Die Kostbarkeiten von Poynton

Roman

(4)
Taschenbuch
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Ein englischer Landsitz, sorgfältig gehütete Schätze und eine Familie voller Abgründe

Wertvolle Wandteppiche, Elfenbeinschnitzereien und zartes Porzellan: Ihr Leben lang hat Adela in »Poynton Park«, ihrem Landsitz aus dem 17. Jahrhundert, erlesene Kostbarkeiten gesammelt. Dass nun weder ihr Sohn Owen noch seine Verlobte diese Schätze zu würdigen wissen, bereitet der älteren Dame Kopfzerbrechen. Als das Paar sie gar ausquartieren will, fasst Adela einen Plan: Die junge, aber verarmte Fleda soll Owens Herz erobern und Poynton retten. Tatsächlich findet Fleda Gefallen am Haus und an Owen – doch der spielt sein eigenes Spiel ...

»Die Kostbarkeiten von Poynton« ist einer der unterhaltsamsten Romane des großen Erzählers Henry James.


ERSTMALS IM TASCHENBUCH
Aus dem Englischen von Nikolaus Stingl
Originaltitel: The Spoils of Poynton
Mit Nachwort von Alexander Cammann
Taschenbuch, Broschur, 288 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-328-10516-9
Erschienen am  10. Februar 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Ein Meisterwerk von Henry James

Von: Literaturblogsaarland

28.02.2020

Inhalt : Wer sagt, dass Blut dicker ist als Wasser? Henry James erklärt in seinem Roman «Die Kostbarkeiten von Poynton» die Familie zum Schauplatz boshafter Verteilungskämpfe. Nach dem gefeierten Erfolg von «Die Europäer» und «Washington Square» führen wir die Henry-James-Renaissance mit dieser Neuübersetzung eines Spätwerks fort. Wertvolle Gobelins, Elfenbeinschnitzereien, edle Bronzen und alte spanische Altardecken ... Adela Gereth hat in «Poynton Park», ihrem Landsitz aus dem 17. Jahrhundert, lebenslang leidenschaftlich erlesene Einrichtungsgegenstände aus ganz Europa gesammelt. Dass nun weder Sohn Owen noch die von ihm umworbene Mona Brigstock diese Kostbarkeiten zu würdigen wissen, bereitet Adela Kopfzerbrechen. Dass das junge Paar sie ausquartieren will, bringt sie gar an den Rand der Verzweiflung. Dabei hat sie in Fleda Vetch doch bereits eine adäquate und sachkundige Schwiegertochter ausgemacht. Fleda findet tatsächlich nicht nur Gefallen am Haus, sondern auch an Owen – und sitzt plötzlich zwischen allen Stühlen. Bekannt für seine sprachliche wie psychologische Raffinesse, lässt uns Henry James auch mit diesem Roman wieder in die Abgründe menschlicher Beziehungen blicken. Vita : Henry James (1843–1916) wurde in New York geboren, verbrachte jedoch die meiste Zeit seines Lebens auf Reisen und in Europa. Dessen klassischer Literatur, insbesondere aus Russland und Frankreich, galt seine höchste Wertschätzung. Seinen Ruf als Meister der psychologischen Erzählkunst erschrieb er sich mit zwanzig Romanen und über hundert Erzählungen. Meine Meinung : Zuerst einmal ein ganz grosses Kompliment an den Manesse Verlag für dieses tolle Buch. Das Cover ist in einem dezenten Grau gehalten, dazu das passende Lesebändchen und der Buchschnitt in einem eleganten Grün. Und der Übersetzer Nikolaus Stingl ist Buchliebhabern ja sowieso bekannt. Bei dem Buch, welches im Original 1896 erschienen ist, handelt es sich um ein Spätwerk von Henry James. Die Protagonistin in unserem Roman ist Adela Gareth. Sie lebt auf ihrem Landsitz " Poynton Park " und hat Zeit ihres Lebens erlesene Kostbarkeiten gesammelt und mit ihnen ihren Besitz geschmückt und ausgestattet. Wie es in der damaligen Zeit üblich war, wird der Besitz an ihren Sohn Owen gehen. Leider ist dieser im Begriff, eine Dame namens Mona Brigstock zu ehelichen, der es an jeglichem Kunstverstand fehlt. Auch möchte das junge Paar sie aus ihrem Anwesen ausquartieren. Ihre bevorzugte Favoritin als Schwiegertochter wäre Fleda Vetch, die sie nun versucht, ihrem Sohn schmackhaft zu machen. Leider ist diese sehr schüchtern und zurückhaltend, was dem Leser das eine oder andere mal schon ein Augenrollen entlockt. Henry James bringt dem Leser das viktorianische Zeitalter und insbesondere die Stellung der Frau sehr nahe. Der Autor entwirft ein stilsicheres Bild dieser Epoche und auch die Stellung des männlichen Geschlechts kommt nicht zu kurz. Trotzdem gilt sein Hauptaugenmerk den Frauen jener Zeit. Die Charaktere sind detailliert ausgearbeitet und grossartig gezeichnet. Die Sprache ist sehr dezent und elegant, was mit Sicherheit auch ein grosser Verdienst des Übersetzers Nikolaus Stingl ist. Ein meisterhaftes Buch, welches eine Zierde und eine Kostbarkeit in jedem gut bestückten Bücherregal ist. Dies war mit Sicherheit nicht mein letztes Buch von Henry James. Ich vergebe hier die Höchstbewertung von 5 Sternen und eine klare Leseempfehlung. Einen ganz, ganz lieben Dank an die Verlagsgruppe Random House GmbH und das Bloggerportal für die kostenlose Zusendung des Rezensionsexemplares.

