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Die Kunst, frei zu sein Handbuch für ein schönes Leben

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Taschenbuch, Broschur ISBN: 978-3-453-63004-8

Erschienen: 03.08.2009
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Seit dem Bestseller »Anleitung zum Müßiggang« gilt Tom Hodgkinson als Experte für Genuss und Gelassenheit. In seinem neuen Buch nimmt er sich die negativen Erscheinungen unseres modernen Lebens vor: Erfolgsdruck, Versagensangst, Gier, Einsamkeit. Mit der für ihn typischen Mischung aus Humor, enzyklopädischem Wissen und Zitaten führt er vor, wie man sich aus diesen Zwängen befreien kann.

"Eine Einladung auf eine Zeitreise, an deren Ende die simple Einsicht steht, dass Freiheit überall sein kann, solange man sie nur sucht."

Berliner Zeitung (19.06.2007)

Tom Hodgkinson (Autor)

Tom Hodkinson, geboren 1968, hat englische Literatur studiert und unter anderem in einem Skateboardladen gearbeitet. Nach der Entlassung durch eine bekannte Boulevardzeitung lebte er von Sozialhilfe und gründete die Zeitschrift „The Idler“. Seither gilt er in den englischen Medien als Experte für alles, was mit Müßiggang zu tun hat. Er lebt mit seiner Familie in Devon, England.

"Eine Einladung auf eine Zeitreise, an deren Ende die simple Einsicht steht, dass Freiheit überall sein kann, solange man sie nur sucht."

Berliner Zeitung (19.06.2007)

"Tom Hodgkinson hat einen fulminanten Bestseller über die Kunst des stilvollen Aussteigens geschrieben."

Vanitiy Fair (19.04.2007)

"Dieses schöne, sehr gelehrte Buch ist auch hierzulande ein beeindruckendes Kult-, Weitersag- und Weiterverschenkphänomen."

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung über "Anleitung zum Müßiggang"

Originaltitel: Die Kunst, frei zu sein
Originalverlag: Rogner & Bernhard

Taschenbuch, Broschur, 384 Seiten, 11,8 x 18,7 cm

ISBN: 978-3-453-63004-8

€ 8,95 [D] | € 9,20 [A] | CHF 11,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Heyne

Erschienen: 03.08.2009

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Manifest für ein besseres Leben

Von: Micha Noetzelmann Datum: 20.11.2016

erfolgundfreiheit.de/

Von himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt. So ungefähr kann ich meinen Gefühlszustand während des Lesens beschreiben. Insbesondere zu Beginn habe ich gedacht: „Hat der kommunistische Herr Hodgkinson sie noch alle?!“ Aussagen wie „Wirf deine Uhr weg“, Pfeif auf die Karriere und all ihre leere Versprechungen“ oder „Tod dem Einkaufen oder Flucht aus dem Gefängnis der Konsumsucht“ sind ganz schön starker Tobak. Und vor allem auf den ersten Blick so gar nicht mit meinen Vorstellungen in Einklang zu bringen.

Handbuch für ein schönes Leben
„Was genau will uns der Autor eigentlich sagen?“ Diese Frage habe ich mir immer und immer wieder gestellt. Denn die Ankündigung, seinen Leser ein „Handbuch für ein schönes Leben“ zu präsentieren ist ganz schön gewagt. Wer so etwas ankündigt, der muss auch liefern.
So wie ich das sehe, möchte Tom Hodgkinson nicht mehr und nicht weniger als eine Revolution, die eine andere Gesellschaft hervorbringt. Eine Gesellschaft, in der die Menschen nicht nach einer Karriere streben, keinen Zeitdruck haben, ihre Lebensmittel selbst anbauen und Konsum verachten.

29 radikale Ideen für eine neue Gesellschaft
Interessant finde ich, dass Hodgkinson nicht einfach nur fordert und absurde Vorstellungen hat. Denn das ist ja bei der politischen Richtung, der er zugehörig zu sein scheint, so Usus. Nein, er nimmt uns Leser mit auf eine Reise hin zu seiner Weltanschauung und nennt Lösungen.
Er bietet keine Patentrezepte, aber viele ausgegorene Ideen und Anregungen. In seinem Kopf sind diese Gedanken wahrscheinlich schon zigtausende von Malen durchgespielt worden. Hier die Überschriften von ein paar der 29 Kapitel, damit du weißt, worauf du dich einlassen musst:
Kapitel 1 – Verjag die Angst; sei sorglos
Kapitel 3 – Die Tyrannei der Rechnungen und die Freiheit des Einfachen
Kapitel 7 – Wirf deine Uhr Weg
Kapitel 10 – Tod dem Einkaufen oder Flucht aus dem Gefängnis der Konsumsucht
Kapitel 12 – Vergiss die Regierung
Kapitel 16 – Unterwirf dich nicht länger der Maschine, benutz deine Hände
Kapitel 22 – Hör auf, die um die Rente zu sorgen; lebe
Kapitel 25 – Befreie dich von den Supermärkten
Kapitel 29 – Hör auf zu arbeiten, fang an zu leben
Ganz ehrlich gesagt, klingen die Überschriften noch nicht mal so krass wie der Inhalt der Kapitel wirklich sind.

