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Die Kinder der Rothschildallee Roman

Die Rothschildsaga (2)

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Taschenbuch, Broschur ISBN: 978-3-453-40778-7

Erschienen: 08.12.2010
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Der große historische Roman der Bestsellerautorin jetzt im Taschenbuch

Der Boykott der jüdischen Geschäfte im April 1933 nimmt dem Kaufmann Johann Isidor Sternberg jede Hoffnung auf eine Zukunft in Deutschland. Er, seine Frau Betsy, die Kinder und Enkel werden zu Aussätzigen in ihrer geliebten Heimatstadt Frankfurt. Die Nazis nehmen ihnen Arbeit, Sicherheit und schließlich die Heimat. Die Bedrohung ihres Lebens wird für die jüdische Familie Sternberg zur schrecklichen Normalität.

DIE ROMANE VON STEFANIE ZWEIG IN DER ÜBERSICHT

Die Rothschildsaga

Autobiografische Romane

Einzeltitel

Bitte beachten Sie, dass zwecks Vollständigkeit ggf. auch Bücher mit aufgeführt werden, die derzeit nicht lieferbar oder nicht bei der Verlagsgruppe Random House erschienen sind.

Stefanie Zweig (Autorin)

Stefanie Zweig, 1932 in Oberschlesien geboren, wanderte im Zuge der nationalsozialistischen Verfolgung 1938 mit ihren Eltern nach Kenia aus und verlebte ihre Kindheit auf einer Farm. Ihre Romane "Nirgendwo in Afrika" und "Nur die Liebe bleibt" schildern diese Zeit. Nach der Rückkehr nach Deutschland im Jahre 1947, die Stefanie Zweig in dem Roman "Irgendwo in Deutschland" beschreibt, zog ihre Familie schon bald in das Haus in der Rothschildallee.
Stefanie Zweig hat dreißig Jahre lang das Feuilleton einer Frankfurter Tageszeitung geleitet und lebte bis zu ihrem Tod 2014 als freie Schriftstellerin in Frankfurt. Für ihre Jugendbücher wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Alle ihre großen Romane standen wochenlang auf den Bestsellerlisten und erreichen eine Gesamtauflage von über 7,5 Millionen Büchern. 1993 erhielt Stefanie Zweig die "Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland". "Nirgendwo in Afrika" wurde von Caroline Link verfilmt und erhielt 2003 den "Oscar" für den besten ausländischen Film.

ERSTMALS IM TASCHENBUCH

Taschenbuch, Broschur, 400 Seiten, 11,8 x 18,7 cm

ISBN: 978-3-453-40778-7

€ 8,99 [D] | € 9,30 [A] | CHF 12,50* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Heyne

Erschienen: 08.12.2010

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Stefanie Zweig – Die Kinder der Rothschildallee (2009)

Von: Isabella Caldart Datum: 16.03.2015

https://literarischesfrankfurt.wordpress.com/

Vielen Dank an den Heyne Verlag und die Verlagsgruppe Random House für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

Johann Isidor Sternberg sieht sich zwar als deutschen Patrioten, aber seine Meinung interessiert Anfang der 1930er Jahre niemanden mehr. Während er mit seiner Familie in den 1920ern noch recht unbehelligt in der stattlichen Wohnung in der Rothschildallee 9 leben kann, wird das Klima bald rauer, als Hitler vor der Machtergreifung steht. Der Boykott jüdischer Geschäfte treibt ihn beinahe in den Ruin und im Laufe der Jahre macht es die gesellschaftliche Situation der Familie Sternberg unmöglich, weiter in Frankfurt zu leben.

Schnellwertung

3,5/5

Hintergrund

Stefanie Zweig lebte bis zu ihrem Tod 2014 in der Rothschildallee 9.
Teil 2 (Jahre 1926 bis 1937) der vierteiligen Familiengeschichte der Sternbergs, die die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts umfasst.

Pressestimmen

Hamburger Morgenpost: “Es gibt zahllose Romane über das entsetzliche Schicksal der Juden im Dritten Reich, und doch gelingt es Stefanie Zweig, die jungen, hoffnungsvollen Sternberg-Kinder so lebendig werden zu lassen, dass der Schrecken desaufkeimenden Nazismus dem Leser unter die Haut geht wie selten.”

Frankfurt

Die Stadt
“‘Frankfurt war immer das intellektuelle Zentrum Deutschlands […]. Da hat man schon im Mittelalter Rattenfänger in den Main getrieben, ehe sie Papp sagen konnten. Und was uns betrifft, Frankfurt weiß, was es seinen Juden verdankt.'”

NS-Zeit
“Die Rothschildallee, in der sie geboren und aufgewachsen war, war unbenannt worden. Sie hieß nun Karolingerallee. Vielen Frankfurter Straßen erging es ebenso. Aus dem Börneplatz wurde der Dominikanerplatz, aus dem Börsenplatz der Platz der SA. Der Rathenauplatz wurde zum Horst-Wessel-Platz, die Sophienstraße bekam den Namen des Afrikahelden Lettow Vorbeck, die Stresemannallee hieß Blücherstraße. Die Untermainbrücke wurde zur Adolf-Hitler-Brücke.”
“Eine Woche später fanden in Frankfurt die Kommunalwahlen statt. Den Bürgern, die ein Leben lang stolz auf ihre Liberalität gewesen waren, war seit der Reichstagswahl im Sinne des Regimes ein Licht aufgegangen.”
“Auf dem Standesamt erhielten die Brautpaare Hitlers Buch ‘Mein Kampf’, die Front des Hauptbahnhofs verschwand hinter Hakenkreuzfahnen.”
“Am 31. März verschickte der Frankfurter Magistrats-Personaldezernent einen Brief ohne Anrede an den berühmten Maler Max Beckmann, Lehrer an der Kunstgewerbeschule des Frankfurter Städel. Ihm wurde zum 15. April gekündigt.”

