. Es herrscht also einiges an Konfliktpotenzial im Hause Marquardt, nur in einer Sache sind sich die Schwestern einig: Sie wollen nicht, dass ihr Vater noch einmal heiratet... Meinung: Die Gestaltung des Covers gefällt mir gut. Es ist zurückhaltend und nostalgisch. Mir gefallen die verwaschenen Farben und die grauen Details sehr gut. Sie erinnern stark an Fotografien aus der damaligen Zeit, besonders, da die Damen auch passende Kleidung tragen. Im Roman enthalten ist eine Aufstellung von den handelnden Personen. Ein nettes Detail, auch wenn ich dies nicht dringend gebraucht hätte, da eine für mich leicht überschaubare Anzahl an Protagonisten auftritt. Der Roman wurde unterteilt in drei Teile, diese dann jeweils noch in Kapitel. Am Anfang eines jeden neuen Kapitels gibt es eine Angabe, in welchem Monat und Jahr die Handlung gerade stattfindet. Mir hat das sehr geholfen, weil ich doch öfters mal das Gefühl hatte, dass die Zeit nur so verflogen ist und ich mich nicht recht in der Zeit orientieren konnte. Von der ersten Seite an fand ich die Schreibweise äußerst angenehm. Sie war einfach und leicht verständlich, hat sich dadurch ausgezeichnet, dass immer mal Worte verwoben wurden, die heute leider nur noch selten genutzt werden und aus der Alltagssprache so gut wie verbannt wurden. Die Handlung war für mich sehr spannend und ich habe es wirklich genossen, in die Welt des Kaufhauses einzutauchen. Mir fiel es wirklich nicht leicht, den Roman wegzulegen und ihn nicht innerhalb von kürzester Zeit auszulesen. Besonders spannend fand ich das Setting. Bevorzugt fand die Handlung in dem Kaufhaus von Caspar Marquardt statt, was wirklich traumhaft beschrieben war. Schon als das erste Mal die Rede von bestimmten Details war, entstand vor meinen Augen direkt ein Bild und dies hat sich über den gesamten Roman immer weiter ausgedehnt. Dagegen kommt die Villa der Familie Marquardt fast etwas zu kurz, diese hat nicht so viele ausführlichen Beschreibungen erhalten. Dadurch wurde deutlich, dass ein besonderes Augenmerkt auf dem Kaufhaus liegt und ich finde die Idee wirklich gut. Es ist ein Unterschied zu den anderen Romanen, die ich in letzter Zeit gelesen habe und macht den Roman besonders. Die Protagonisten waren nett und gut beschrieben, mir fiel es aber durchweg schwer, mit ihnen zu sympathisieren. Ich kann mir selbst nicht erklären, woran dies gelegen haben mag. Alle Charaktere waren lebendig beschrieben, sie hatten Pfiff und Besonderheiten, eigene Wesenszüge und keiner glich dem anderen. Ich fand es sehr interessant, dass die Rolle der Frau zum Anfang des 20. Jahrhunderts so eine wichtige und große Rolle in dem Roman spielt. Diese Sorgen wurden anhand von angenehmen gezeigt, die stellvertretend für die gesamte Gesellschaft der Frauen steht. Mir hat es gut gefallen, dass die Unterschiede zwischen den Geschlechtern nicht zu aufdringlich aufgezeigt wurden, sondern passend in den Roman eingebunden wurden. Fazit: Sehr schnell habe ich gemerkt, dass der Roman für mich ein Hit werden könnte und am Ende wurde ich darin bestärkt. Jeder Aspekt des Romans hat mir gefallen, ich habe keinen Kritikpunkt und es war für mich ein reiner Genuß, das Buch zu lesen.

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Vita

Nora Elias ist das Pseudonym einer im Rheinland lebenden Autorin historischer Romane. Zum Schreiben kam sie bereits als Studentin und widmet sich nun vermehrt der Geschichte ihrer Wahlheimat. Sie liebt Reisen und lange Wanderungen. Ihr Roman »Antonias Tochter« wurde mit dem begehrten DELIA-Literaturpreis 2018 ausgezeichnet.

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