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Die Stadt der Blinden Roman

Kundenrezensionen (3)

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Taschenbuch, Broschur ISBN: 978-3-442-74529-6

Erschienen: 08.09.2015
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Saramagos Antwort auf Die Pest von Albert Camus.

Ein Mann steht an einer Ampel. Von einer Sekunde auf die nächste, ohne erklärbaren Grund, erblindet er. Wie ihm ergeht es immer mehr Menschen in seiner Heimatstadt. Wie eine Seuche greift die Blindheit um sich. Die Regierenden wissen sich nicht anders zu helfen, als die Betroffenen in einer verlassenen Irrenanstalt einzuquartieren – unter der Bewachung von Soldaten, die auf jeden schießen, der fliehen will. Je mehr Blinde dort zusammengepfercht werden, desto schlimmer, desto unmenschlicher wird die Situation. Inmitten dieses grausamen Chaos befindet sich ein Augenarzt mit seiner Frau – die als Einzige noch sehen kann …

»Ein schonungslos gezeichnetes Spiegelbild der Gesellschaft.«

Donaukurier (03.12.2016)

José Saramago (Autor)

José Saramago, geboren am 16. November 1922 in Azinhaga in der portugiesischen Provinz Ribatejo, entstammt einer Landarbeiterfamilie. Nach dem Besuch des Gymnasiums arbeitete er als Maschinenschlosser, technischer Zeichner und Angestellter. Später war er Mitarbeiter eines Verlags und Journalist bei verschiedenen Lissabonner Tageszeitungen. Seit 1966 widmete er sich verstärkt der Schriftstellerei. Der Romancier, Erzähler, Lyriker, Dramatiker und Essayist erhielt 1998 den Nobelpreis für Literatur. José Saramago verstarb am 18. Juni 2010 auf Lanzarote.

»Ein schonungslos gezeichnetes Spiegelbild der Gesellschaft.«

Donaukurier (03.12.2016)

Aus dem Portugiesischen von Ray-Güde Mertin
Originaltitel: Ensaio sobre a cegueira
Originalverlag: Companhia das Letras

Taschenbuch, Broschur, 400 Seiten, 11,8 x 18,7 cm

ISBN: 978-3-442-74529-6

€ 10,99 [D] | € 11,30 [A] | CHF 15,50* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: btb

Erschienen: 08.09.2015

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Wer ist Freund, wer ist Feind ?

Von: Sue´s Büchertraum Datum: 31.03.2017

https://sue-buechertraum.blogspot.de/

★★★★☆ (4 von 5 Sterne)

Inhalt:
In einer Stadt, die namentlich nicht genannt wird, erblindet plötzlich ein Mann in seinem Auto, während er an der Ampel wartet, dass diese auf Grün überspringt.
Der Mann sieht jedoch alles Weiß statt Schwarz. Kurz darauf erblinden weitere Menschen auf die gleiche mysteriöse Art.
Niemand weiß, wo diese plötzliche Epidemie herkommt oder wie sie zu verhindern ist.
Die Regierung sieht nur einen Ausweg: alle betroffenen in eine abgelegene Irrenanstalt zu verfrachten und unter Quarantäne zu stellen.
Die Blinden werden zwar von außen von Soldaten bewacht, jedoch sind sie in dem Gebäude auf sich allein gestellt.
Als jedoch eines Tages noch mehr Blinde ins Gebäude geführt werden, kommt es zu einem Ausnahmezustand. Nicht nur, da nicht genug zuessen vorhanden ist, auch die Schlafplätze sind nicht ausreichend.
Wer ist Freund, wer ist Feind ? Es folgt ein harter Kampf ums Überleben.

Meinung:
Als erstes muss ich sagen, dass ich die Thematik klasse finde.
So ein Buch wie dieses, habe ich zuvor noch nicht gelesen.
José Saramagos Schreibstil ist anfangs gewöhnungsbedürftig, denn es gibt keine Anführungszeichen bei wörtlichen Reden, keine Satzzeichen und auch keine Namen werden genannt.
Doch das mit den nicht genannten Namen ist kein Problem, da die Personen immer gut beschrieben werden, damit man weiß, um wen es gerade geht.
Nach ein paar Seiten hat man sich auch an den Schreibstil gewöhnt, so dass man flüssig lesen kann.
Es ist eine anspruchsvolle Lektüre, dadurch hatte ich bei ein paar Sätzen oder Aussagen Probleme hinterher zu kommen. An diesen Stellen fiel es mir schwer, gedanklich nicht abzuschweifen - ich bin eher der Mensch, der die einfache Ausdrucksform bevorzugt.
Nichtsdestotrotz hat mich diese Geschichte fasziniert. Man stellt sich selbst die Frage: Wie würde man selbst in einer solchen Situation klar kommen ?
Die Hauptcharaktere beginnt man schnell zu mögen, fühlt mit ihnen mit und kann viele Handlungen nachvollziehen.
Mir hat das Buch, trotz der für mich schwierigen Stellen, sehr gut gefallen. Deshalb vergebe ich 4 tolle Sterne.