Mundart
“Sein Tonfall entledigte sich des Berlinerischen und nahm wieder die ursprüngliche Frankfurter Färbung an. Die Sprache wurde wieder weich. Den Ohren von Ortsfremden mochte sie nachlässig oder bäurisch erscheinen, weil die Endsilben verschluckt wurden und die Grammatik nicht stimmte, doch die Frankfurter mochten es, wenn die Sprache so gemütlich war wie das Leben nach dem vierten Glas Ebbelwein.

Speis und Trank
“Endlich gab es im Haus wieder einen, der sich in einer Vaterstadt auskannte. Der brachte Claudette bei, dass Kaiser Karl der Große bei einem in Frankfurt abgehaltenen Reichtstag den Ebbelwein erfunden hatte, als er sich versehentlich auf den Reichsapfel setzte.”
“Die Geschwister waren viel in den feinen Cafés auf der Kaiserstraße unterwegs. Sie kehrten ins Café Bräutigam am Liebfrauenberg ein, wanderten bei schönem Wetter bis zur Fichardstraße, in der es nun seit drei Jahren das Café Laumer gab, und saßen oft in dem beliebten Café Leo Rothschild an der Ecke zwischen Biebergasse und Rathenauplatz. Die meisten Abende waren noch warm genug, um sie im Garten vom Café Rumpelmayer an der Gallusanlage zu genießen. Das Rumpelmayer war ein internationaler Treffpunkt. Dort machten die Omnibusse mit Reisegesellschaften von nah und fern halt.”

Nordend
“Das Haus in der Rothschildallee und das in der Glauburgstraße waren frei von Hypotheken und im besten Zustand, die Wohnungen alle gut vermitet. Einige hatten bereits Badezimmer mit Wanne und Becken. Keine der Toiletten war noch im Hausflur. Die Küchen waren gekachelt, die Spülen erneuert. In der Rothschildallee wurde die Waschküche mit einem modernen Durchlauferhitzer für das heiße Wasser und einer Mangel ausgestattet, der Wäscheboden mit elektrischer Beleuchtung.”
“Schauplatz der häuslichen Idylle war eine Sechszimmerwohnung in dem großartigsten Haus der Günthersburgallee. Ein überaus phantasievoller Architekt hatte es in den Gründerjahren mit einem Quäntchen Ironie und sehr viel Sinn für das neue Selbstbewusstsein der Deutschen zu einem bürgerlichen Palais gestaltet. Das Anwesen war mit Türmchen und Erkern, reich verzierten Balkons und einem Vorgarten versehen […].”

Bornheim
“Obwohl die Berger Straße in Frankfurt weder bei den einheimischen Bornheimern noch bei den übrigen Bewohnern der Stadt als eine Stätte galt, die zu modischen Capricen verleitete, war Victorias Hartnäckigkeit ausgerechnet dort belohnt worden.”

Seckbach
“Anna wünschte sich ein Häuschen im dörflichen Frankfurter Vorort Seckbach.”

Sachsenhausen
“Obwohl sich Victoria vor Schweinefleisch ekelte, das in ihrem Elternhaus selbst in Zeiten der Not nicht auf den Tisch gekommen war, ging sie oft in die Bürgerlokale von Sachsenhausen. Dort aß sie mit Männern, die sie als wichtig für ihr Fortkommen einschätzte, Rippchen mit Sauerkraut und trank Ebbelwein, den sie nicht vertrug.”

Westend
“Im Westend mit seinen repräsentativen, häufig weiß gestrichenen Patrizierhäusern, hatte das Wort Kultur einen eigenen Klang. Die unauffällige Eleganz und die Noblesse der wohlhabenden Bewohner hatten das Viertel zur feinsten Gegend der Stadt gemacht. Jedes Haus stand für Bürgerstolz und Strebsamkeit, für Geschmack und Wohlhabenheit. […] Die Menschen passten zu den Häusern – die Männer vornehm, die Frauen fein herausgeputzt […]. Man sagte, Kinder, die im Westend aufwuchsen, wären wohlerzogener als andere, sie lernten mehr in der Schule und brächten es weiter.”

Außerdem: Wittelsbacher Allee, Merianplatz, Herderschule, Humboldtstraße, Hasengasse, Hauptwache, Uhrtürmchen, Töngesgasse, Palmengarten, Großmarkthalle, Zeil, Holzhausenpark, Biebergasse, Freßgass, Zoo, Katharinenkirche, Böttgerstraße, Höhenstraße, Eiserner Steg, Friedberger Anlage, Alte Gasse, Rossmarkt, Baumweg, Schillerstraße, Grüneburgpark, Börnestraße, Fahrgasse, Beethovenstraße

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