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Die Stadt der Blinden Roman

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Taschenbuch, Broschur ISBN: 978-3-442-74529-6

Erschienen: 08.09.2015
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Saramagos Antwort auf Die Pest von Albert Camus.

Ein Mann steht an einer Ampel. Von einer Sekunde auf die nächste, ohne erklärbaren Grund, erblindet er. Wie ihm ergeht es immer mehr Menschen in seiner Heimatstadt. Wie eine Seuche greift die Blindheit um sich. Die Regierenden wissen sich nicht anders zu helfen, als die Betroffenen in einer verlassenen Irrenanstalt einzuquartieren – unter der Bewachung von Soldaten, die auf jeden schießen, der fliehen will. Je mehr Blinde dort zusammengepfercht werden, desto schlimmer, desto unmenschlicher wird die Situation. Inmitten dieses grausamen Chaos befindet sich ein Augenarzt mit seiner Frau – die als Einzige noch sehen kann …

José Saramago (Autor)

José Saramago, geboren am 16. November 1922 in Azinhaga in der portugiesischen Provinz Ribatejo, entstammt einer Landarbeiterfamilie. Nach dem Besuch des Gymnasiums arbeitete er als Maschinenschlosser, technischer Zeichner und Angestellter. Später war er Mitarbeiter eines Verlags und Journalist bei verschiedenen Lissabonner Tageszeitungen. Seit 1966 widmete er sich verstärkt der Schriftstellerei. Der Romancier, Erzähler, Lyriker, Dramatiker und Essayist erhielt 1998 den Nobelpreis für Literatur. José Saramago verstarb am 18. Juni 2010 auf Lanzarote.

Aus dem Portugiesischen von Ray-Güde Mertin
Originaltitel: Ensaio sobre a cegueira
Originalverlag: Companhia das Letras

Taschenbuch, Broschur, 400 Seiten, 11,8 x 18,7 cm

ISBN: 978-3-442-74529-6

€ 10,99 [D] | € 11,30 [A] | CHF 15,50* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: btb

Erschienen: 08.09.2015

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ungewöhnlich, hochspannend, beängstigend, realitätsnah

Von: Buchfee Datum: 02.01.2016

https://www.facebook.com/Buchfeeteam

Rezension für : „Die Stadt der Blinden“ von José Saramago im btb Verlag. Ein etwas unbekannteres Buch ( ungerechtfertigterweise ).
Schwer zu sagen, in welches Genre das Buch gehört – am besten könnte man wohl sagen, es hätte eine Dystopie werden können.
Der Roman spielt in der Gegenwart in einer nicht bezeichneten Stadt.
Der Inhalt :
Ein Mensch, der gerade Auto fährt, wird von jetzt auf gleich blind. Er geht zum Augenarzt, wonach in kurzer Folge der Arzt und alle, die zu dem Zeitpunkt in der Praxis waren, ebenfalls erblinden.
Die Fälle häufen sich und die Krisenbeauftragten beschließen, alle Betroffenen sowie eventuell „Infizierte“ in einer ehemaligen Irrenanstalt in Quarantäne zu nehmen.
Dort sind alle Internierten sich selbst überlassen und müssen sich selbst organisieren, was nach kurzer Zeit in ein unbeschreibliches Chaos führt – keiner sieht etwas, die Lebensmittel bleiben aus, das Wasser funktioniert nicht. Die Quarantänestation ist durch Soldaten hermetisch abgeriegelt. Es gibt keine medizinische Versorgung und keine Verbindung zur Außenwelt.
Die Epidemie breitet sich jedoch trotzdem innerhalb kürzester Zeit auf alle Menschen aus – bis auf eine einzige Person – die Frau des Augenarztes, die weiterhin sehen kann. Als auch alle Soldaten erblindet sind, verlassen die ( überlebenden ) Blinden das ehemalige Irrenhaus, nur um draußen eine Welt vorzufinden, die noch schlimmer ist als die gerade überstandene…..