Ein Buch für Idealisten
Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass der Alt-68’er genauso wie der Jung-Idealist seine Freude an den gewagten Ideen des Autors haben wird. Tom Hodgkinson hält nicht damit hinterm Berg, dem Tabak- und Alkohol-Konsum zu frönen und lieber zu tanzen und lachen, als in „9-to-5-Manier“ roboten zu gehen.
Ganz sicher wird er mit seinen Ansichten nicht die Welt retten. Genau genommen bin ich mir ziemlich sicher, dass seine Ideologie in der westlichen Welt nur wenig Gehör finden wird. Weder in seinem Heimatland Großbritannien, noch im Rest Europas oder gar in den USA.
Aber es ist erfrischend, sich einmal intensiv mit seinen Gedanken auseinanderzusetzen. Die Denke von Tom Hodgkinson ist radikal, heftig und bedingungslos optimistisch. Und wer schon einmal ernsthaft darüber nachgedacht hat, sein altes Leben radikal auf den Kopf zu stellen und aus der konsumbedachten Welt auszusteigen, ist hier definitiv richtig.

Zeit für eine Revolution(?)
Das ist die Frage. Fakt ist, würden wir alle vom Autor vorgeschlagenen Wege einschlagen, müssten die meiste Menschen auf der Welt sich um 180 Grad drehen. Wir hätten dann eine neune Gesellschaftsordnung ohne Konsumdenken, ohne feste Arbeitsplätze, ohne Schulden, ohne Reichtum und mit jeder Menge Spaß.
Folgende Aussagen aus dem Buch solltest du einmal in Ruhe auf dich wirken lassen, um zu entscheiden, ob das ein Weg für dich sein könnte:
„Der Glaube an den abstrakten Begriff „Karriere“ ist eine Heimsuchung des Mittelstandes. Die niedrigeren Stände hegen klugerweise nicht den gleichen Glauben an Fortschritt und Weiterbildung wie die Bürgerlichen Schichten, genau so wenig wie die Aristokratie….Im Grunde halten es die meisten Menschen für wenig zweckmäßig, nach Hypotheken und Sicherheiten zu streben. Aber die heutige Mittelschicht als Erbin der puritanischen Tradition des Geldverdienens und der Selbstverleugnung hat die „Karriere“ zum Zentrum ihres täglichen Ringens erhoben. Und sie versucht heute mehr denn je, allen anderen ihren Karriere-Ethos aufzuzwingen. Das Ganze nennt sich dann „Regierung“.
„…Genau das ist meine Hoffnung für meinen eigenen Wohnort. Wenn die fünf Häuser in unserer Siedlung allmählich zum Verkauf angeboten werden, kann ich dann meine Freunde überreden, sie zu erwerben und hierherzuziehen? Wie alle würden eigene Gemüsebeete besitzen, manche könnten Hühner, andere Schweine und noch andere Ziegen züchten. Man braucht Freunde und Nachbarn, um so etwas zu realisieren. Es allein zu ersuchen, ist zu schwierig. Wir könnten Erzeugnisse austauschen und einander in Ruhe lassen, wenn uns der Sinn danach steht.“
„Theoretisch führt Wettbewerb zu einer hohen Warenqualität und zu vernünftigen Preisen. Aber die Wirklichkeit sieht ganz anders aus: Ungezügelte Konkurrenz, das heißt kommerzieller Krieg und die damit zusammenhängende endlose Expansion, lässt unvermeidlich Monopole entstehen, denn ein gigantisches Unternehmen schluckt allmählich alle gescheiterten Konkurrenten.“

Fazit
In Zeiten von Vegan-Hype, Occupy-Bewegung und Regierungsbeteiligung der Linken in Landesparlamenten, könnten die Thesen des Herrn Hodgkinson tatsächlich auf fruchtbaren Boden treffen. Zumindest bei jenen, die eher die antikapitalistische, konsumfremde und alternative Lebensweise leben oder anstreben. Und selbst ich – dem solche Ideologien sehr befremdlich sind – habe an der einen oder anderen Stelle gedacht: „Genau, so könnte es funktionieren!“.
Besonders gefallen hat mir der lockere Schreibstil. Die Themen wären definitiv geeignet für ein trockenes Sachbuch. Daher war ich überrascht von der Frische und der Ungezwungenheit der Schreibe.
Für mich stellt sich nicht die Frage, ob Tom Hodgkinson ein Träumer oder ein Realist ist. Für mich zählt, was er will: Ein besseres, freies und glückliches Leben. Und auch wenn sich seine unkonventionellen Ansätze niemals flächendeckend durchsetzen werden, wurde ich doch zum Nachdenken angeregt.

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