Fazit:
Man sollte sich im Klaren sein, dass es keine leichte Lektüre zum Lesen ist, also keine Geschichte die man mal eben schnell nebenbei lesen sollte. Wer sich jedoch die Zeit zum lesen nimmt, wird gut in die Geschichte eintauchen können.
Ich kann dieses Buch auf jeden Fall weiter empfehlen.

ungewöhnlich, hochspannend, beängstigend, realitätsnah

Von: Buchfee Datum: 02.01.2016

https://www.facebook.com/Buchfeeteam

Rezension für : „Die Stadt der Blinden“ von José Saramago im btb Verlag. Ein etwas unbekannteres Buch ( ungerechtfertigterweise ).
Schwer zu sagen, in welches Genre das Buch gehört – am besten könnte man wohl sagen, es hätte eine Dystopie werden können.
Der Roman spielt in der Gegenwart in einer nicht bezeichneten Stadt.
Der Inhalt :
Ein Mensch, der gerade Auto fährt, wird von jetzt auf gleich blind. Er geht zum Augenarzt, wonach in kurzer Folge der Arzt und alle, die zu dem Zeitpunkt in der Praxis waren, ebenfalls erblinden.
Die Fälle häufen sich und die Krisenbeauftragten beschließen, alle Betroffenen sowie eventuell „Infizierte“ in einer ehemaligen Irrenanstalt in Quarantäne zu nehmen.
Dort sind alle Internierten sich selbst überlassen und müssen sich selbst organisieren, was nach kurzer Zeit in ein unbeschreibliches Chaos führt – keiner sieht etwas, die Lebensmittel bleiben aus, das Wasser funktioniert nicht. Die Quarantänestation ist durch Soldaten hermetisch abgeriegelt. Es gibt keine medizinische Versorgung und keine Verbindung zur Außenwelt.
Die Epidemie breitet sich jedoch trotzdem innerhalb kürzester Zeit auf alle Menschen aus – bis auf eine einzige Person – die Frau des Augenarztes, die weiterhin sehen kann. Als auch alle Soldaten erblindet sind, verlassen die ( überlebenden ) Blinden das ehemalige Irrenhaus, nur um draußen eine Welt vorzufinden, die noch schlimmer ist als die gerade überstandene…..

Meine Meinung :
Der Autor schreibt in einem sehr ungewöhnlichen Stil : Es gibt keine direkten Dialoge, sondern es ist alles in der Erzählform geschrieben, und teilweise in extrem langen Schachtelsätzen, die die Dialoge darstellen. Das ist zuerst gewöhnungsbedürftig, wird dann aber zu einem „Treiber“, der das ganze hochspannend und fast unmöglich macht das Buch überhaupt noch aus der Hand zu legen, weil man unbedingt wissen will, wie es weitergeht.
Sehr beängstigend, weil irgendwie durchaus vorstellbar ist, das eine ähnliche Situation Realität werden könnte, und alles überaus plastisch beschrieben, wird dem Leser vor Augen geführt, worauf sich der Mensch ohne seine grundlegenden Sinne und eine grundlegende Ordnung reduziert.
Was das Buch ebenso besonders macht, ist die immer wiederkehrende Einflechtung von philosophischen Überlegungen zur menschlichen Natur, wodurch der Leser immer wieder vor die Frage gestellt wird : Wie wäre ich in einer solchen Situation ? Wie würde ich damit umgehen ? Die Protagonisten sind hier keine Superhelden, sondern ganz normale Menschen von nebenan wie Du und ich, mit ihren Schwächen und Selbstzweifeln, was die ganze Geschichte noch unheimlicher erscheinen lässt.
Ich kann nur abschließend raten : Unbedingt lesen ! Lohnt sich auf jeden Fall !

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