Meine Meinung :
Der Autor schreibt in einem sehr ungewöhnlichen Stil : Es gibt keine direkten Dialoge, sondern es ist alles in der Erzählform geschrieben, und teilweise in extrem langen Schachtelsätzen, die die Dialoge darstellen. Das ist zuerst gewöhnungsbedürftig, wird dann aber zu einem „Treiber“, der das ganze hochspannend und fast unmöglich macht das Buch überhaupt noch aus der Hand zu legen, weil man unbedingt wissen will, wie es weitergeht.
Sehr beängstigend, weil irgendwie durchaus vorstellbar ist, das eine ähnliche Situation Realität werden könnte, und alles überaus plastisch beschrieben, wird dem Leser vor Augen geführt, worauf sich der Mensch ohne seine grundlegenden Sinne und eine grundlegende Ordnung reduziert.
Was das Buch ebenso besonders macht, ist die immer wiederkehrende Einflechtung von philosophischen Überlegungen zur menschlichen Natur, wodurch der Leser immer wieder vor die Frage gestellt wird : Wie wäre ich in einer solchen Situation ? Wie würde ich damit umgehen ? Die Protagonisten sind hier keine Superhelden, sondern ganz normale Menschen von nebenan wie Du und ich, mit ihren Schwächen und Selbstzweifeln, was die ganze Geschichte noch unheimlicher erscheinen lässt.
Ich kann nur abschließend raten : Unbedingt lesen ! Lohnt sich auf jeden Fall !

Poetische Denkgeschichte..

Von: The Book Storys Datum: 10.12.2015

thebookstorys.blogspot.de/

Die Gestaltung ist, wie ihr seht, sehr schlicht und einfach. Trotzdem versprüht
es eine angenehme und interessante Atmosphäre. Es ist eben ein typisches
Cover für einen "Erwachsenen-Roman", was ich schade finde, da man sich ein
klein wenig mehr Mühe geben könnte.
Aber es geht um den Inhalt und der war sehr gut!

Wir begleiten in diesem Buch verschiedene sehr tiefsinnige und ausgearbeitete Charaktere, die einem wirklich stark im Gedächtnis bleiben. Und ja ich kann das sagen
obwohl ich dieses Buch erst vor zwei Tagen beendet habe, und zwar aus dem Grund, dass
ich immernoch über jeden einzelnen sehr stark nachdenken muss. Ich weiß einfach das
ich diese Personen mit ihren verschiedenen Charakterfarben und ihren Arten nicht werde
vergessen können. Der Autor hat ihnen so viele sehr schöne kleine Details gegeben,
die sie unvergesslich machen. Unsere Protagonistin ist hauptsächlich die Frau des Arztes, wir erfahren in diesem Buch keine Namen, die wir dabei begleiten wie sie das ganze Übel,
welches geschieht, verfolgt.

Die Idee ist mal eine wirkliche sehr seltene. Mal zu sehen wie sehr Menschen ihre Augen eigentlich brauchen war mir vor dem Buch nicht so sehr bewusst. Natürlich denkt man ab und an das es schlimm wäre wenn man Blind ist, aber was es in der Gesellschaft ausmacht, wenn viele Leute erblinden, ist einem so, denke ich nicht bewusst.

Die Geschichte startet sofort in dem Geschehen. Es gibt kein langes drumherum, was mir persönlich gut gefallen hat. Wir begleiten erst einen Charakter, der dann solange wechselt, bis wir die Frau des Arztes kennen lernen. Sie bleibt dann unsere Protagonistin und schildert uns, da sie die einzigste ist die sehen kann, was alles passiert.
Es war wirklich sehr spannend und vor allem interessant. Ich zu meinem Teil finde das ich wirklich noch einige kleine Dinge dazugelernt habe beim lesen, was wirklich immer toll ist.
Es gab, da der Autor wirklich gerne Dinge umschreibt, ab und zu mal ein paar langatmige Stellen, doch wenn diese wieder vorbei waren ging das spannende Geschehen sofort weiter.

Die Spannung auf die wir in diesem Roman treffen ist eher eine Spannung der Interesse.
Wir sind nicht gespannt darauf zu wissen wie es weiter geht weil das Buch die
totale Action beinhaltet. Sondern weil es super interessant ist, dass Geschehen in der Anstalt mit zu verfolgen - also wie verschiedene Dinge organisiert und geklärt werden. Natürlich passieren auch 4 -5 sehr krasse Dinge die ich so von dem Buch überhaupt nicht erwartet habe.

Der Schreibtstil von José Saramago ist sehr außergewöhnlich. Das ganze Buch ist ohne Namen geschrieben, er gibt den Charakteren sehr schöne und interessante Merkmale. Man kann sie so also unmöglich vergessen. Er schreibt nur mit Punkt und Komma. Es gibt weder
Satzanzeichen noch gibt es große Erklärungen wer nun was gesagt hat. Keine Angst man kann sich dies ganz einfach herleiten. Es war, dass muss ich sagen, am Anfang sehr
gewöhnungsbedürftig, aber mit der Zeit habe ich mich sehr in seinem originellen Schriebstil verloren.

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