Die Gesichter des Meeres

Roman

(3)
Taschenbuch
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Kingstown, Heiligabend 1895. Vor der Küste Irlands läuft ein Frachter auf Grund. Während die Schiffbrüchigen auf Hilfe warten, kommen die Seenotretter in den eisigen Wellen ums Leben. Die Bewohner der Hafenstadt sind traumatisiert. Der 13-jährige Matias, der an Bord des havarierten Frachters war, findet sich in den hilfsbereiten Händen der Einheimischen wieder – und mitten im Strudel der Ermittlungen…

Über 100 Jahre später, auf den Spuren ihrer Vergangenheit, offenbart sich einer Schriftstellerin aus Finnland ein unbekannter Teil ihrer Familiengeschichte.


DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Finnischen von Stefan Moster
Originaltitel: Kuka Vartijoita Vartioi
Originalverlag: Siltala
Taschenbuch, Broschur, 592 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-442-71883-2
Erschienen am  09. Dezember 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Eine Tragödie

Von: schmoekerstunde

27.02.2020

Eigentlich ein Roman über die Schifffahrt, die finnische Gesellschaft und eine etwas dramatische Familiengeschichte. Ich möchte die ganze Geschichte nicht vorweg nehmen. In verschiedenen Zeitebenen wird über die Untersuchung des Kenterns des Rettungsbootes berichtet. Auch damals gab es Veruntreuung von Geldern, Korruption und Einfluss von Menschen mit Vermögen. Es gibt sehr viel verschiedene Charaktere, die alle interessant erzählt werden. Mich hat die Ehefrau des „Nicht“Kapitäns durch ihr energisches Auftreten beeindruckt. Das Buch ist intensiv und gut recherchiert, es fehlten mir aber die Gesichter des Meeres. Ein unterhaltsames Buch, das man gelesen haben sollte.

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Havarie

Von: Frau Lehmann

12.02.2020

Diesmal sind Roman, Rezension und Wetter aus einem Guss. Während Sturm Sabine noch tobt und für Land unter hier an der Nordseeküste sorgt, schreibe ich über ein Buch, das einen Schiffbruch vor der irischen Küste während einer Sturmflut beschreibt. Und derweil der Wind den Regen mit Wucht gegen die Fenster schleudert, denke ich an die Männer und Frauen, die damals wie heute ausziehen, um den Schiffbrüchigen zu helfen und dabei ihr eigenes Leben riskieren. 1895. Vor Dun Laoghaire, damals Kingstown, strandet ein finnischer Frachter. In Windeseile fährt ein Rettungsboot der Freiwilligen der Königlichen Seenotretterstation aus. Und kentert bei starkem Wellengang in Sichtweite der Schiffsbesatzung. Es gibt keine Überlebenden. Erst am nächsten Tag gelingt es, die Crew des Frachters heil ans Festland zu bringen. Leena Landers Roman hat zwei Erzählstränge. Zum einen berichtet sie direkt aus dem Jahr 1895, zum anderen lässt sie eine Schriftstellerin in der heutigen Zeit über die Geschehnisse recherchieren. Bindeglied ist der Großvater, der als Junge auf dem Frachter mitfuhr. Sehr schnell stellt sich bei Untersuchungen heraus, dass das Rettungsboot wohl nicht seetauglich war. Konstruktionsfehler oder Fehlentscheidungen der Mannschaft? Die Regierung bevorzugt letzteres. Sehr ruhig, fast schon ein wenig betulich, erzählt Leena Lander von den Ereignissen rund um den Schiffsbruch. Es ist hochspannend zu verfolgen, wie aus den Seehelden Bauernopfer der Politik werden, wie Spendengelder für die Hinterbliebenen in andere Kanäle fließen und daraufhin Familien zerrissen werden und in Armenhäusern landen. Trotzdem hat Lander ihr Boot ein wenig überfrachtet, denn daneben kommen noch Frauenrecht und Kriegstraumata zur Sprache und bisweilen fragt man sich, was der eine Erzählstrang mit dem anderen zu tun hat. Ein paar Kürzungen hätten dem Fluss sicherlich nicht geschadet. Nichtsdestotrotz ist dies ein eindringlicher, intelligenter Roman, der sich mit Ehre und Mitgefühl beschäftigt, mit Verantwortung und der Frage nach dem richtigen Handeln in schwierigen Situationen. Wer allerdings einen Abenteuerroman in der Art der Titanic-Verfilmung erwartet, der wird sicherlich enttäuscht. Auch, wenn es durchaus eine kleine romantische Liebesgeschichte gibt.

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Vita

Leena Lander

Leena Lander, geboren 1955, ist eine der international bekanntesten und erfolgreichsten Schriftstellerinnen der finnischen Gegenwartsliteratur. Ihre Bücher wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt und vielfach mit Preisen ausgezeichnet. Die Verfilmungen ihrer Romane »Die Insel der schwarzen Schmetterlinge« und »Die Unbeugsame« waren in Finnland große Erfolge. Leena Lander lebt mit ihrem Mann, dem Schriftsteller Hannu Raittila, im Südwesten von Finnland in der Nähe von Turku.

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