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Kostbarkeiten

Von: Frau Lehmann

13.12.2017

Manesse. Der Name dieses Verlags zaubert fast jedem Buchliebhaber sogleich ein Lächeln ins Gesicht. Manesse, das ist ein Versprechen auf liebevoll und sorgsam aufgemachte Bücher, ein Versprechen auf hochwertige Übersetzungen. So auch in diesem Falle: in elegantem Grau gebunden, mit farblich passendem Lesebändchen und einem Umschlag mit dem Bild einer Lady vor einem edlen Landsitz, kommt das Buch selbst als kleine Kostbarkeit daher. Und die Übersetzung durch den preisgekrönten Nikolaus Stingl hat zur Folge, dass der Inhalt nicht weniger elegant ins Deutsche übertragen wurde. Bei des Autors Vorliebe für verschachtelte Endlossätze mit Sicherheit kein Spaziergang. "Die Kostbarkeiten von Poynton", erstmals erschienen 1897, zählt zum Spätwerk Henry James'. Der Autor, im angelsächsischen Raum ähnlich bekannt wie hierzulande GoetheSchillerLessing, gilt als einer der besten Schriftsteller seiner Zeit, besonders gerühmt für seine präzisen Charakterzeichnungen. In diesem Roman nun treffen wir auf Adela Gereth, die zusammen mit ihrem verstorbenen Gatten aus ihrem Landsitz Poynton Park ein erlesenes Kunstwerk gemacht hat. Haus und Garten sind gefüllt mit unzähligen Kostbarkeiten, ein ganzes Eheleben lang liebevoll und mühsam gesammelt. Nach viktorianischer Gesetzgebung gehört das Alles nun ihrem Sohn Owen. Der wiederum möchte eine junge Dame heiraten, der es an jeglichem Kunstverständnis mangelt und zusätzlich seine Mutter in einen im Vergleich spartanischen Witwensitz ausquartieren. Das nimmt Mrs Gereth natürlich, trotz rechtlich fehlender Grundlage, nicht so hin. Sie hat mit der armen, aber dennoch gebildeten Fleda Vetch eine passendere Schwiegertochter gefunden, die sie ihrem Sohn schmackhaft machen möchte. Dabei hat sie aber nicht mit der inneren Moral und Schüchternheit ihres Schützlings gerechnet, die selbst den Leser bisweilen zu hochgezogenen Augenbrauen und genervtem Seufzen bringt. Man wünscht Miss Vetch doch einen etwas zupackenderen Charakter, der die für alle Beteiligten beste Lösung hervorbringen könnte. Den jedoch konnte James ihr nicht geben, wäre das Buch doch dann mit einer gefälligen Liebesgeschichte schnell beendet gewesen. So darf man dem Autor also dabei zusehen, wie er seine Charaktere meisterhaft in moralische und sonstige Verstrickungen stürzt, dabei Wendungen findet, die den Leser überraschen und aus dem vermeintlichen Konzept bringen, und so das viktorianische Zeitalter mit all seinen Ungerechtigkeiten, besonders die Stellung der Frau betreffend, zum Leben erweckt. Immer höchst elegant formuliert wohlgemerkt. Es sind tatsächlich die Frauen, denen das Hauptaugenmerk gilt: Fleda, die gezwungen ist, sich bei Bekannten einzuquartieren, da ihr Vater sie ungern bei sich wohnen haben möchte und die im Grunde nur eine Heirat erlösen könnte; Mrs Gereth, die durch den Tod ihres Gatten alle Rechte am gemeinsam Erschaffenen verliert und vom guten Willen ihres Sohnes abhängig ist; aber auch Mona Brigstock, die ungewollte Verlobte, die froh sein kann, einen so wohlhabenden Verehrer gefunden zu haben und diesen natürlich auch nicht "von der Angel" lassen möchte. Eher schattenhaft gleiten die männlichen Charaktere durch das Buch, immer vom Vorrang des männlichen Geschlechts überzeugt, auf ihre Rechte pochend, weil sie sie ja nun einmal haben und die armen Frauen ja gar nicht wissen, was gut für sie ist. Und doch sind es meistens die Frauen, die die Fäden in der Hand haben, ständig bemüht es die Herren nicht merken zu lassen. Erstaunlich konzipiert für einen männlichen Schriftsteller dieses Zeitalters. Und ein Punkt, der Henry James so lesenswert macht: die scheinbare Fortschrittlichkeit seiner Ansichten. Dazu kommt die wunderbar durchkomponierte Sprache und der genaue Blick auf seine Charaktere, auf ihre Gedanken, die Gründe ihres Handelns. Es ist wirlich großartig, die Möglichkeit zu haben, diesen hervorragenden Schriftsteller neu zu entdecken. Dem Verlag und dem Übersetzer dafür einen herzlichen Dank. Für den interessierten Leser: bei Manesse finden sich übrigens noch weitere Werke Henry James' in ähnlicher Aufmachung.

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Vita

Henry James

Henry James (1843–1916) wurde in New York geboren, verbrachte jedoch die meiste Zeit seines Lebens auf Reisen und in Europa. Dessen klassischer Literatur, insbesondere aus Russland und Frankreich, galt seine höchste Wertschätzung. Seinen Ruf als Meister der psychologischen Erzählkunst erschrieb er sich mit zwanzig Romanen und über hundert Erzählungen.

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