Die Nickel Boys

Roman

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TaschenbuchNEU
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Florida, Anfang der sechziger Jahre. Der sechzehnjährige Elwood lebt mit seiner Großmutter im Schwarzen Ghetto von Tallahassee und ist ein Bewunderer Martin Luther Kings. Als er einen Platz am College bekommt, scheint sein Traum von gesellschaftlicher Veränderung in Erfüllung zu gehen. Doch durch einen Zufall gerät er in ein gestohlenes Auto und wird ohne gerechtes Verfahren in die Besserungsanstalt Nickel Academy gesperrt. Dort werden die Jungen missbraucht, gepeinigt und ausgenutzt. Erneut bringt Whitehead den tief verwurzelten Rassismus und das nicht enden wollende Trauma der amerikanischen Geschichte zutage. Sein neuer Roman, der auf einer wahren Geschichte beruht, ist ein Schrei gegen die Ungerechtigkeit.

Colson Whitehead wurde bereits mit dem National Book Award und dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet.


Aus dem Amerikanischen von Henning Ahrens
Originaltitel: Die Nickel Boys
Originalverlag: Hanser
Taschenbuch, Klappenbroschur, 240 Seiten, 12,5 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-442-77042-7
Erschienen am  14. Dezember 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Dieses Buch spielt in: Tallahassee, Vereinigte Staaten von Amerika

Leserstimmen

Inspiriert von einer wahren Begebenheit

Von: Emmi_reads

15.01.2021

Elwood Curtis ist fleißig, schlau und setzt sich für seine Mitmenschen ein. Er will studieren und die Welt besser machen. Als er sich zur falschen Zeit am falschen Ort befindet, wird ihm dieser Traum genommen. Allein, dieses Ereignis steht sehr bezeichnend für den Inhalt des Buchs und für all die Willkür, die Ungerechtigkeiten und Verbrechen, die im Laufe der Geschichte passiert sind und die nie ans Licht kamen. Nicht immer werden die Verbrecher zur Rechenschaft gezogen. Manchmal bekommen sie auch noch einen Orden, während ihre Opfer für ihr Nicht-Schweigen-Wollen bestraft werden. Ich habe bereits Undrground Railroad von Colson Whitehead gelesen. Doch sein neustes Buch „Die Nickel Boys“ empfand ich als angenehmer und flüssiger geschrieben. Die Erzählstruktur ist ziemlich raffiniert und wartet mit einigen Plot twist auf, die ich nicht kommen gesehen habe und die die Ereignisse des Buches nochmal stark untermauern. Wie schon in vorherigen Büchern, so schreibt Whitehead sachlich und lässt die Geschehnisse für sich sprechen. Das Geschichte an sich ist fiktiv, doch orientiert sich stark an einer wahren Begebenheit an der Dozier School for Boys in Florida. Auf der Seite officialwhitehouseboys.org kann man die Geschichten der überlebenden Schüler nachlesen. Es ist erschreckend, das sich dies alles erst vor wenigen Jahren ereignet hat und auch danach war und ist noch lange nicht alles besser geworden. Dieses Buch ist nicht leicht zu verdauen und wird mich mental wohl noch eine ganze Weile begleiten, trotzdem oder gerade deshalb würde ich das Buch sehr weiterempfehlen.

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Erschütterndes Zeugnis

Von: skiaddict7

17.12.2020

«Werft uns ins Gefängnis, und wir lieben euch trotzdem (. . .) Aber seid gewiss, dass wir euch durch unsere Leidensfähigkeit zermürben und eines Tages unsere Freiheit erlangen werden.» (Martin Luther King Jr.) Elwood Curtis, ein schwarzer Jugendlicher, wächst relativ behütet im Florida der 1960er Jahre auf. Wissbegierig, fleißig, verlässlich und seriös arbeitet Elwood an seiner Zukunft. Heimlich ist er begeistert von den Reden Martin Luther Kings und träumt vom Ende der Rassentrennung. Durch harte Arbeit erhält er schließlich mit nur 16 Jahren ein Stipendium für Kurse am nahe gelegenen College. Er macht sich per Anhalter auf den Weg zum College, und da passiert es: er wird festgenommen, da er in ein gestohlenes Auto eingestiegen ist. Die Behörden machen mit Elwood kurzen Prozess: er landet in der "Nickel Academy", einer Besserunganstalt für Jungen in Florida, wo die Jungen missbraucht und ausgenutzt werden. Vor allem die schwarzen Jungen scheinen besonders zu leiden. Im "weissen Haus" werden die, die aus der Reihe tanzen, gezüchtigt - ein Ledergürtel saust wieder und wieder auf sie nieder, sie werden geschlagen oder sexuell missbraucht, teilweise bis zum Tod. Basierend auf einer wahren Begebenheit, dem Missbrauch hunderter Jungen (vor allem Afroamerikaner) in der Arthur G. Dozier School for Boys, hat Whitehead es mal wieder geschafft, mich völlig in seinen Bann zu ziehen. Whitehead beschreibt nüchtern und unaufgeregt die furchtbaren Ereignisse, die sich so ähnlich tatsächlich bis vor wenigen Jahren zugetragen haben. Elwood ist ein wirklich sympathischer Protagonist, mit dem man bis zum Schluss hofft und von einer besseren Zukunft träumt - bis Whitehead den Leser am Ende mit einer überraschenden und berührenden Wende schockiert. Ein sehr wichtiges und berührendes Buch, das jeder lesen sollte.

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Vita

Colson Whitehead, 1969 in New York geboren, studierte an der Harvard University und arbeitete für die New York Times, Harper's und Granta. Whitehead erhielt den Whiting Writers Award (2000) sowie den Young Lion’s Fiction Award (2002) und war Stipendiat des MacArthur »Genius« Fellowship. Für seinen Roman »Underground Railroad« wurde er mit dem National Book Award 2016 und dem Pulitzer-Preis 2017 ausgezeichnet. Für »Die Nickel Boys« erhielt er 2020 erneut den Pulitzer Preis sowie den Orwell Prize für Political Fiction. Der Autor lebt in Brooklyn.

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Henning Ahrens

Henning Ahrens, geb. 1964, lebt als Schriftsteller und Übersetzer in der niedersächsischen Provinz. Für seinen Lyrikband "Lieblied was kommt" (1998) erhielt er einen der Wolfgang-Weyrauch-Förderpreise beim Literarischen März 1999 sowie den Pro Litteris-Preis 1999 der Märkischen Kulturkonferenz und den Hebbel-Preis (2001). Er übersetzte u.a. J. C. Powys, Jonathan Safran Foer, Jonathan Coe und Hugo Hamilton. Zuletzt erschien sein Lyrikband "Kein Schlaf in Sicht" und der Roman "Tiertage".

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